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Sport im Norden Trittauer Duo verliert DM-Finale: „Eine heftige Erfahrung“
Sportbuzzer Sport im Norden Trittauer Duo verliert DM-Finale: „Eine heftige Erfahrung“
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21:10 05.02.2018
Bielefeld

Durch die Urkunde in ihren Händen hatten sie es schriftlich: Kilasu Ostermeyer und Nikolaj Persson sind aktuell das zweitbeste deutsche Mixeddoppel Deutschlands. Doch stolz waren sie darauf nicht, so kurz nach dem verlorenen Finale. Die Enttäuschung war noch nicht gewichen, und die Urkunde sorgte lediglich dafür, dass sie bei der Ehrung der Mixed-Meister Olga Konon und Peter Käsbauer nicht klatschen, sondern nur mit der freien Hand ihren Applaus auf dem Oberschenkel andeuten konnten.

Nach Platz drei diesmal die Vizemeisterschaft: Kilasu Ostermeyer und Nikolaj Persson aus dem Bundesliga-Team des TSV Trittau haben ihr Vorjahresergebnis bei der Badminton-DM zwar getoppt. Dennoch überwog zunächst die Enttäuschung, als sie nach gewonnenem ersten Satz das Finale doch noch gegen Peter Käsbauer/Olga Konon verloren hatten.

Es war eine Finalniederlage, die noch lange nachwirkte. „Ich habe kaum geschlafen“, verriet Persson gestern. „Das Finale war eine heftige, außergewöhnliche Erfahrung“, sagte der 26-Jährige, der keineswegs unerfahren ist mit Finalspielen. Das letzte gewann er allerdings bereits 2009. Damals noch in der U19-Altersklasse, als Abschluss einer äußerst erfolgreichen Jugendzeit mit fünf DM-Titeln und dreimal Silber.

Jetzt war es das erste Finale im Erwachsenenbereich für ihn und Ostermeyer, nach Platz drei im Vorjahr. Und sie waren dicht dran am Titel. Nach 20 Minuten hatten sie den ersten Satz recht sicher mit 21:16 gewonnen, dabei nach dem 2:2 stets vorn gelegen. Doch dann spielte der Kopf mit. „Plötzlich denkst du, es fehlt nur noch ein Satz bis zum Titel“, so Persson. Die Folge: Er schlug „einen Tick schlechter“ auf, über 0:3 gerieten sie beim 3:8 vorentscheidend in Rückstand, „war der Flow, den wir bis dahin hatten, vorbei“. Beide, Persson und Ostermeyer, waren die angriffslustigeren Spieler.

Doch was in Durchgang eins meist zu einem guten Ende führte, scheiterte nun, weil die Aufschläge etwas zu hoch, die Angriffsschläge nicht mehr konstant sicher kamen, sich zusehends Fehler einschlichen. Beim 9:17 war der Satz weg. Das Bischmisheimer Duo wurde immer sicherer, gewann Durchgang zwei mit 21:14 und ließ die Trittauer auch im dritten Satz nicht mehr dichter als auf einen Punkt herankommen. Nach dem 14:19 machten Persson/Ostermeyer zwar noch einmal vier Punkte in Folge. Doch als dann die 20-jährige Deutsch-Thailänderin einen Ball mit dem Schlägerrahmen traf und der nächste im Netz hängen blieb, war das Match nach 59 Minuten verloren.

„Ich finde, dass wir beide gut gespielt und das Beste gegeben haben. Aber manchmal gehört auch ein bisschen Glück dazu“, tröstete sich Ostermeyer. Die Tochter einer Thailänderin und eines Deutschen, die zu den besten Jugendspielerinnen Asiens zählte, bevor sie im April 2016 über ihre erste Deutschland-Station am Bodensee schließlich in Trittau landete, hatte tatsächlich auch in Bielefeld ihre seither stetig steigende Formkurve bestätigt, die sie längst zur Punktegarantin im Bundesliga-Team an der Seite von Iris Tabeling werden lassen hat.

„Vor drei Monaten hätten wir das Spiel wohl verloren“, mutmaßte derweil Sieger Peter Käsbauer. Erst ab Dezember hatten er und Konon sich auf internationalen Turnieren intensiv eingespielt, zuletzt die Estonian Open und davor das Turkey International gewonnen und somit vor der DM elf internationale Spiele in Folge gewonnen.

Anders als das Trittauer Duo, das selbst in der Bundesliga in dieser Saison bisher nur zweimal als Mixed antrat. „Ich denke, wir haben mit der Vizemeisterschaft gute Argumente geliefert für die Bundesliga, denn wir haben bei der DM auf einem neuen Level gespielt“, gelang es Persson schließlich doch noch, die positiven Aspekte des Wochenendes zu erkennen. „Das war ein extrem gutes, sehr ansehnliches Match.“ Bis zum Samstag will er die vielen Eindrücke und die „Enttäuschung abgehakt haben“. Dann geht’s in eigener Halle gegen Dortelweil um wichtige Punkte auf dem Weg in die Playoffs.

Vielleicht ja mit einem Mixed Persson/Ostermeyer.

DM-Finals in Bielefeld

Mixed: Peter Käsbauer/Olga Konon (Bischmisheim) - Nikolaj Persson/Kilasu Ostermeyer (Trittau) 16:21, 21:14, 21:18.

Dameneinzel: Luise Heim (Beuel) - Yvonne Li (Lüdinghausen) 17:21, 23:21, 21:6.

Herreneinzel: Max Weißkichen (Beuel) - Kai Schäfer (Lüdinghausen) 22:24, 22:20, 21:14.

Damendoppel: Isabel Herttrich/Carlka Nelte (Bischmisheim/Refrath) - Johanna Goliszewski/Lara Käpplein (Mülheim) 21:13, 21:16.

Herrendoppel: Jonas Jansen/Josche Zurwonne (Wipperfeld/Lüdinghausen) - Peter Käsbauer/Johannes Pistorius (Bischmisheim/Freystadt) 21:15, 25:23.

ing

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