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Sport im Norden Teamchef Krause: Uns fehlte der große Wurf
Sportbuzzer Sport im Norden Teamchef Krause: Uns fehlte der große Wurf
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19:12 29.08.2018
Dennis Rohmann bereitet sich auf das Kreuzheben vor.
Herrnburg

Der Herrnburger AV hat zurzeit 13 Kraftdreikämpfer in seinen Reihen. Seit Jahren kämpft der kleine Verein aus der Gemeinde Lüdersdorf in der Bundesliga gegen die besten Teams Deutschlands. Der Kraftdreikampf setzt sich aus den Disziplinen Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben zusammen. Kraftdreikampf ist mit dem olympischen Zweikampf beim Gewichtheben (Reißen und Stoßen) vergleichbar. Im Interview spricht Teamchef Sascha Krause über die Saison, die größten Überraschungen und den Spagat zwischen Beruf, Training und Wettkampf.

Herrnburger Kraftdreikämpfer beenden Bundesliga-Saison auf Rang sieben.

Herr Krause, vorletzter Platz – Rang sieben in der Gruppe Nord der Kraftdreikampf-Bundesliga. Wie bewerten Sie die Saison des Herrnburger AV?

Sascha Krause: Insgesamt war die Bundesligasaison unserem Durchschnitt der vergangenen Jahre entsprechend. Was fehlte, war der ganz große Wurf. Beim Auftakt im Januar sind uns noch neue persönliche Bestleistungen gelungen. Die anderen beiden Bundesligawettkämpfe waren gut, aber im bundesweiten Vergleich nicht wirklich wettbewerbsfähig.

Klingt nicht so zufrieden, obwohl der HAV in diesem Jahr breiter aufgestellt war?

Die Leistungen werden auch stetig besser. Zum Beispiel konnten Eric Stockdreher, Dennis Rohmann, Martin Persen und ich uns deutlich gegenüber der vergangenen Saison steigern. Auch die restlichen Leute im Kader ziehen sehr gut mit. Und wir haben noch Nachwuchssportler, die sich die nächsten Jahre hoffentlich gut entwickeln. Was uns allerdings fehlt, sind Ausreißer nach oben.

Das heißt, der HAV ist in der Breite gut aufgestellt, aber Topathleten fehlen. Richtig?

Durch das Wertungssystem der Bundesliga (die besten drei Athleten eines Teams aus vier Sportlern werden gewertet/d. Red.) ist es für Mannschaften einfacher, die wenige, dafür sehr gute Sportler haben. Aber wir arbeiten weiter hart an uns und unserem Team. Alles andere können wir nicht beeinflussen, da wir weiterhin keine Gaststarter einkaufen wollen.

Wer war die größte Überraschung der Saison?

Am meisten überzeugt hat mich Eric Stockdreher. Ich betreue Eric nun schon seit 2014 und habe mich riesig gefreut, dass er in der dritten Bundesligarunde so richtig zünden konnte. Bei ihm gibt es noch weiteres Potenzial. Ähnlich sieht es bei Dennis Rohmann aus, unserem Schwergewicht. Auch er hat eine tolle Entwicklung genommen.

Der Herrnburger AV hat 13 Kraftdreikämpfer. Wie zufrieden sind Sie damit?

Sehr zufrieden. Ich denke, da wir alle ehrenamtlich dabei sind, ist es immer schwierig, den Spagat zwischen Beruf, Beziehung und sportlichen Ambitionen hinzubekommen. Das stellt viele Sportler und Verantwortliche vor große Herausforderungen.

Welchen Vorteil hat die Nähe zu Lübeck?

Es ist schon vorteilhaft, dass unser Verein sein Zuhause östlich von der Hansestadt Lübeck hat. Denn teilweise ist das Interesse von Sportlern, die im Hochschulsport oder in Fitnessstudios unterwegs sind, sehr groß. Allerdings ist es schwierig, die Balance zwischen gesundem Vereinsleben und der Dienstleistung Wettkampfsport zu finden. Da sehe ich mich als Verantwortlicher auch am Zug, die Sportler, die auswärts trainieren, ins Vereinsleben zu integrieren. In der Vergangenheit hat das aber immer ganz gut geklappt.

Interview: Steffen Oldörp

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