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Sport im Norden Toller Travemünde-Showdown
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23:10 30.07.2018

Zieleinlauf der Youth Champions League. Die letzten Meter. Die J/70-Boote des Kongelig Dansk Yachtklub aus Kopenhagen und des Bodensee-Yacht-Club Überlingen fliegen von rechts und links auf die Ziellinie zu. Am Travemünder Strand verfolgen Segler und Sehleute den finalen Akt gebannt vor der LED-Wand. „Reicht das? Reicht das? Überlingen muss noch Halsen“, flippt Oliver Schwall im Studio fast aus. Es reicht. Mit einem halben Meter Vorsprung quert die Bodensee-Crew als erste die imaginäre Linie. Jubelschreie an Bord. Steuermann Konstantin Steidle springt in die Ostsee. Und ZDF-Frontmann Alexander Ruda senkt die Stimme: „Was für ein Finale in der Lübecker Bucht. Ein toller Showdown.“

Der begann mit den letzten Läufen der 18 U21-Teams aus acht Nationen am Vormittag und der Entscheidung: Kein Finale in der Trave. „Die Windrichtung passt nicht“, erklärt Projektleiter Joachim Hellmich, „außerdem müssen wir auf die Seebrise am Nachmittag warten.“ Die stellte sich pünktlich um 14.30 Uhr ein, eine Stunde vor Regattaschluss. Premiere für den neuen Finalmodus. Am Start: Die vier Top-Teams der Qualifikation. Der Ablauf: Maximal vier kurze, knackige Rennen. Wer zuerst zwei Siege hat, gewinnt. Kopenhagen startet als Quali-Erster mit dem Vorsprung eines Sieges.

Doch das reichte nicht. Für den neuen Modus schon. „Ein Volltreffer, sensationell, Schiff versenkt“, ist Projektchef Hellmich begeistert. Auch Liga-Erfinder Schwall: „Der Spannungsbogen war top.

Travemünde war ein Vorzeige-Race.“ Der neue Finalmodus werde jetzt für den Weltverband World Sailing aufbereitet. „Travemünde könnte eine Blaupause für WM und Olympia werden“, sagt Schwall, der auch an der neuen Junioren-Champions-League festhalten will. Er sieht in der Liga „Riesenpotential“. Ziel sei jetzt, eine Serie in Europa aufzubauen. Und: „Wir möchten das Thema Inklusion mit aufnehmen, die J/70-Boote eignen sich dafür.“

Die neue Junioren-Liga kommt auch bei den Protagonisten selbst an: „Die Qualität in der Breite war sehr gut“, meinte der Überlinger Steidle, „alle fanden das Event cool. Auch, dass es in so ein Volksfest eingebunden war. Die Leute haben uns von der Meile zugejubelt. Das kennen wir so nicht.“ Steidle steigt jetzt wieder in den olympischen 470er um, will in zwei Wochen die Junioren-WM segeln.

„Mein Saison-Höhepunkt.“

Auch beim Lübecker Yacht- Club gehen nach der CL-Premiere die Daumen hoch. Das Team mit Michael Fechner (20), Linus Döpp (18), Antonia Fechner (17) und Annika Kannengießer (21) beendete die Regatta auf Platz neun, verblüffte damit sogar Trainer Uwe Schimanski: „Damit habe ich nicht gerechnet. Sie haben nur eine Woche gemeinsam trainiert.“Auch Steuermann Fechner war „mehr als zufrieden. Top zehn ist super, wir haben gedacht, es gibt ordentlich auf die Backen.“ Der 20-Jährige macht sich für das Projekt Junioren-Team im eigenen Club stark. Denn viele Mitglieder sehen das eher skeptisch: „Das ist ein tolles Sprungbrett und Auffangnetz für diejenigen, die aus den Jugendbooten umsteigen, oft nicht wissen wohin und mit dem Segeln aufhören.“ Die Botschaft ist beim Bundesliga-Teammanager Maximilian Gebhard schon angekommen: „Die Champions League war für uns auch ein interner Testlauf. Das war top. Wir bauen das Junioren-Liga- Team aus.“

Jens Kürbis

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