Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Sport im Norden Plan A Investor, Plan B Insolvenz
Sportbuzzer Sport im Norden Plan A Investor, Plan B Insolvenz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 31.10.2012
Anzeige
Lübeck

Der Tag danach. Der Aufsichtsrat des VfB Lübeck ist abgewählt, die Räte sind abgetaucht. Die Vorstände Holger Leu und Uwe Walter führen den Klub in komplizierter Lage jetzt allein. Wie fühlt man sich mit einer Nacht Abstand, nachdem die Mehrheit der zur Jahreshauptversammlung in Schuppen 6 erschienen rund 300 Mitglieder deutlich kontra VfB-Führung eingestellt war? Leu denkt lange nach, verdrängt die ganze erlittene persönliche Enttäuschung, sagt: „Es waren soviele Menschen da, wie noch nie. Das zeigt doch, dass die Basis lebt.“

Und diese Basis ist es, die sich nun formiert um Männer wie Alt-Präsident Dietmar Scholze, Ex-Vorstand Thomas Schikorra und VfB-Idol Timo Neumann. Sie fühlt sich aufgerufen, Kandidaten für den neuen Aufsichtsrat zu finden. Fünf an der Zahl sollten es sein, dazu laut Satzung möglichst auch Ersatzkandidaten. Diese müssen dem Vorstand benannt werden, der die Bewerbungen an den dreiköpfigen Wahlausschuss weitergibt. Dieses Trio entscheidet, wer zur Wahl zugelassen wird. Und diese soll sehr kurzfristig stattfinden. Weil der Aufsichtsrat nicht mehr beschlussfähig ist (dazu bräuchte es drei gewählte aktive Aufsichtsräte), müssen die „Rest-Räte“ „unverzüglich“ eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Auch der Vorstand könnte dies übrigens tun. Kürzeste Einberufungsfrist: zwei Wochen.

In dieser Zeit kann allerdings viel passieren. Holger Leu wird heute erneut Kontakt aufnehmen, mit dem von ihm vorgestern im Schuppen 6 ins Spiel gebrachten Investor. Um wen es sich handelt, „will und darf“ er noch nicht sagen, der VfB-Basis hatte er erklärt, der große Unbekannte aus dem Südwesten würde pro Saison 500 000 Euro investieren, plane in „drei bis fünf Jahren“ den Sprung in die Dritte Liga. Nach LN-Informationen sieht der Plan allerdings anders aus. Demnach denkt der Investor über einen 7-Jahres-Plan nach, eine konkrete Supportsumme wurde nicht genannt. Dafür aber das Ansinnen, vor allem ein nachhaltiges Nachwuchskonzept umsetzen zu wollen. Und den Erhalt der Viertklassigkeit – mit Perspektive nach oben. Dies alles mit einem eigenen, regional gefärbten Team (inklusive Aufsichtsratsmitglied). Und: der mögliche Partner möchte nicht länger warten mit seinem Engagement. Holger Leu weiß das, sagt: „Wir werden jetzt sehr schnell Signale bekommen. Entweder Go und Grün, oder Stop und Rot.“

Für den Fall Rot haben Leu und Walter Plan B in der Schublade. „Dann ist der Weg in die Insolvenz kaum zu stoppen“, sagt der Vorstandssprecher. Für den nicht zahlungsunfähigen aber doch fast illiquiden VfB wäre das eine Rettung auf Raten. Zwar stünde der VfB dann als Zwangsabsteiger aus der Regionalliga fest (und die Zweite rutschte in die Verbandsliga, die A-Jugend könnte nicht in die Bundesliga aufsteigen), aber die Gehälter der Spieler und Angestellten wären per Insolvenzausfallgeld gesichert, der VfB könnte sich finanziell über den Winter retten. Und dann? Holger Leu: „Dann wäre es unser Ziel, mit einer schwarzen Null aus dem Verfahren heraus zu kommen.“ jr

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wer den THW Kiel am 12. Dezember in der Hansehalle gegen den VfL Bad Schwartau spielen sehen will, hat nur zwei Möglichkeiten, an Karten zu kommen: Entweder er hat bereits – oder kauft sich noch – eine Dauerkarte für die Zweitliga-Spiele des Vf

31.10.2012

Der Hamburger SV ist in einem Fußball-Testspiel auf Torejagd gegangen. Mit einer B-Elf besiegte der norddeutsche Bundesligist am Dienstagabend den Hamburger Oberliga-Club ...

02.11.2012

Die Partie war erst ein paar Momente abgepfiffen, als sich die Mannschaft um Spielführerin Vanessa Hamed und „Vize“ Svenja Fritz zum Kreis zusammenfand, noch einmal sichtbar den Schulterschluss vollzog und gegenseitig darin bestärkte, auf

30.10.2012
Anzeige