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Sport im Norden Saisonziel der TSG-Frauen nach Punkteabzug außer Reichweite
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18:12 28.11.2017

Obwohl die Wismarer TSG-Handballerinnen am Sonntag am späten Nachmittag bei den Füchsen Berlin II ihr Oberliga-Punktspiel klar mit 24:14 Toren gewonnen haben, rückte das Ergebnis blitzartig in den Hintergrund. Denn den TSG-Damen drohte am Sonntag der Absturz in den Tabellenkeller. Und nun ist es amtlich: Sieben Spiele der Wismarerinnen wurden annulliert und jeweils mit 0:2-Punkten gewertet, die Tore auf Null gesetzt. Somit finden sich die Schützlinge von TSG- Trainer Christoph Nisius als bisheriger Tabellenzweiter (16:2 Punkte und 198:135 Tore) auf dem neunten Tabellenplatz wieder (4:14 Punkte und 24:14 Tore). In die Wertung eingegangen sind nur das von der HSG Neukölln abgesagte Spiel am 7. Oktober in Wismar und die Partie am Sonntag gegen die Füchse Berlin II.

Nach dem 8. Spieltag wurde von Spielleiter Klaus Semmler (Berlin) festgestellt, dass die 19-jährige TSG-Spielerin Henrike Bibow keinen gültigen Spielerpass für die Frauen in der Oberliga Ostsee- Spree besaß. „Deshalb wurden alle Spiele, in denen sie eingesetzt wurde, als verloren für die TSG Wismar gewertet“, bestätigte Semmler auf Anfrage der Lübecker Nachrichten.

Henrike Bibow ist ein Eigengewächs der TSG und hatte aufgrund ihres Talents eine Doppelspielerlaubnis für zwei Vereine. So durfte sie in der vergangenen Saison bei der TSG Wismar in der dritten Liga und gleichzeitig auch in der A-Jugend-Bundesliga für Grün-Weiß Schwerin auf Punktejagd gehen. Doch nach ihrer schweren Armverletzung im November 2016 schied sie aus dem Schweriner Jugend- Bundesliga-Team aus. „Danach wurde es versäumt, für Henrike Bibow das Erstspielrecht für die TSG Wismar wieder anzumelden“, klärt Klaus-Dieter Soldat, TSG-Geschäftsführer und zum damaligen Zeitpunkt auch der Manager der Drittliga-Handball-Frauen, auf. Gegenüber den LN wies Soldat nun die alleinige Schuld für dieses Versäumnis von sich. „Hierfür sind der Vorstand, die Trainer und Mannschaftsbetreuerin verantwortlich“, sagte der TSG-Geschäftsführer. „Die Messen sind aber noch nicht gesungen. Ich habe 14 Tage Zeit, gegen diesen Beschluss Einspruch zu erheben und juristisch dagegen vorzugehen“, so Soldat. „Was mir persönlich ganz doll wehtun würde, wäre, wenn jetzt auch noch Henrike Bibow rückwirkend gesperrt wird, die damit gar nichts zu tun hat“, bedauert Soldat.

Bei der TSG ist die Nachricht vom Abzug der Punkte eingeschlagen wie eine Bombe. Für gestern Abend hatte Torsten Wehr, der Mitte Oktober das Amt des Präsidenten übernommen hatte, den Vorstand zusammengetrommelt. „Wir werden uns mit dieser Situation beschäftigen und die notwendigen Schlussfolgerungen aus dieser Panne ziehen“, versprach Wehr.

Auch die Mannschaft ist total am Boden zerstört. „Ich muss das alles erst verdauen. Mehr möchte ich im Moment nicht sagen“, so Justine Steiner, Kapitänin der Oberliga- Handballerinnen.

Trainer Christoph Nisius (34), der erst im Oktober vom Lübecker Drittligisten TSV Travemünde zur TSG Wismar gewechselt war, zeigte sich geschockt: „Ich muss mich erst einmal sortieren und mit der Mannschaft sprechen. Es ist für uns alle ein Schlag ins Gesicht, weil wir alle was erreichen wollten.“ Der 34-Jährige hatte mit seinem Team den Aufstieg in die dritte Liga angepeilt. Angesichts der derzeitigen Tabellensituation ist dieses Ziel in weite Ferne gerückt.

Ob Nisius unter diesen Umständen auch in der nächsten Saison noch Lust auf die Oberliga hat, steht heute noch in den Sternen. „Ich werde auf jeden Fall meinen Vertrag erfüllen“, versichert er. Falls aber nach dieser Saison dann auch noch einige Leistungsträgerinnen des Teams den Verein verlassen würden, wäre das wohl einer der besonderen Tiefpunkte in der 56-jährigen Geschichte der TSG Wismar.

Peter Preuß

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