Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Sport im Norden Tokio 2020 schon im Fokus
Sportbuzzer Sport im Norden Tokio 2020 schon im Fokus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:10 23.08.2018
Schlagfrau im deutschen Doppelvierer: Frieda Hämmerling (21) will mit ihrer Crew um Weltmeisterschafts-Gold rudern. Quelle: Foto: Detlef Seyb/drv
Ratzeburg

„Hoffentlich wird’s eine goldene“, sagt die 21-Jährige, die 2017 bei ihrer Premiere im Frauen-Nationalteam mit dem Doppelvierer als Vierte das Podest bei der WM in Florida knapp verpasst hatte. In diesem Jahr standen nach einer Umbesetzung zwei Weltcupsiege auf dem Konto. Die Schlagfrau von der RG Germania Kiel gilt im Quartett mit Marie-Cathérine Arnold (Hannoverscher RC), Franziska Kampmann (RV Waltrop) und Carlotta Nwajide (DRC Hannover) ebenso als Top-Medaillenkandidat wie der Männer-Vierer und der seit eineinhalb Jahren ungeschlagene Männer-Achter.

Die Ausdauer-Trainingslager sind absolviert, in Ratzeburg holen sich Deutschlands Ruderer den Feinschliff für die Weltmeisterschaft in Bulgarien. Der Leitende Bundestrainer Ralf Holtmeyer erhofft sich vier bis fünf Medaillen in den olympischen Bootsklassen – eine davon könnte die ehemalige Ratzeburger Sportinternatlerin Frieda Hämmerling holen.

„Und Oliver Zeidler ist für uns wie ein Sechser im Lotto, der wie Kai aus der Kiste kam“, verweist Holtmeyer auf den neuen Gesamtweltcup-Sieger im Einer aus Schwaig bei Nürnberg: „Mit U23-Weltmeister Tim-Ole Naske und Oliver haben wir jetzt ein echtes Luxusproblem, wobei Oliver als Ex-Schwimmer noch gar nicht so lange rudert. Beide sind 22 Jahre jung, aber Oliver bringt mit 2,03 Metern und gut 100 Kilo wesentlich bessere Voraussetzungen mit.“ Naske ist „nur“ 1,83 m groß und wiegt 84 kg.

„In diesen vier Bootsklassen sind wir sehr gut aufgestellt“, meint Holtmeyer mit Blick auf die WM in Plovdiv (9.-16. September). Längst im Hinterkopf hat er schon die Olympischen Spiele 2020 in Tokio: „Wer weit springen will, muss einen langen Anlauf nehmen“, sagt der Bundestrainer, der sich im Hinblick auf Japan auch bereits intensiv mit dem Nachwuchs beschäftigt hat. „Der Frauen-Riemenbereich ist noch unsere offene Flanke“, weiß Holtmeyer. Die Hoffnung kommt aus Übersee: „Wir haben viele Athleten, die mit Stipendien von amerikanischen Universitäten gelockt worden sind. Ich hoffe, dass einige zu Olympia zurückkommen werden.“

Die Vorbereitung auf 2020 beginnt spätestens im Herbst. „Schon jetzt ist aber mehr Zug drin“, hat Hämmerling beobachtet. „Einige, die pausiert haben, sind wieder dabei und erhöhen die Konkurrenz.“

Tokio 2020 ist das große Ziel der Holsteinerin, die 2012 als 15-Jährige zu Trainer Marc Swienty aufs Ratzeburger Sportinternat gekommen war, und 2015 in Rio de Janeiro bei der U19-WM im Doppelzweier mit Annemieke Schanze (Ratzeburger RC) Gold gewann.

Um 2020 im Frauen-Doppelvierer um Gold mitrudern zu können, muss Hämmerling als Lehramts-Studentin ein Jahr pausieren: „Da der Doppelvierer in Berlin stationiert ist, muss ich fünf Tage die Woche dort sein. Aus zeitlichen Gründen und weil die Ausbildung in Hamburg und Berlin nicht kompatibel ist, muss ich wohl drei Urlaubssemester einreichen.“

Rund 1300 Euro beträgt die monatliche Sportförderung zurzeit für die Ruderin, dafür muss sie allerdings dann als „Profi“ zwei Zimmer in Hamburg und Berlin finanzieren. „Wenn man dann hört, dass manche Fußballer bei weniger Trainingsaufwand 140000 Euro pro Woche bekommen, ist das schon frustrierend. Aber das Rudern macht mir einfach Spaß, und bis 2020 ziehe ich das auch durch“, hofft Frieda Hämmerling auf eine Olympia-Medaille in Japan.

Christoph Staffen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Siebenkampf für jedermann bei BW Grevesmühlen.

23.08.2018

Landesliga Holstein SpVg Eidertal Molfsee – TuS Hartenholm (Sa., 15.00). Unter der Woche siegte Hartenholm im Kreispokal bei der SG Oering-Seth mit ...

23.08.2018

Es geht wieder rund unterm Hallendach: Während die Handball-Profis in den drei Bundesligen am Wochenende bereits in die neue Saison starten und sich die Amateure im Männer- und Frauenbereich in der 1.

23.08.2018