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Sport im Norden Stelzner erfüllt sich Hawaii-Traum
Sportbuzzer Sport im Norden Stelzner erfüllt sich Hawaii-Traum
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21:25 29.09.2018
Jan Stelzner gewinnt 2017 die Mitteldistanz-Landesmeisterschaft beim Lübecker 7-Türme-Triathlon. Quelle: LUTZ RÖSSLER
Lübeck

Der Countdown für Jan Stelzner läuft. In knapp zwei Wochen, am 13. Oktober, fällt für den 32-jährigen Triathleten der Startschuss bei der Ironman-WM auf Hawaii. Um 7.10 Uhr Ortszeit wird sich der Lübecker vom Strand in Kailua-Kona aus in den Pazifischen Ozean stürzen und die ultimative Herausforderung für jeden Langstrecken-Triathleten in Angriff nehmen.

3,86 Kilometer Schwimmen im offenen Meer, 180,2 km auf dem Rad und ein Marathon hat Stelzner dann vor sich. Und obwohl sich damit ein „ganz großer sportlicher Traum“ erfüllt, ist der Athlet von Trisport Lübeck noch immer recht gelassen. „Die große Hürde war die Qualifikation. Das Rennen jetzt ist eigentlich ein Bonus“, sagt der 32-Jährige, der seine gesamte Saison auf den Ironman in Hamburg Ende Juli ausgerichtet hatte – und dort tatsächlich auch sein Hawaii-Ticket holen konnte.

Acht Monate lang hat Stelzner gut 17 Stunden wöchentlich trainiert, 200-300 Kilometer auf dem Rad abgespult, ist 50-70 Kilometer gelaufen und 11-14 Kilometer geschwommen, hat in den letzten Wochen sogar im Becken noch Extra-Einheiten mit Trisport-Coach Detlef Chycny absolviert. Alles neben einem Vollzeit-Job.

Doch die Entbehrungen hat der Lübecker gern auf sich genommen. „Es zwingt mich ja niemand, es ist ein Hobby, das Spaß macht. Und ich habe das riesige Glück, dass meine Freundin Yvonne voll hinter mir steht und mich hundertprozentig unterstützt“, sagt der 32-Jährige.

Natürlich ist seine Yvonne auch auf Hawaii dabei – und „ist vermutlich aufgeregter als ich“, so Stelzner, für den die Freundin „immer absolute Priorität. Für sie lasse ich gern auch mal eine Trainingseinheit aus, wenn sie etwas mit mir unternehmen will.“

Und so lautet Stelzners wichtigstes Ziel auch, „einen schönen Urlaub mit Yvonne zu verbringen und das rennen zu beenden“. Doch bei genauerem Hinschauen ist das sicher nur die halbe Wahrheit, denn nur mitmachen ist nicht der wahre Anspruch des Lübeckers, der auf Nachfrage erklärt: „Das Traumziel wäre ein Ergebnis unter den Top 20 meiner Altersklasse – zumal meine Form im Moment unglaublich gut ist. Aber wenn das nicht klappt, geht die Welt nicht unter. Das schlimmste wäre für mich ein Rad-Defekt oder eine Disqualifikation.“

Die größte Angst des 32-Jährigen ist allerdings, „dass mein Rad nicht mit dem übrigen Gepäck ankommt. Ein Vereinskollege hat mir extra einen Radkoffer geliehen, damit unterwegs nichts kaputt geht“.

Sein Hightech-Sportgerät wird Stelzner wird der Ankunft auf Big Island am Freitag allerdings erst einmal nicht so dringend brauchen. „Am Sonnabend ist ein Test-Swim-Event am Kailua Pier, am Sonntag ein kleiner Volkslauf über 5 Kilometer, den viele WM-Starter als Training nutzen“, sagt der Lübecker.

Nebenbei will Stelzner mit seiner Yvonne auch unbedingt „die hawaiianische Küche probieren, vielleicht Tauchen gehen und die faszinierende Landschaft erkunden“. Wer aber glaubt, dass darunter die Vorbereitung auf die Ironman-WM leiden könnte, täuscht sich gewaltig. Denn wenn Stelzner beispielsweise davon redet, gemütlich einen Kaffee trinken zu gehen, denkt er dabei an einen Kaffee auf dem „Coffee Boat“. Das liegt allerdings ein Stück vor der Küste und wer dort seinen Kaffee genießen will, muss erst einmal 500 Meter bis zum Boot schwimmen...

Stelzner hat für seine WM-Premiere auch konkrete Zeiten im Hinterkopf, „aber die behalte ich lieber für mich“. Denn was ihn tatsächlich erwartet, weiß der 32-Jährige nicht. „Auf Hawaii hängt alles vom Wind ab. Besonders der gefürchtete Mukumu, ein unvorhersehbar aufkommender böiger Seitenwind mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h, kann das ganze Rennen durcheinander wirbeln“, sagt der Lübecker, der auch schon vor der Schwimmstrecke gewaltigen Respekt hat.

„Schwimmen ist sicher nicht meine Paradedisziplin – und Freiwasser ist noch immer ein Mysterium für mich. Mal läuft es super, mal gar nicht. Und im Salzwasser war ich etwa vor drei Jahren das letzte Mal unterwegs“, erklärt Stelzner. Aber da kann vielleicht der eine oder andere Extra-Kaffee helfen, sich an die Tücken des Pazifik zu gewöhnen...

Axel Wronowski

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