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Sport im Norden Siahaya führt Trittau zum Sieg
Sportbuzzer Sport im Norden Siahaya führt Trittau zum Sieg
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15:17 25.02.2019
Trittaus Prisklla Siahaya fügte Lüdinghausens Deutscher Meisterin Yvonne Li die ersten Einzelniederlage der Saison bei. Quelle: 54°/Christian Schaffrath
Trittau

Am Tag danach fiel jede einzelne Bewegung schwer. Und doch wirkte Priskila Siahaya bei ihrem Dienstbeginn um 10 Uhr noch ein wenig fröhlicher und beschwingter als ansonsten ohnehin schon. „Der Muskelkater ist schon sehr ausgeprägt“, verriet die 22-jährige Indonesierin, die in Trittau eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin in der Praxis von Badminton-Abteilungsleiterin Sabina Persson absolviert (und erst vergangene Woche ihre Zwischenprüfung ablegte). Aber ihre gute Laune und ihren Stolz über das, was die Bundesliga-Spielerin des TSV Trittau tags zuvor im Heimspiel gegen Union Lüdinghausen vollbracht hatte, konnte das nicht trüben. Im Gegenteil.

„Azubine“ Priskila Siahaya assistiert ihrer Chefin Sabina Persson in deren Zahnarztpraxis. Quelle: Christian Schlichting

„Ich wusste natürlich, dass ich gegen die amtierende Deutsche Meisterin spiele, die bei der DM sehr souverän den Titel geholt hatte“, blickte Siahaya auf ihr Dameneinzel gegen Yvonne Li zurück, „aber ich wollte mal zeigen, dass man gegen sie auch gewinnen kann.“ Dass die 20-jährige Norderstedterin Li, die 2015 von Hamburg nach Lüdinghausen wechselte, in der gesamten Saison noch nicht verloren hatte (10:0 Siege), „war mir ehrlich gesagt gar nicht bewusst. Ich wollte kämpfen, alles geben – und zeigen, dass man Ausbildung und Badminton-Bundesliga nebeneinander schaffen und dabei noch gut spielen kann.“

Sie zeigte es. In einem Match, von dem die Dauergäste unter den gut 100 Zuschauern sicher waren, „das beste Dameneinzel“ gesehen zu haben, „das je in Trittau gezeigt wurde“. Die derzeit wohl besten Einzelspielerinnen der Bundesliga lieferten sich ein „Match auf allerhöchstem Niveau“, wie auch Persson nach vielen langen, abwechslungsreichen Ballwechseln inklusive intensivster Netzduelle begeistert feststellte. Und natürlich war Siahayas Chefin froh, dass die 1,55 Meter kleine Indonesierin, die seit 2016 in Trittau spielt, lebt und im zweiten Jahr ihrer Ausbildung ist, schließlich nach fünf äußerst umkämpften Sätzen und fünf abgewehrten Matchbällen ihren zweiten nutzte. 12:14, 12:10, 9:11, 15:14 und 13:11 hieß es nach 121 gespielten Bällen (Durchschnitt sind etwa 80 pro Match), und Siahaya hatte – nach einem durchwachsenen Saisonstart mit 1:4-Siegen und einem „ernsten Gespräch“ mit Persson – ihren zehnten Einzelerfolg in Serie eingespielt. Und Trittau führte überraschend – und uneinholbar – mit 4:1. „Sie ist ein Mädchen mit sehr starkem Willen“, lobte Persson.

Siahaya ist nun seit dem 7. Oktober vergangenen Jahres im Einzel unbesiegt. Damals verlor sie im Hinspiel in Lüdinghausen. Gegen Li. Und Trittau unterlag mit 2:5. Dass die abstiegsbedrohten Stormarner diesmal den Spieß umdrehen konnten, lag auch an einer zuletzt häufig vermissten Stärke auf der Herrenseite, speziell in den Doppeln. Denn sowohl die Engländer David Jones/Matthew Clare als auch die „Ur-Trittauer“ Ary Trisnanto/Nikolaj Persson, die tags zuvor beim 3:4 gegen Wipperfeld noch enttäuscht hatten, setzten sich durch, zudem punkteten David Jones und der – als Einziger schon am Vortag erfolgreiche – Gergely Krausz in den Einzeln.

Stark verbessert am zweiten Tag des Wochenend-Doppelspieltages: Ary Trisnanto (l.) und Nikolaj Persson gewannen ihr Doppel gegen Lüdinghausen. Quelle: Agentur 54°

Da wäre es Jammern auf hohem Niveau gewesen, den Niederlagen nachzutrauern. Das Damendoppel war chancenlos, und im Mixed schien hintenraus bereits die Zeit zu drängen. Als die übrigen Spieler schon geduscht waren, standen (der phasenweise etwas ungeduldige) Ary Trisnanto und Jessica Hopton um 18.05 Uhr noch immer auf dem Court. Und bereits um 18.46 Uhr musste Hopton im Zug von Hamburg in Richtung Bremen sitzen, von wo aus die Briten den Rückflug nach London antreten wollten . . .

Erreichte gerade noch rechtzeitig ihren Zug in Hamburg: Die Engländerin Jessica Hopton. Quelle: Agentur 54°

Abteilungsleiterin Persson war trotz des somit verpassten dritten Punktes (den es für 6:1- oder 7:0-Siege gibt) insgesamt erleichtert: „Am Sonntagmorgen war der Kater nach der Niederlage gegen Wipperfeld schon sehr stark. Da dachte ich, wir schaffen den Klassenerhalt in diesem Jahr wohl nicht mehr. Aber dann kam der Sieg gegen Lüdinghausen. Damit war nicht zu rechnen. Und nun ist wieder alles möglich.“ Mit 15 Punkten haben die Trittauer zwei Zähler Abstand zu den Abstiegsplätzen. Nicht zuletzt, weil neben Dortelweil (1:6 in Refrath) auch Wipperfeld überraschend leer ausging, beim neuen Tabellenachten BW Wittorf in Neumünster 2:5 unterlag.

Wichtig wird nun der nächste Heimauftritt am 17. März gegen Beuel, denn eine Woche später folgen nur noch zwei schwere Auswärtsaufgaben beim 1. BC Bischmisheim und 1. BV Mülheim.

Statistik zum Spiel

TSV TrittauUnion Lüdinghausen 5:2

David Jones/Matthew Clare - Josche Zurwonne/Roman Zirnwald 7:11, 11:9, 11:8, 9:11, 11:2; Jessica Hopton/Kilasu Ostermeyer - Yvonne Li/Linda Efler 7:11, 2:11, 7:11; Ary Trisnanto/Nikolaj Persson - Kai Schäfer/Jelle Maas 11:7, 11:7, 9:11, 11:7; Gergely Krausz - Kai Schäfer 11:9, 6:11, 11:8, 11:8, Priskila Siahaya - Yvonne Li 12:14, 12:10, 9:11, 15:14, 13:11; Trisnanto/Hopton - Maas/Janssens 11:9, 8:11, 9:11, 11:8, 7:11, Jones - Zirnwald 11:5, 11:9, 11:5.

Christian Schlichting

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