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Sportarten Nick Schmahl lebt Olympische Jugendspiele
Sportbuzzer Sportarten Nick Schmahl lebt Olympische Jugendspiele
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21:22 11.10.2018
Nick Schmahl und der Fehmaraner Kitesurf-Trainer Detlef Groebert bei der Ankunft in Buenos Aires. Quelle: hfr
Buenos Aires/Lübeck

„Es ist alles noch viel größer und besser als ich es mir vorgestellt hatte, einfach der Hammer!“ Seit zwölf Tagen ist Nick Schmahl jetzt schon in Buenos Aires, mittendrin im Herzen der Millionen-Metropole, mittendrin im Herzen der Olympischen Jugendspiele. Der 17-jährige Fehmaraner, der im Juli Weitsprung-Gold bei der U18-EM im ungarischen Györ gewann, vertritt als einziges Talent aus dem „echten Norden“, als einer von 75 Deutschen Schwarz-Rot-Gold in Argentinien.

Juli 2018: Nick Schmahl (TSV Heiligenhafen) jubelt über EM-Gold im Weitsprung Quelle: Kai Peters

Gigantische Eröffnung vor fast 300 0000 Zuschauern

Am Freitag (20.20 Uhr MESZ) steht für Schmahl Teil eins seines Wettkampfs an, doch noch ist er überwältigt von den vielen Eindrücken. Da war die Fahrt zur Eröffnung. „Die ganze Stadt war in Bewegung, wildfremde Menschen haben uns zugewunken“. Da war die spektakuläre Eröffnungsfeier am Obelisken, mitten auf der 16-spurigen Avenida de Mayo. „Das war eine gigantische Show, fast 300 000 Menschen haben da zugeschaut.“ Da ist das Leben im Olympischen Dorf, wo er sich mit drei Leichtathletik-Kumpels ein Appartement teilt, die Jugend der Welt – 4000 Sportler aus 206 Nationen – in der Mensa trifft, auf dem Village Square beim Kicken oder Karaokesingen. „Hier ist überall was los, kann man überall mitmachen.“ Genau das richtige für Multitalent Schmahl, der als Kegler schon auf Bundesebene abgeräumt hat, passabel Fußball spielt und auch gern Darts spielt.

Olympische Jugendspiele in Buenos Aires

Gauchos stürmen die Spiele

Die Athleten-Dörfer sind als Stätten der Begegnung gedacht. Dafür sorgt auch der „Yogger“, der Star der Spiele. Ein USB-Stick, eine digitale Visitenkarte, ein Mittel zum Austausch von Infos, zum Knüpfen von Kontakten, mit dem man auch über alle Aktivitäten im Bilde ist und Bonuspunkte für kleine Gewinne sammeln kann. Schmahl hat sich deshalb schon im Karaoke probiert. „Es ist alles witzig, auch faszinierend bei den anderen Sportarten zuzuschauen.“ Beim Turnen, Hockey und Gewichtheben war er schon. „Es ist alles rappelvoll, beim Turnen waren zuletzt 2000 Leute.“ Die Gauchos stürmen bei freiem Eintritt die Spiele, selbst beim Training der Leichtathleten schauten schon mehrere Hundert zu. Buenos Aires ist so auch eine Spielwiese für das Internationale Olympische Komitee. Neue Sportarten wie Inline-Skating, Futsal, Beach-Handball oder Kitesurfen werden getestet. Doch der Fehmaraner, der auf der Insel in Todendorf zu Hause ist und beim TSV Heiligenhafen trainiert, hat auch aus dem schönen Mikrokosmos herausgeschaut. Die Elendsviertel der Hauptstadt neben dem Olympischen Dorf, sie sind ihm nicht verborgen geblieben.

Ungewöhnlicher Wettkampf-Modus

All die Eindrücke muss er am Freitag abschütteln. Schmahl will als Europameister im 16-köpfigen Feld „ran ans Treppchen“ springen. Und das in einem Wettkampf der „außergewöhnlichen Art, wie ihn von uns noch keiner erlebt hat“. Denn der Modus ist neu wie ungewöhnlich: Alle Athleten haben am Freitag und Montag je vier Sprünge, die besten vom jeweiligen Tag werden addiert. „So will man wohl, dass keiner nach der Quali ausscheidet“, mutmaßt Schmahl. Und wie läuft es? „Im Training nicht optimal. Ich habe das Brett nicht immer getroffen, im Wettkampf bekomme ich das aber hin. Das wird.“ Auch, weil er seinen Glücksbringer, einen Zauberwürfel, wieder dabei hat. Den „Cubikon“ wird er rasend schnell drehen, sich so in Schwung bringen. Es ist sein festes Ritual, um sich vor dem Wettkampf zu fokussieren.

Pin-Tauschen als Volkssport

Und nach dem Wettkampf will er sich bis zum Abflug am 19. Oktober weiter ins Olympia-Leben stürzen, andere Sportler treffen („Das ist wahnsinnig interessant“), sich die Stadt anschauen („Dazu bin ich noch nicht gekommen“), Pins tauschen („Das ist eine Art Volkssport, 30 habe ich schon“) und mit seinen Jungs aus der Butze ein Video drehen („Kameras kann man sich dafür sogar ausleihen“). Kurzum: Er will Olympia leben. Nur eines vermisst er schon jetzt: Schwarzbrot und sein Müsli am Morgen.

Olympische Jugendspiele

Die Einführung der Olympischen Jugendspiele wurden am 5. Juli 2007 beschlossen. Als Initiator gilt der ehemalige IOC-Präsident Jacques Rogge. Die ersten Spiele wurden 2010 in Singapur durchgeführt. In Buenos Aires ist noch bis zum 18. Oktober die dritte Auflage am Start. 4012 junge Sportler aus 206 Ländern messen sich in 32 Sportarten. Aus Deutschland sind 75 junge Athleten angereist. Neu im Programm sind Breakdance, Inline-Speedskating, Sportklettern, Karate sowie Akrobatik, Beachhandball und Futsal. Die Wettkämpfe werden von Eurosport und im Livestream des „Olympic Channel“ übertragen. 2022 steigen die nächsten Jugendspiele in Dakar (Senegal).

Jens Kürbis

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