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Sport im Norden Wie in einem Märchen
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23:15 16.09.2013
Wilhelmshavens Torschütze David Loheider versucht sich gegen Sebastian Meyer und Eichedes Kapitän Torge Maltzahn durchzusetzen. Quelle: Foto: Harms

Manchmal schreibt der Fußball Geschichten, die wie ein Märchen klingen. Da wechselt Eichedes Trainer Oliver Zapel in der 64. Minute Arnold Lechner ein — und 120 Sekunden später trifft der Angreifer zum 1:1 (1:0) beim SV Wilhelmshaven.

„Ein Traum-Einstand“, freute sich Zapel. Für den 22-Jährigen waren es die ersten Minuten in der Regionalliga überhaupt. In der vergangenen Saison kickte er noch in der Kreisliga (achte Klasse) beim SC Wentorf. Zapel hatte schon länger ein Auge auf ihn geworfen. „Wir leben in Eichede von diesen Spielern, die andere Vereine nicht auf der Liste haben. Das ist unser Qualitätsmerkmal“, sagte Zapel.

„Wir haben unser Juwel in der Kreisliga gefunden.“

Dabei hatte Lechner vor drei Jahren erst wieder mit dem Fußballspielen begonnen. „Mir war in der Jugend die Lust vergangen. Der Erfolg fehlte“, sagte Lechner. Er jagte lieber dem Puck hinterher, bei der Freizeittruppe Adendorf Faust. Sein Vater, der früher bei den Crocodiles in Hamburg spielte, trainierte die Mannschaft.

Doch irgendwann juckte es bei Lechner wieder. Der Fußball sollte es nun doch sein. Erst Wentorf, jetzt Eichede. Eine Schambeinentzündung in der Vorbereitung warf ihn zurück, erste Einsätze in der Zweiten, für die er drei Tore schoss, folgten. Bis Sonntag — nun ist er plötzlich Regionalliga-Spieler.

Dabei konnte Lechner die komplette Vorbereitung gar nicht mitmachen. Die Mannschaft war schon am Sonnabend Richtung Wilhelmshaven gefahren, der Maurer musste an diesem Tag noch arbeiten und folgte am Spieltag nach.

Beim Warmmachen hatte er so eine Eingebung: „Wenn ich die Chance bekomme, dann werde ich sie auch nutzen.“ Manager Frank Ockens kam dann noch in der Halbzeit zu ihm. „Ich hab‘s im Blut. Mit dir wird das heute noch was“, hatte er ihm gesagt. Da konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Die 66. Minute: Mit rechts schoss er Richtung Tor, der Ball wurde abgeblockt und rollte ihm wieder vor die Füße. Mit links jagte er die Kugel dann zum Ausgleich ins Netz. „Geil, das ist riesig“, freute sich Lechner.

Nach seinem Treffer hatte Lechner noch eine Großchance, schoss den Ball aber am Kasten vorbei. „Es war einfacher, den rein zu machen“, sagte Zapel, der seine Mannschaft auf mehreren Positionen umgebaut hatte. Moritz Hinkelmann kam neu in die Innenverteidigung für den gesperrten Jan-Ole Rienhoff. Meyer verteidigte rechts, Maltzahn spielte auf der Sechs, Kossowski auf der Zehn, Bento (zog sich später einen Muskelfaserriss zu) und Güzel auf den Außen im Mittelfeld.

In den ersten 30 Minuten war Eichede noch nicht so präsent. Da bestimmte Wilhelmshaven die Partie. Danach tauten die Stormarner langsam auf. Koops und Huseni vergaben. Auf der Gegenseite erzielte Loheider mit einem Freistoß aus 17 Metern die 1:0-Führung (38.). Zapel, der sich das Spiel gestern auf Video noch mal anschaute, sagte: „Das war vorher ein klares Abseits. Der Freistoß war somit irregulär.“ Verärgert war der Coach auch, dass sich seine Spieler beim Freistoß „wegduckten. Den Kopf einziehen, das geht gar nicht. Ich muss damit rechnen, dass es wehtut“.

In der zweiten Halbzeit war es ein ausgeglichenes Spiel. Der Ausgleich war verdient. „Es hätten auch drei Punkte sein können“, sagte Zabel, dessen Plan es vorher war, so viele Punkte wie Spiele zu holen. Das haben die Stormarner geschafft und die 0:6-Pleite vor einer Woche gegen Wolfsburg II ausgebügelt. Am kommenden Sonntag (15 Uhr) hat es Eichede wieder mit einem Hochkaräter zu tun — Hannover 96 II mit dem Ex-Lübecker Deniz Kadah kommt.

Die Statistik zum Spiel
SV Wilhelmshaven: Siegl — Braun, Fossi, Plendiskis, A. Hyde — Tietz — Buduar (72. Jahdadic), Siala, Scheffler (84. Kawachi), Ficara — Loheider (77. Gödde).

SV Eichede: Lucassen — S. Meyer, M. Hinkelmann, Issahaku, Fischer — Koops (64. Lechler), Maltzahn — Bento (27. Kummerfeldt), Kossowski, Güzel — Huseni.

SR.: Hussein (Bad Harzburg). Z.: 391.

Tore: 1:0 Loheider (38.), 1:1 Lechler (66.).

Gelbe Karten: Loheider, Plendiskis — M. Hinkelmann, Issahaku.

Peter-Wulf Dietrich

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