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Sport im Norden VfB: Rote Karte für die Denkhaus-Idee
Sportbuzzer Sport im Norden VfB: Rote Karte für die Denkhaus-Idee
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12:36 19.12.2012
Stefan Denkhaus bekam eine Abfuhr für seinen Plan, dem VfB die Regionalliga zu erhalten. Quelle: Maxwitat
Lübeck

Man kann nicht sagen, Stefan Denkhaus, vorläufiger Insolvenzverwalter in Sachen VfB Lübeck, würde nicht alles versuchen, um die VfB- Aktie wieder auf Kurs zu bringen. Und dabei macht er nicht einmal Halt vor den „Geboten“ des DFB: trotz aller Widrigkeiten will er dem Klub die Regionalligazugehörigkeit retten – und dafür sah er gestern die Rote Karte.

Der Jurist hatte zur großen Runde in seine Hamburger Kanzlei gebeten. Anlass: Interpretation des Paragraphen 6 der Spielordnung des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV, organisiert die Regionalliga Nord), der vorsieht, dass ein Klub in der Insolvenz zum Zwangsabstieg verdammt ist – verbunden mit der Annullierung sämtlicher Ergebnisse. Vom VfB saßen mit am Tisch Aufsichtsrat Rolf Oberbeck und Geschäftsstellenleiter Florian Möller, für den NFV dessen Vizepräsident Hans- Ludwig Meyer, Siegfried Steffensen, Vorsitzender des Verbandsgerichts, Jürgen Stebani, Spielausschussleiter, und Jörn Felchner, SHFV-Geschäftsführer und Jurist. Der Gastgeber selbst und VfB-Finanzvorstand Uwe Walter kamen erst mit einiger Verspätung hinzu.

Beide sind Verfechter des Regionalligaklassenerhalts um jeden Preis. Walter hatte das mal so begründet: „Die Liga ist einfach attraktiver – auch und gerade für potentielle Partner und Sponsoren. Und sie erleichtert auch die Kaderplanung. Wenn wir die Wahlmöglichkeit haben, sollten wir die Regionalliga nicht wegschenken.“

Denkhaus sieht in der Formulierung des Paragraphen 6 (siehe Hintergrund) eine Chance. Es geht um den Begriff „Insolvenzverfahren“. Der Anwalt aber spricht von „Insolvenzplanverfahren“ im Zusammenhang mit dem VfB – und versucht da den Hebel anzusetzen. Das Verbandsquartett zeigte ihm für diesen Vorstoß aber deutlich die Rote Karte: keine Chance – und selbst wenn die Formulierung geändert würde, dann sicher nicht sofort. Für den VfB gelten die bestehenden Regeln. Und das bedeutet: ab 27. Januar, dem Rückrundenstart, gibt’s nur noch „Freundschaftsspiele“ für Tabellenschlusslicht Grün- Weiß, Punkte werden nicht vergeben. Es besteht sogar die Gefahr, dass Gegner die Reise nach Lübeck einfach nicht antreten, stattdessen lieber 2500 Euro Strafgeld zahlen (Rechts- und Verfahrensordnung, §7 - schuldhaftes Nichtantreten). Das kann sich jeder Regionalligist zweimal pro Saison erlauben, ohne aus der Liga entfernt zu werden. Interessant, wie die Beteiligten gestern nach dem Denkhaus-Date reagierten. Alle Teilnehmer erklärten unisono: „Kein Kommentar, Herr Denkhaus gibt Auskunft.“ Bis zum Redaktionsschluss wehrte der Insolvenzverwalter aber alle LN-Kontaktversuche erfolgreich ab.

jr

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