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Sport im Norden Trittau geht „positiv“ ins Kellerduell
Sportbuzzer Sport im Norden Trittau geht „positiv“ ins Kellerduell
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22:04 27.10.2018
Trittaus englischer Doppelspezialist Matthew Clare könnte heute im Mixed erstmals in der Bundesliga auf seine Freundin Victoria Williams treffen.   Quelle: JÜRGEN NUPPENAU
Trittau

Als wäre das Duell gegen den ewigen Landesrivalen nicht schon Ansporn genug: Wenn Badminton-Bundesligist TSV Trittau am Sonntag (15 Uhr) in der heimischen Gymnasium-Sporthalle die Gäste von BW Wittorf aus Neumünster empfängt, geht es nicht nur um die seit jeher prestigeträchtige Frage, wer die Nummer eins im Lande ist. Mindestens genauso bedeutsam ist das Spiel mit Blick auf die Tabelle.

Der Vorjahresvierte, der zum zweiten Mal in Folge beim Final Four der vier besten deutschen Badminton-Teams dabei war, hat einen kapitalen Fehlstart in seine sechste Erstliga-Saison hingelegt, ist Tabellenschlusslicht. Und das einzige Team, an dem die Trittauer an diesem sechsten Spieltag vorbeiziehen können, sind die Liga-Neulinge aus Wittorf, gegen die es zum ersten Erstliga-Duell kommt.

Wittorf noch ohne Saisonsieg

„Natürlich ist das schon ein besonderes Spiel“, gibt auch Jonathan Persson unumwunden zu und blickt dabei nicht auf die Tabellenkonstellation. Über Jahre haben sich beide Klubs einen Wettlauf um die Vorherrschaft in Schleswig-Holstein geliefert, auch die Frage, wo die Nachwuchsspieler von welchen Trainern und bei welchem förderungswürdigen Status trainiert werden, hat nicht eben zu einem freundschaftlichen Verhältnis beigetragen – und endete letztlich damit, dass die Trittauer sich dem Hamburger Verband anschlossen.

Die Fehlstarts beider Teams – Trittau gewann erst einmal und ging ansonsten bei vier 2:5-Niederlagen zuletzt auch in Lüdinghausen leer aus, Wittorf hat noch gar nicht gewonnen und doch schon viermal dank knapper 3:4-Niederlagen jeweils einen Punkt geholt – macht das Duell zu einem „extrem wichtigen Spiel für uns und es wird nicht einfach“, weiß Persson, der zuletzt mit einem geschwollenen Knie sein Trainingspensum etwas reduzieren musste. „Wittorf hat keinen überragenden Spieler, keiner ragt heraus, aber sie sind insgesamt gut aufgestellt.“

Beim TSV ragt Joachim Persson als ehemaliger Weltranglisten-Sechster heraus, der zwar mit 35 Jahren nicht mehr voll im Saft steht, aber das Spitzeneinzel bestreiten und mit seiner Erfahrung auch als Coach mithelfen soll. Gergely Krausz ist wegen eines Turnierstarts in Ägypten nicht dabei.

Victoria Williams spielt mit BW Wittorf beim TSV Trittau und voraussichtlich gegen ihre internationale Doppelpartnerin Jessica Hopton – und eventuell auch gegen ihren Freund Matthew Clare. Quelle: Victoria Williams

Spezielles Duell eines englischen Pärchens

Dafür aber wieder Matthew Clare. Und für den 21-jährigen Engländer verspricht es aus einem zusätzlichen Grund ein ganz besonderer Sonntag zu werden. Denn er kommt nicht nur gemeinsam mit Victoria Williams (23) aus dem Wittorfer Team per Flieger via Hamburg nach Trittau. Beide sind international gemeinsam am Start, als Mixed aktuell die Nummer 127 der Weltrangliste. Und sie sind auch außerhalb des Courts ein eingespieltes Team, seit zweieinhalb Jahren ein Paar. Beide studieren an der Loughborough University, er Medizinische Chemie, sie Arbeitspsychologie.

„Ich hoffe, wir spielen gegeneinander, aber das entscheidet natürlich die Teamtaktik“, sagt Clare, der bisher „erst einmal auf einem internationalen Turnier vor einigen Jahren gegen Viki gespielt“ hat. Aus den jüngsten gemeinsamen Erfolgen, darunter das Erreichen des Viertelfinals jüngst beim Turnier in Tschechien, weiß er ihre Qualitäten zu schätzen: „Sie ist sehr stark am Netz.“ Was übrigens auch Trittaus Jessica Hopton bestätigen kann. Sie und Williams spielen auf der internationalen Tour regelmäßig als Damendoppel – und nun vermutlich ebenfalls gegeneinander.

Clare bleibt seinem Motto treu

Bei den Trittauern ist zudem auf der Damenseite Kilasu Ostermeyer für Damendoppel und wohl auch das Mixed am Start, Priskila Siahaya geht als klare Favoritin in das Match gegen Stine Küspert (wenn nicht überraschend die Dänin Anne Hald Jensen erstmals aufgeboten wird). Auf der Herrenseite sind neben den Perssons auch Ary Trisnanto und natürlich Matthew Clare dabei. Der sagt voraus: „Es wird sicher ein sehr knapper Vergleich, aber Trittau wird gewinnen.“ Ob’s zum 5:2-Sieg reicht, bleibt abzuwarten. Aber Clare bleibt seinem Motto treu, das da lautet: „Mach’s wie ein Proton: sei positiv.“

Christian Schlichting

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