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Badminton „Tanner“ zeigt’s den Badminton-Profis
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17:07 06.11.2018
Alexander Strehse spielte früher für seinen Heimatverein BSG Eutin, anschließend beim VfB Lübeck und seit dessen SG im Sommer 2010 mit dem TSV Trittau de facto für die Stormarner, mit denen er 2013 in die Badminton-Bundesliga aufstieg. Quelle: Agentur 54°
Trittau

Für Alexander Strehse wird es ein Badminton-Wochenende, an dem er sich nur zu gern teilen würde. Zwar hat der 31-Jährige seine Ambitionen als aktiver Spieler ein wenig heruntergefahren und spielt - nachdem er 2013 maßgeblich am Aufstieg des TSV Trittau in die erste Bundesliga beteiligt war - aktuell nur noch in der Oberliga-Mannschaft des TSV Trittau III. Und mit der ist er am Samstag ab 18 Uhr beim BW Wittorf II in Neumünster gefordert. Doch genauso wichtig wäre es für ihn eigentlich, in der Trittauer Gymnasium-Sporthalle dabei zu sein, wenn zunächst (ab 11 Uhr) Trittaus Zweite in der 2. Bundesliga den BC Hohenlimburg zu Gast hat und anschließend (ab 15 Uhr) die Erstliga-Mannschaft der Stormarner den mehrfachen und amtierenden Deutschen Meister 1. BC Bischmisheim aus Saarbrücken empfängt. Denn als Trainer der TSV-Spieler macht er sich gern selbst ein Bild vom Leistungsstand seiner Schützlinge. Erst recht, nachdem er jetzt seine Trainer-A-Lizenz in der Tasche hat.

Alexander "Tanner" Strehss mit seiner A-Lizenz. Quelle: Privat

Nur 27 von 32 Anwärtern kamen durch

„Mir ist ein Riesenstein vom Herzen gefallen und ich bin super froh, dass ich das alles hinter mir habe und jetzt in Deutschland in Sachen Badminton alles trainieren kann“, sagt „Tanner“. Technik, Taktik, Athletik, disziplinspezifische Trainingsinhalte, aber auch psychologische Aspekte wie Mentaltraining standen im Lehrplan. Von 32 Anwärtern, die im vergangenen Jahr in den Lehrgang gestartet sind, erhielten nach 17 Tagen Präsenzunterricht an fünf Wochenenden, insgesamt 150 Lerneinheiten im Selbststudium und fünf Tagen Abschlussprüfung letztlich 27 Trainer ihr Testat. Auch für Strehse, im Hauptberuf Kfz-Aufbereiter in Vollzeit bei Klaus Chemie GmbH in Hamburg, kein Selbstgänger. „Das hat doch viel Zeit und Nerven gekostet. Das habe ich vorher definitiv unterschätzt.“ Vor allem das Berichteschreiben habe sich als echte Herausforderung entpuppt. „Die Bundestrainer, die den Lehrgang begleitet haben, haben mir nachher versichert, im praktischen Bereich sei alles nahezu perfekt gewesen. Aber das Schriftliche . . .“

Daniel Seifert stellte sich als Proband zur Verfügung – und profitierte nachweisbar vom Training mit Alexander Strehse. Quelle: Agentur 54°

21 Wochen dokumentiertes Training mit Daniel Seifert

Neben den Online-Prüfungen zu festgelegten Zeiten an festgelegten Abenden, bei denen es beispielsweise galt, ein vorgegebenes Spiel zu analysieren oder sich selbst eines auszuwählen und unter 20 Fragestellungen zu begutachten, habe vor allem das „Trainerprojekt“ viel Zeit und „Schreibkram“ erfordert. Über insgesamt 21 Wochen musste jede Übungseinheit dokumentiert, zudem ein finaler 15-Seiten-Bericht geschrieben und ein Handout erstellt werden. Als Proband stellte sich Daniel Seifert zur Verfügung. Das Trittauer „Eigengewächs“ traf sich jeweils eine Stunde vor dem Teamtraining der ortsansässigen Erst- und Zweitligaspieler mit Strehse. „Mit ihm kann man gut arbeiten. Wir sind zwar freundschaftlich verbunden, aber mit ihm kann man auf einem professionellen Level vorankommen“, sagt „Tanner“. Und Seifert profitierte, wurde „spritziger, in seinen Bewegungen schneller“, hat seither „einen besseren Treffpunkt“ und ist „in den ersten drei Schläger sicherer geworden“, konnte Strehse per Videoaufzeichnungen beweisen.

Alexander Strehse (unten 3.v.l.) mit dem Team seines Heimatvereins BSG Eutin beim Oberliga-Aufstiegsspiel 2010. Damals dabei (stehend v.l.n.r.) Alexandros Dimitriou,Eric Rüder, Linn Engelmann, Carsten Päck, Trainer Thies Wiediger sowie (sitzend:)Finn Glomp,Silk Wirth, Strehse, Karen Bömelburg, Felix Ober und Conny Paulsen. Quelle: LN-Archiv

Schon vor 14 Jahren erste Trainerstunden bei BSG Eutin

Mittelfristig will er sich „voraussichtlich“ als Badminton-Trainer selbstständig machen. „Momentan ist meine Freundin Maike noch in der Ausbildung“, begründet er seine Zurückhaltung mit der noch fehlenden finanziellen Basis. Aktuell fährt er von der gemeinsamen Wohnung in Sterley nahe Mölln einmal pro Woche zu seinem Heimatverein BSG Eutin, bei dem er mit 17 seine ersten Trainerstunden gab, trainiert dort montags eine Jugendgruppe um den zweifachen U15-Landesmeister Malte Gerdes. Mittwochs ist er für den Nachwuchs der TSG Bergedorf fest gebucht. „Auf neun bis zehn Stunden Training“ komme er so pro Woche, rechnet Strehse vor. Den größten Teil davon absolviert er mit den Erst- und Zweitligaspielern des TSV Trittau. Verständlich, dass er sich da gern teilen würde, um am Sonnabend auch deren Spiele sehen zu können.

Christian Schlichting

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