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Sport im Norden Ostwärts geht‘s bergauf: Wandtke im WM-Camp
Sportbuzzer Sport im Norden Ostwärts geht‘s bergauf: Wandtke im WM-Camp
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20:35 04.08.2015
Wandtkes WM-Highlight 2013 auf dem Weg zur Team-Bronzemedaille: Der Lübecker hebelt den Kubaner Magdiel Estrada aus. Quelle: IJF

Der Osten ist Programm für Igor Wandtke: Nach seinen jüngsten Grand-Slam-, Weltcup- und Grand-Prix-Auftritten in Tjumen, Baku, Ulan Bator, Budapest, Minsk und Cluj belässt es der 24-jährige Lübecker Ausnahme-Judoka derzeit allerdings bei einem zehntägigen Trainingslager in Kienbaum. Statt in Westsibirien, Aserbaidschan, der Mongolei, Ungarn, Weißrussland oder Rumänien geht der Wahl-Hannoveraner seiner sportlichen Leidenschaft gut 40 Kilometer östlich von Berlin nach, gehört zum deutschen Nationalkader, der sich unter der Obhut von DJB-Chefcoach Detlef Ultsch im Bundesleistungszentrum auf die Weltmeisterschaften im kasachischen Astana vorbereitet.

„Unser Programm hier ist ziemlich klar strukturiert“, berichtet Wandtke, der sich nicht zuletzt mit der Bronzemedaille beim Grand Slam in Tjumen als absolute deutsche Nummer eins in der Gewichtsklasse bis 73 kg für ein WM-Comeback empfohlen hatte. Und er beschreibt den Tagesablauf in der brandenburgischen Medaillenschmiede wie folgt: „Jeder dritte Tag beginnt um 6.30 Uhr mit einem Morgenlauf über gut fünf Kilometer, danach gibt‘s um 8 Uhr Frühstück, ehe von 10 bis 12 Uhr die erste Trainingseinheit ansteht. Nach dem Mittagessen um 13 Uhr können wir uns ausruhen, um von 16 bis 18 Uhr die zweite Einheit zu absolvieren.“ Als gutes Omen bezeichnet der 24-Jährige den Belegungsplan, denn er sagt: „Ich teile mir das Zweibett-Zimmer hier mit Alex Wieczerzak aus Wiesbaden, wie auch schon 2013 bei der WM in Rio, wo wir dann zusammen die Bronzemedaille in der Teamwertung gewonnen haben.“

Nach dem endgültig abgehakten „Seuchenjahr“ 2014, das für Wandtke nach seinem zweiten DM-Titelgewinn im Januar eigentlich nur noch Rückschläge in Form von langwierigen Maleschen (Syndesmosebandriss, Handverletzung) mit sich brachte, hat der mehrfache „LN-Sportler des Jahres“ nach einer auskurierten Schulterverletzung, die er im Februar ausgerechnet beim Heim-Grand- Prix in Düsseldorf erlitt, endlich wieder Tritt gefasst.

„Knack- und Tiefpunkt zugleich war für mich allerdings das Erstrunden-Aus im Mai in Zagreb“, blickt Wandtke zurück und erklärt: „Danach haben wir mit meinem Hannoveraner Stützpunkt-Coach Sven Loll das Training umgestellt, mehr Wert auf Schnellkraft gelegt, weniger auf Maximalkraft hingearbeitet und bei Übungen auch weniger Wiederholungen gemacht. Und tatsächlich ging‘s danach bergauf. Meine Reaktionsschnelligkeit ist besser geworden, so dass ich bei meinen Kämpfen auch nicht mehr so statisch, sondern einfach noch einen Tick spritziger bin.“

Das will der 24-Jährige nach dem Kienbaum-Camp auch am 26. August bei der WM in Astana beweisen, obwohl seine Gewichtsklasse mit 84 Startern nicht nur zahlenmäßig extrem stark besetzt ist. „Aus den Top Ten der Welt sind fast alle dabei“, weiß Wandtke und sagt im Namen seiner DJB-Kollegen: „Wir wollen dort zwei Einzelmedaillen holen und als Team nach Rio und Tscheljabinsk möglichst wieder Bronze gewinnen — dann wäre der Hattrick perfekt.“

Judo kompakt
Die WM 2015 findet vom 24. bis 30. August in der kasachischen Hauptstadt Astana (800 000 Einw.) statt. Erst werden im Eispalast Alau (7000 Plätze) Einzelkämpfe absolviert, am Schlusstag gehen die Team-Konkurrenzen über die Bühne.



Das DJB-Aufgebot

Männer, -66 kg: Sebastian Seidel (Abensberg); -73 kg: Igor Wandtke (Lübeck); -81 kg: Sven Maresch (Berlin), Alexander Wieczerzak (Wiesbaden); -90 kg: Aaron Hildebrand (Duisburg); -100 kg: Dimitri Peters (Hannover), Karl-Richard Frey (Leverkusen); +100 kg: André Breitbarth (Braunschweig), Sven Heinle (Fellbach).

Frauen, -52 kg: Maren Kräh (Spremberg); -57 kg: Miryam Roper (Leverkusen), Viola Wächter (Schweitenkirchen); -63 kg: Martyna Trajdos (Hamburg);
-70 kg: Laura Vargas Koch (Berlin), Szaundra Diedrich (Köln); -78 kg: Luise Malzahn (Halle/Saale); +78 kg: Franziska Konitz (Berlin), Jasmin Külbs (Zweibrücken).

Andreas Oelker

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