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Sport im Norden Testspiel: Der neue Deutsche Meister zu Gast in der Hansehalle
Sportbuzzer Sport im Norden Testspiel: Der neue Deutsche Meister zu Gast in der Hansehalle
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07:15 14.08.2018
Holger Glandorf (Mitte, im Test gegen Kiel) geht in seine siebte Saison bei Flensburg-Handewitt, gehört mit Kapitän Tobias Karlsson und Rechtsaußen Lasse Svan zu den dienstältesten SG-Spielern. Quelle: imago
Lübeck

In der vergangenen Saison trafen beide in der ersten Runde des DHB-Pokals aufeinander – und die SG Flensburg-Handewitt gewann (in Altenholz) deutlich mit 37:18. Diesmal treffen beide vier Tage vor der ersten Runde des K.o.-Wettbewerbs aufeinander, und einiges deutet darauf hin, dass sich der VfL Lübeck-Schwartau heute ab 18 Uhr besser aus der Affäre ziehen kann. Nicht nur, weil das Team von Torge Greve in der heimischen Hansehalle auf die Unterstützung seiner Fans bauen kann. Vor allem die aktuelle Form des neuen Deutschen Meisters lässt diese Vermutung zu. „Ich habe nicht erwartet, dass mit dieser neuen Mannschaft nach vier Wochen schon alles so funktioniert wie in der letzten Saison“, sagte SG-Meistertrainer Maik Machulla nach der deutlichen 22:31-Niederlage vom vergangenen Donnerstag gegen den THW Kiel.

Für Zweitligist VfL Lübeck-Schwartau und die Handball-Fans der Region steht heute das Highlight der Saisonvorbereitung auf dem Plan: Die SG Flensburg-Handewitt tritt um 18 Uhr als amtierender Deutscher Meister in der Hansehalle an. Von sechs Neuzugängen fehlt nur einer. Beim VfL fällt derweil Martin Waschul voraussichtlich mehrere Wochen aus.

Neu sind gleich sechs Spieler. Fünf davon werden heute in Lübeck dabei sein, der norwegische Mittelmann Göran Johannessen musste sich vor vier Wochen einer OP im linken Sprunggelenk unterziehen und fällt noch etwa zwei Monate aus. Ansonsten sind aber alle Spieler wieder fit, auch die zuletzt angeschlagenen Rasmus Lauge und der neue SG-Kapitän Tobias Karlsson. Neu dabei sind die Kreisläufer Johannes Golla (Melsungen) und Simon Hald (Aalborg) und der Norweger Magnus Jöndal als Konkurrent für Linksaußen Hampus Wanne. Komplett neu besetzt ist die Torhüter-Position. Benjamin Buric (Wetzlar) und der Norweger Torbjörn Bergerud (Holstebro) bilden ein äußerst unterschiedliches Torhüter-Gespann. Was Buric ganz salopp formuliert („Ich bin Jugo, Torbjörn ist Skandi“) und Machulla so beschreibt: „Buric hat in Wetzlar eine sehr offensive Deckung vor sich gehabt, bei unserer 6-0 ergeben sich andere Wurfsituationen, ist das Zusammenspiel mit dem Mittelblock bei Rückraumwürfen wichtiger. Und das macht Torbjörn derzeit noch etwas besser.“

Auf das Spiel in der Hansehalle, das dank des beidseitigen Engagements von Sponsor Jacob Cement zustande gekommen ist (s. links), freut sich der SG-Trainer: „Es ist genau richtig, um sich auf den Pokal vorzubereiten.“ Das gilt für die Flensburger, die am Samstag gegen Zweitligist Nordhorn-Lingen spielen. Aber auch für den VfL, der in Hildesheim auf Erstligist SC Magdeburg trifft.

Ein Test auf höchstem nationalen Niveau – besser hätte das Timing auch für VfL-Trainer Torge Greve nicht sein können: „Abgesehen davon, dass der Deutsche Meister ja nicht alle Tage in die Hansehalle kommt, der Verein gut ’was auf die Beine gestellt hat und es hoffentlich ein schöner, runder Tag wird, ist das Spiel für uns natürlich eine gute Generalprobe auf höchstem Niveau vor unserer Pokal-Aufgabe.“ Dabei dürfen sich die Zuschauer auf alle drei VfL-Neuzugänge freuen, neben Dadi Runarsson und Marcel Möller auch „Heimkehrer“ Finn Kretschmer. Nicht spielen werden Toni Podpolinski (weiterhin Knieprobleme) und Sebastian Damm, der nach seiner Bänderdehnung ebenfalls noch nicht wieder im Mannschaftstraining ist. Eine Hiobsbotschaft gibt es zudem von Martin Waschul. Seine Daumenverletzung aus dem Turnierspiel in Hildesheim gegen TuS N-Lübbecke entpuppte sich als Bruch mit knöchernem Ausriss. Zwar steht nach einer MRT- Untersuchung fest, dass der VfL-Abwehrchef nicht operiert werden muss. Dass er mehrere Wochen ausfällt , scheint aber sicher.

Da ist Greves Wunsch für heute umso verständlicher: „Die Hauptsache ist, dass sich keiner verletzt.“ Obwohl er davon ausgeht, dass die SG „auch mit ihren vielen Neuen sportlich eine Nummer zu groß“

sein dürfte, betont er doch: „Wir wollen schon alles investieren, um gegen den Meister agieren und für ein adäquates Ergebnis sorgen zu können. Wir wollen unseren Spielrhythmus finden und umsetzen, was wir uns im Training erarbeitet haben.“ Und er verspricht: „Alle Spieler bei uns ziehen im Training voll mit – und somit haben sich auch alle ihre Einsatzzeiten verdient.“

Nachgefragt: VfL braucht breitere Basis

Gespräch mit Boy Meesenburg (Jacob Cement) Beirats-Vorsitzender bei der SG Flensburg-Handewitt sowie Gesellschafter und Sponsor beim VfL Lübeck-Schwartau

Herr Meesenburg, die SG Flensburg- Handewitt gilt als Ihre große Liebe – was ist der VfL für Sie?

Auf jeden Fall mehr als eine Affäre. Man kann sagen, eine kleine Schwester des großen Bruders. Die Liebe zur SG hat sicherlich etwas tiefere Wurzeln und ist natürlich eng verbunden mit meiner lang andauernden geschäftlichen Verbindung und meinem Aufwachsen in der Heimatstadt. Die Liebe zum VfL resultiert aus einem langen Aufenthalt während meiner weiteren Ausbildung in Lübeck bzw. Bad Schwartau.

Was fasziniert Sie als Unterstützer des Handballs in Flensburg und Lübeck?

Der Handballsport insgesamt ist für mich der schönste Mannschaftssport, den es gibt. Wir unterstützen ja auch nicht nur in Flensburg und Lübeck, sondern auch in Schwerin oder auf der Insel Usedom, überall dort, wo wir unser Geschäft haben. In Lübeck und Flensburg ist es natürlich eine besondere Leidenschaft, es ist auch ein bisschen Hobby dabei. Es ist ja nicht nur Sponsoring, sondern auch persönliches Engagement und persönliches Geld. Ich habe einfach sehr viel Freude an diesem Sport insgesamt.

Wie schätzen Sie die Entwicklung des VfL in den vergangenen Jahren ein?

Ich glaube, dass wir Geduld haben müssen. Wir haben jetzt gerade seit einem Jahr professionelle Strukturen. Wir sind in Flensburg jahrelang zwischen 2. und 1. Liga hin- und hergependelt. Ich glaube, der VfL ist mittlerweile eine der Spitzenmannschaften der 2. Liga und muss dies dauerhaft festigen. Wir brauchen eine breitere Basis im Zuschauer- und Sponsorenbereich. Man sollte so etwas nicht zu schnell voranpeitschen, sondern sich zunächst mal ein Fundament erarbeiten. In diesem Prozess befinden wir uns.

Glauben Sie, dass der VfL irgendwann in die Bundesliga aufsteigen und sich dort etablieren kann?

Ja, das glaube ich. Die Möglichkeiten sind da, aber die Rahmenbedingungen für einen dauerhaften Platz in der 1. Bundesliga erfordern auch ein sehr professionelles Umfeld und sicherlich auch irgendwann eine andere Sportstätte, um die Einnahmen zu generieren, die für einen Etat in der 1. Bundesliga nötig sind. Letztendlich ist es natürlich ein Etat-Thema, natürlich auch ein Thema des Umfelds. Es geht auch um Management, es geht um Geschäftsführung und den Beirat. Es wird natürlich nicht von heute auf morgen möglich sein, aber mittelfristig glaube ich, dass wir wieder einen Platz in der 1. Liga haben könnten.

Vor dem Spiel

Autogrammstunde: Bereits ab 15.45 Uhr stehen die Spieler beider Teams vor der Halle für Autogramme zur Verfügung, auf der Empore des Hallenzugangs werden dafür Tischreihen aufgestellt.

„Open Bus“: Vor der Hansehalle steht der Mannschaftsbus des VfL zur Besichtigung und für Fotos bereit.

Einlass: 16.30 Uhr.

Anwurf: 18.00 Uhr.

Vorverkauf: 1600 Tickets wurden im Vorfeld der Partie abgesetzt. Heute sind noch Karten in allen Kategorien erhältlich.

Eintrittspreise: Tickets kosten – wie bei VfL- Zweitliga-Spielen – für Erwachsene 12 bis 17 Euro, Jugendliche zahlen im Außenblock 10, im Innenblock 12 Euro.

Einlaufkinder: Jugend-Handballer des TSV Pansdorf und TSV Schlutup.

Dauerkarten: In der Hansehalle gibt es heute die Möglichkeit, seine Dauerkarte zu ordern. Über 1100 Saisontickets sind verkauft. Erwachsene: 265/299 €, ermäßigt 199/239 €, Jugendliche 165/199 €. Zudem verschiedene Familienangebote.

ing

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