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Sport im Norden Reit-WM auf der Baustelle
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23:10 12.09.2018
Das deutsche Team bejubelt während der Eröffnungsfeier Fahnenträgerin Ingrid Klimke, hinter der Tribüne wird noch gebohrt. Quelle: Foto: Imago
Tryon/Lübeck

Überall drehen sich Kräne und Bagger. Straßenasphaltiermaschinen schieben sich über ein Kiesbett. Die Weltreiterspiele in Tryon sind eröffnet, doch in jeder Ecke wird gebohrt, gehämmert, geschraubt. Tag und Nacht. „Selbst während der Eröffnungsfeier. Auf der Tribüne waren die Arbeiter hinter uns die ganze Zeit mit der Bohrmaschine zugange, sogar während der Hymne“, berichtet Kai Rüder.

Pfadfinder: Kai Rüder und „Colani Sunrise“ starten auch am Samstag (ab 17 Uhr, MESZ) als erstes deutsches Duo im Gelände. Quelle: Foto: Imago

Der große Traum des Immobilien- Milliardärs Mark Bellisimo, der sein ohnehin schon großes Reitgelände zu einem Disneyland für acht Pferdesport-Disziplinen ausbauen wollte, wächst sich zum Albtraum aus. Von zwei Luxushotels steht nur das Fundament. Einige Pfleger mussten anfangs in 24-Mann-Zelten in Stockbetten übernachten. „Am großen Dressur-Stadion fehlten am Tag vor der Eröffnung noch Fenster und Stützen. Doch dann war alles fertig. Ein Wunder“, berichtet Rüder, der froh ist, dass er mit der Vielseitigkeitsequipe weit weg vom großen Lärm ist. „Unsere Pferde und die Wettkampfstätten sind in einem älteren Teil der Anlage, der schon fünf Jahre steht. Das ist ganz vorteilhaft.“ Reiter und Trainer sind 40 Minuten entfernt, im 37000-Einwohner-Städtchen Spartanburg untergebracht. „Am Gelände zu wohnen wäre besser, aber alles ist halb so wild und machbar. Außerdem muss man fair sein – die Amerikaner sind erst vor 18 Monaten nach der Absage aus dem kanadischen Bromont eingesprungen“, erzählt Rüder.

Mit der Erfahrung aus 30 Jahren Spitzensport bringen den Blieschendorfer die Umstände bei seinen zweiten Weltreiterspielen (nach 2002 in Jerez) nicht aus der Ruhe. Auch nicht die befürchteten Ausläufer des Hurrikans Florence. „Erstens soll der südlich vorbeiziehen. Und wenn, ändern, können wir es nicht. Jetzt haben wir 30 Grad, Sonne – alles ist gut. Ich bin bester Dinge, freue mich, dass es losgeht.“

Und das ist heute. Um 15 Uhr (MESZ) startet der Dreikampf. Rüder reitet mit seinem Wallach „Colani Sunrise“ als erster Deutscher in das Dressur-Viereck. Auch am Samstag im Gelände auf der 5700 Meter langen Strecke ist er der Vorreiter. „Ich bin der Pathfinder, der Pfadfinder, an dem sich die anderen orientieren.“

Und wie ist „Colani Sunrise“ drauf? „Er ist gut in Schuss. Wir haben sehr gut trainiert“, erzählt der gelernte Landwirt und Pferdewirtschaftsmeister. Er hat auch die Aufregung von WM-Neuling „Colani“

registriert: „Er ist sehr wach, sehr motiviert.“ Aber er weiß sein Oldenburger Springpferd in guten Händen. Mit ihm und „Colani Sunrise“ ist die Fehmaranerin Ida Navers nach Tryon gereist. Die Reitschülerin kümmert sich als Pflegerin um den WM-Novizen „Colani“, der mit dem Team dann am Sonntag aufs Podest springen soll. Die deutsche Equipe mit Andreas Dibowski, Ingrid Klimke, Julia Krajewski und Rüder ist Titelverteidiger.

Von Jens Kürbis

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