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Sport im Norden SSC Hagen vom Pech verfolgt
Sportbuzzer Sport im Norden SSC Hagen vom Pech verfolgt
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11:03 12.11.2013
Bojan Stäcker (l., gegen Dennis Studt, vorne SSC-Kapitän Christopher Lindenau) vergab kurz vor dem Abpfiff „vom Punkt“ die große Chance zum verdienten Ausgleich für die Ahrensburger. Quelle: Boyens
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Eichede

Wie schon in der Vorwoche gab es für die Stormarner Fußballer in der SH-Liga ein Unentschieden und eine Niederlage zu verbuchen. Während die Reserve des SV Eichede sich 2:2 (2:1) von Flensburg 08 trennte, kassierte der SSC Hagen Ahrensburg ein unglückliches 0:1 (0:1) gegen den SV Todesfelde.

Mit versteineter Miene verließen die SSC-Spieler den Kunstrasen. Fünf Minuten vor Schluss hatte Bojan Stäcker nach einem Foul des Todesfelder Keepers Joshua Du Preez die große Möglichkeit zum hochverdienten 1:1 und wenigstens einem Punkt im Abstiegskampf. Doch Du Preez machte seinen Fehler wieder gut, parierte den von Stäcker allerdings pomadig und flach in die Mitte geschossenen Elfer mit dem Fuß.

„Wenn er den Ball hoch schießt, geht er rein“, sagte SSC-Coach Michael Schmal später. Schon zuvor musste sich der 46-Jährige mehrfach die Haare raufen. Denn sein Team hatte durch Scheel, Kai Pohlmann, Scharf oder Vincent und Victor Janelt genügend Chancen, um für eine Überraschung zu sorgen. „Wir haben alles richtig gemacht. Tempo und Leidenschaft waren vorhanden. Nur müssen wir unsere Chancen auch nutzen. Ohne Tore können wir uns für eine gute Leistung nichts kaufen. Hoffnung macht jedoch, dass die Möglichkeiten nicht zufällig, sondern herausgespielt waren. Wenn du in der Tabelle unten stehst, gehen die Dinger halt nicht rein“, resümierte Schmal.

Somit blieb es beim knappen Erfolg für die Todesfelder vor 130 Zuschauern nach dem frühen Treffer von Oliver Zebold (9.). „Wir haben glücklich gewonnen. Man hat gemerkt, dass es für den Gegner um den Abstieg geht“, sagte der Torschütze nachher. Zwei weitere Hiobsbotschaften gab es für die Schlossstädter. Während Talent Dren Hoti am Sonntag gegen den FC Dornbreite (15 Uhr) nach einer Gelb-Roten Karte wegen Meckerns (86.) ausfällt, war Kapitän Christopher Lindenau mit Knieproblemen ausgewechselt worden. Gestern folgte die Hiosbbotschaft: Beim 24-Jährigen ist das vordere Kreuzband im rechten Knie gerissen, er fällt monatelang aus. „Ich weiß gar nicht, was der Fußball-Gott gegen uns hat“, war Trainer Schmals erste Reaktion. „Jetzt müssen wir zaubern.“

Noch vor dem Spiel war die Mannschaft mit einem Transparent aufgelaufen. Neben dem Konterfei von Niko Leptien war darauf zu lesen: „Alle für einen! Gute Besserung Niko.“ Leptien hatte sich vor einer Woche gegen Flensburg 08 einen Kreuzbandriss zugezogen. SSC-Kapitän Lindenau, der sein Geld als freiberuflicher Fitnesstrainer verdient, merkte mit Blick auf seinen Innenbandriss zu Beginn der Saison an: „Das ist brutal. In Krefeld habe ich 16 Jahre lang verletzungsfrei gespielt. Ich frage mich, ob das jetzt an unserem Kunstrasen liegt.“ Positiv an der aktuellen Situation sei, „dass ich nun die Reha mit Niko zusammen machen kann.“

Die 50 Zuschauer in Eichede sahen zwei unterschiedliche Halbzeiten. In der ersten gingen die Flensburger Gäste zwar früh durch Lukas Linhart (2.) in Führung. Doch konnten die Eicheder Emanuel- Fernando Bento per Volleyschuss (39.) und Leo Seiler per Strafstoß (45., an Bento verursacht) die Partie zur Halbzeit drehen. „Bis dahin haben wir richtig gut gespielt und hatten sogar weitere Chancen“, sagte Dirk Kohlmann, der Co-Trainer des Regionalliga-Teams, der nicht mit zum Landesderby in Neumünster (1:1) gereist war. In der 50. Minute hätte der Ex-Lübecker Bento dann für die Vorentscheidung sorgen können. Statt zum 3:1 zu treffen, versprang ihm aber der Ball (50.). „In der Folge haben wir nur noch reagiert statt zu agieren“, kritisierte Kohlmann später.

Die Flensburger erspielten sich nun zahlreiche Möglichkeiten durch Kuci (48., 50., 62., 77.), Danschke (67.), Holtze (75.), Jannsen (90.+1) und Holtze (90.+3). Auf der anderen Seite vergab abermals Bento zweimal (75., 77.). Besser machte es Robin Schmidt, der zum 2:2-Ausgleich (85.) traf. Als dann der lauffreudige Holtze erneut durch war, wusste sich SVE-Verteidiger Gerrit Schubring nur mit einem Foul außerhalb des Strafraums zu helfen. Die Konsequenz war die Rote Karte wegen Notbremse (86.). „Vom Spielverlauf ist das Ergebnis gerecht“, befand „Koka“ und merkte an: „Mit dem Punkt müssen und können wir leben. Wenn wir weiter so spielen, werden wir uns noch Zähler holen.“

„Wenn du in der Tabelle unten stehst, gehen die Dinger halt nicht rein.“
SSC-Trainer Michael Schmal

Volker Giering

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