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Sport im Norden Weltcup-Heimspiel für Noelani Sach
Sportbuzzer Sport im Norden Weltcup-Heimspiel für Noelani Sach
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20:10 29.06.2017
Scharbeutz

Das Paddel in der Hand, das 3,80 Meter lange Board unterm Arm, stürmt Noelani Sach los. Rein in den Großen Eutiner See, rauf aufs Board, Gleichgewicht finden, ein paar Schläge. Wieder raus aus dem Wasser. Kurz Durchpusten. Start. Sprint in den See. Eine Dauerschleife. Die Eutinerin beim Training mit ihrem Vater Frithjof. Es ist ein letztes Üben, bevor heute vor Scharbeutz der „Mercedes Benz SUP World Cup“ beginnt.

Stand Up Paddling, die 19-Jährige ist neben Titelverteidigerin Sonni Hönscheid (Sylt) die deutsche Hoffnung in der Trendsportart. 40 Profis aus 14 Nationen haben für das weltgrößte SUP-Spektakel gemeldet, „dazu kommen noch rund 20 Einheimische“, ist sich Event- Sprecher Sven Kaatz sicher. Scharbeutz ist der vierte von acht Stopps der World-Tour, eingebettet zwischen Hawaii und Tokio sowie New York und Hainan (China).

Für Noelani ist es der erste Weltcup in diesem Jahr. Als Vorjahresfünfte und 2014-Europameisterin des Verbandes Association Paddlesurf Professionals (APP) ist sie aber per Wildcard gesetzt.

Scharbeutz ist ihr Heimspiel. „Wenn Ostwind ist, bin ich oft hier, es ist mein Heimatrevier.“ Sie freut sich darauf: „Es ist verdammt cool, dass die besten Paddler der Welt in meine Heimat kommen. So viele SUP-Stars sieht man nicht alle Tage, das ist schön für die Zuschauer.“ Die Eutinerin ist in guter Form, siegte zuletzt auf dem fränkischen Brombachsee im 8-km-Rennen. Das aber auf dem längeren 14-Fuß-Board (4,20 m). „Deshalb haben wir auch noch einmal die Beachstarts trainiert, um Sicherheit zu bekommen. Vor allem den Übergang vom schnellen Laufen zum schnellen Paddeln.“ Das „wir“

schließt auch ihren Bruder Maui mit ein. Der 16-Jährige startet in der Qualifikationsserie, um 2018 beim Weltcup mitzumischen.

Los geht es heute nach Handicap- und Promi-Rennen (u.a. mit Moderator Carsten Spengemann und den Schauspieler Stephan Luca und Mark Keller) mit dem Training. Morgen stehen die spektakulären 500-m-Sprints mit Start vom Strand auf dem Plan, am Sonntag der lange Kanten über 10 Kilometer. Per Wildcard auch dabei: die Kanu-Olympiasieger Sebastian Brendel und Jan Vandrey. „Wir nutzen SUP als Abwechslung im Trainingsalltag“, erzählt Brendel. Der größte Unterschied zum Canadier bestehe darin, dass man das lange Stechpaddel abwechselnd auf beiden Seiten durch das Wasser ziehe. „Und der Körperschwerpunkt liegt viel höher.“ Mit seinen 1,92 Meter habe er deshalb Mühe, sich auf dem Brett zu halten, sei zuletzt auch dreimal ins Wasser gefallen. Vandrey hat größten Respekt vor den Ostseewellen: „Unser Ziel ist, nicht Letzter zu werden. Über die lange Distanz können wir vielleicht unsere Kondition ausspielen.“ Brendel staunt, wie gut sich der Trendsport vermarktet. Mercedes Benz ist Hauptsponsor, in Scharbeutz werden 25000 Dollar Preisgeld ausgeschüttet: „Davon können wir nur träumen.“

Dass die Kanu-Stars mitpaddeln, kommt nicht von ungefähr. SUP will olympisch werden, hofft auf die Aufnahme für 2024. Hinter den Kulissen beanspruchen aber zwei Verbände, der Weltsurfverband ISU und der Kanuverband ICF, die Deutungshoheit. Der Kanuverband sieht darin eine Chance, sich beim IOC für die Zukunft hipper aufzustellen. In Scharbeutz soll es zwischen ICF und APP darüber auch Gespräche geben. Für die SUP- Stars ist es die Frage: Sind wir Paddler oder Surfer? Noelani Sach hat die Frage für sich beantwortet: „Wenn es in Richtung ,Kraftreißen’ als Kanu-Bahnrennen geht, wäre es nicht mehr meins. Mir liegt das offene Meer, das technisch anspruchsvolle, die Welle. Das ist mein Ding. Olympisch wäre das interessant.“

Jens Kürbis

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