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Sport im Norden Sensation: Bad Schwartau wirft Wetzlar aus dem Pokal!
Sportbuzzer Sport im Norden Sensation: Bad Schwartau wirft Wetzlar aus dem Pokal!
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00:00 25.10.2012
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Lübeck

Noch waren 92 Sekunden zu spielen. Doch als Henning Quade den Ball zum 33:28 in die Maschen jagte, gab es kein Halten mehr. Trainer, Spieler, sie fielen sich auf Schwartaus Bank in die Arme. Auf den Rängen hielt es da ohnehin schon lange keinen mehr auf seinem Platz. Die (nur) 976 Zuschauer jubelten, schrien, stimmten ein „Oh wie ist das schön“ an. Die Überraschung, die Sensation war schon vor dem Abpfiff perfekt. Schwartaus Zweitliga-Handballer haben den Erstliga-Fünften HSG Wetzlar mit 33:30 (14:12) aus dem DHB-Pokal geworfen und dürfen nun im Achtelfinale auf Kiel, den HSV oder die Löwen hoffen. „Hammergeil, wir wollten mit Ruhe und Disziplin so lange wie möglich dranbleiben. Denke, das ist gelungen“, freute sich Marcel Schliedermann, während Adrian Wagner in Anspielung auf den 2001er Pokaltriumph gegen die HSG trällerte: „Immer wieder Wetzlar . . . Aber so ist Pokal. Du bist Fünfter, spielst gegen eine Truppe aus dem Zweitliga-Niemandsland, die Halle ist halbleer, du führst, alles ist easy und dann geht nichts mehr.“

In der Tat. Die Partie plätscherte vor der Minuskulisse (976 kamen zuletzt in der Regionalliga) so vor sich hin, nahm den erwarteten Verlauf. 4:2, 6:3, 7:4. Wetzlar dominierte. Reichmann, Müller & Co. trafen nach Belieben. Doch der VfL biss sich wie ein Terrier an den Gästewaden fest, steckte Rückstände weg und war beim 12:12 (Wagner-Siebenmeter/25.) erstmals auf Augenhöhe. „Wir hatten in den ersten 15 Minuten zu viel Respekt“, fand Coach Torge Greve. Entscheidend: Keeper Mahncke (ab 21.) war in einer aufopferungsvoll kämpfenden Defensive dabei der Rückhalt, brachte so auch die Fans in Wallung. Als Hallensprecher HG Meyer forderte: „So Hansehölle, jetzt!“, Schult mit der ersten Führung (13:12/28.) zum Angriff blies, die 976 zum ersten Mal standen, Mahncke mit einem parierten Siebenmeter nachlegte, spürten alle: Hier geht heute ’was! Erst recht, als Podpolinski nach Wiederanpfiff mit dem fünften VfL-Treffer in Folge (!) aus dem 9:12 ein 15:12 (31.) zauberte. „Ab da hatten wir einen Lauf, egal, wer auf der Platte stand“, fand Torhüter Mahncke.

Beim 17:17 (36.) durfte Wetzlar hoffen, kurz. Dann brillierte, diktierte, harmonierte der VfL. Eine Augenweide: Was Wetzlar auch versuchte (3:3-, Manndeckung) der VfL hatte immer eine Antwort parat: Mal spielte Wagner auf Halbrechts, mal hebelte Tretow aus dem Rückraum die Abwehr aus, mal preschte Podpolinski als Spielmacher in Lücken, setzte Quade am Kreis klug in Szene oder traf sogar aus zwölf Metern. Wetzlar, der HSV-, der Magdeburg-Bezwinger, rieb sich zudem am Schwartauer Bollwerk, am bärenstarken Mittelblock (Waschul, Hansen) auf. Der VfL (ohne Zeschke und Hinrichsen) steckte sogar den Schliedermann-Ausfall (Beckenkammprellung) weg. Als Wagner fünf Minuten vor Schluss zum 29:25 traf schnupperte Schwartau an der Sensation, am erneuten Wetzlar-Wunder. Nach Quades fünftem Treffer war es vollbracht. „Und alle“, so Geschäftsführer Christian Fitze, „die wegen Dortmund gegen Real zu Hause geblieben sind, dürften sich maßlos ärgern.“

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