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Sport im Norden Starkes Spiel, teuer bezahlter Sieg
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20:10 21.03.2016
Eichede

Erst die Vertragsverlängerung von Trainer Oliver Zapel, dann den Nachwuchs-„Störchen“ beeindruckend die Flügel gestutzt. Mit einem 2:0 (2:0)-Heimsieg im „Alles-oder- Nichts-Spiel“ gegen Holstein Kiel II bleibt Spitzenreiter SV Eichede weiter im Rennen um den Regionalliga-Aufstieg. Und doch konnte Zapel nicht rundum zufrieden sein. Denn Ian Prescott Claus verletzte sich schwer. Eine MRT-Untersuchung am Tag nach dem Spiel ergab, dass bei dem Stürmer, der sich erst im Dezember am Meniskus operieren lassen hatte, ein Kreuzband und der Meniskus gerissen sind und der Oberschenkelknochenkopf im Mitleidenschaft gezogen ist.

Damit steht nicht nur das vorzeitige Saison-Aus des Stürmers fest. „Das Schlimme ist, dass er auch darüber hinaus für unbestimmte Zeit ausfällt“, so Zapel. „Das ist der Super- GAU, das müssen wir erst einmal verdauen und nun noch enger zusammenrücken. Denn damit geht uns Geschwindigkeit verloren in der Offensive, nun müssen wir Angriffsfußball ohne ihn anders interpretieren.“

Zapel hatte Claus, aber auch dessen Sturmpartner Arnold Lechler, erst vor dem Topspiel gegen Holstein II in die Pflicht genommen. Was seine Wirkung nicht verfehlte, denn das SVE-Duo spielte groß auf.

Nachdem die Kieler (die zuletzt am 4. Oktober verloren hatten) in der ersten Viertelstunde mit dem SVE „Karussell gefahren“ waren (Zapel) und Fabian Arndt schon nach zwei Minuten den Pfosten getroffen hatte, fanden die Eicheder zu ihrer Linie und begeisterten die 250 Fans vor allem mit einer kämpferisch tadellosen Vorstellung. „Unser Plan ist aufgegangen. Da war alles dabei, was in einem Mannschaftssport wichtig ist“, lobte Fußball-Lehrer Zapel. „Ich kann mich nicht erinnern, schon mal so stolz auf meine Mannschaft gewesen zu sein.“ Und er trainiert die „Bravehearts“ bereits seit 2012.

Nachdem Claus seine ersten Chancen (23., 26.) noch ungenutzt ließ, hatte er in der 34. Minute seinen großen Auftritt. Zunächst behauptete Hamed Mokhlis (laut Zapel bester Spieler auf den Platz) den Ball, dann spielte Lechler (stark wie zu besten Regionalliga-Zeiten) diagonal auf seinen Sturmpartner. Claus düpierte den Kieler Louis Mandel, sein Linksschuss schlug flach ins rechte Eck ein.

Bitter: Der Torjäger, der seinen 14. Saisontreffer erzielte, blieb beim Jubel so unglücklich im Rasen hängen, dass er sich das rechte Knie verdrehte. Während Claus nach seiner Auswechslung (38.) behandelt wurde, musste Eudel Monteiro vor der Linie gegen Arndt klären, der per Nachschuss an SVE- Torwart Michél Thomä scheiterte. Als Claus dann Richtung Kabine humpelte, fiel das 2:0 durch Lechler (43.), der einen Konter über Mokhlis eiskalt abschloss. „Arnold hat wie schon im Hinspiel wie ein Brauereipferd gearbeitet und gezeigt, dass er auch alleine die Kieler Abwehr beschäftigen kann“, lobte Zapel.

Nach dem Seitenwechsel ließen die Hausherren bis auf eine Möglichkeit von Conrad Azong (75.) nichts zu. „Die Defensivleistung der zweiten Halbzeit habe ich meinen Jungs nicht zugetraut. Da waren Zweikämpfe dabei, als gäbe es keinen Morgen“, schwärmte der Trainer. „Das war ein neues Level für uns.“

„Wir wussten, dass die Kieler spielerisch besser sind. Wir haben super verteidigt“ befand Gerrit Schubring und stellte damit eine Qualität heraus, die nun wohl auch in den nächsten Wochen an Bedeutung gewinnen wird, wenn es darum geht, ohne Claus im Aufstiegsrennen zu verbleiben — und schon am kommenden Ostersonnabend (15 Uhr) im Landespokal-Halbfinale gegen Regionalligist ETSV Weiche Flensburg zu bestehen. Offensiv sieht sich nun auch Zapel gefordert: „Wir müssen eine neue Idee mit Torge Maltzahn und Marco Schubring erarbeiten, sobald sie uns wieder zur Verfügung stehen.“

Maltzahn stieg gestern wieder ins Training ein, bei Schubring aber müsse auch er „noch Geduld haben“, so der SVE-Trainer.

• Vor dem Spiel hatte Eichede die Verpflichtung von Offensivspieler Alexander Lening (20) von Verbandsligist Eintracht Groß Grönau bis 30. Juni 2018 bekanntgegeben.

Von Volker Giering

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