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Bundestrainer sauer: Doppelter Rückschlag für DSV-Adler

Garmisch-Partenkirchen Bundestrainer sauer: Doppelter Rückschlag für DSV-Adler

Das hatten sich die deutschen Skispringer nach dem rauschenden Auftakt ganz anders vorgestellt. Der Einbruch beim Neujahrsspringen wirft das Team zurück, aber nicht um.

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Severin Freund konnte nicht an die gute Leistung vom ersten Springen der Tournee anknüpfen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Garmisch-Partenkirchen. In Innsbruck wollen Severin Freund & Co. wieder angreifen.

Bei einem Fahrsicherheitstraining suchten die deutschen Ski-Adler am einzigen Ruhetag der Vierschanzentournee Ablenkung vom Fehlstart in das WM-Jahr. Der geplatzte Traum vom ersten deutschen Tournee-Triumph seit dem Grand Slam von Sven Hannawald vor elf Jahren und die Personalentscheidung zugunsten des eigentlich schon aussortierten Oldies Martin Schmitt hatten bei Bundestrainer Werner Schuster sichtliche Spuren hinterlassen.

„Es ist unbefriedigend für meine Person, an einem Tag, an dem es nicht gelang, in die Spitze zu kommen, solch eine Entscheidung treffen zu müssen. Sie beeinflusst nicht den Gesamtverlauf der Tournee, aber unsere Entwicklung“, räumte Schuster zerknirscht ein.

Viel mehr als die Schwächephase seiner Topleute Richard Freitag und Severin Freund, der sich beim Neujahrsspringen aus dem Rennen um den Gesamtsieg verabschiedete, ärgerte den Bundestrainer die Tatsache, dass er in Danny Queck und Karl Geiger zwei hoffnungsvolle Talente zugunsten des 34 Jahre alten Schmitt aus dem A-Team werfen musste. „Das tut verdammt weh“, schilderte Schuster seine Gefühle. Der von ihm propagierte Umbruch hin zu einem jungen Team ist dadurch zwar nicht gestoppt worden, aber zumindest kurzzeitig ins Stocken geraten.

An der Richtigkeit der im Trainerteam gefällten Entscheidung gab es jedoch keine Zweifel, denn an Schmitt führte nach dessen starkem Comeback kein Weg vorbei. „Nach dieser sportlichen Darbietung gebietet es der Respekt, nicht irgendwelche taktischen Überlegungen vorne anzustellen, sondern der Leistung Tribut zu zollen“, stellte Schuster klar.

Ausgerechnet Schmitt, der ein Jahr nicht im Weltcup gesprungen war und von vielen als Auslaufmodell angesehen wird, ist zur Tournee-Halbzeit neben dem erfrischenden Youngster Andreas Wellinger der große Gewinner im deutschen Team. „Ich bin nicht tot zu kriegen“, witzelte der Routinier.

Als Zwölfter in der Gesamtwertung machte sich Schmitt am Mittwoch auf den Weg nach Innsbruck, wo er vor vier Jahren seinen bislang letzten Tournee-Podestplatz gefeiert hatte. „Es ist natürlich schön, dass ich weiterfahren kann. Aber wichtiger ist für mich die skispringerische Entwicklung. Da bin ich auf einem sehr guten Weg. Dass die Dinge wieder funktionieren, gibt mir Kraft“, sagte Schmitt der Nachrichtenagentur dpa.

Ob seine Rückkehr auf die große Skisprung-Bühne von Dauer sein wird, hängt vom weiteren Verlauf der Tournee ab. „Ich bin heiß auf gute Wettkämpfe“, verkündete Schmitt. Kampflos will er seinen hart erarbeiteten Platz auf keinen Fall hergeben. „Wir haben noch nicht drüber gesprochen, ob ich weiter im Weltcupteam sein werde. Jetzt bin ich erst mal dabei“, erklärte Schmitt.

Ganz andere Ziele verfolgt Freund, der trotz seines Patzers in Garmisch-Partenkirchen als Gesamtfünfter immer noch gute Chancen auf Platz drei in der Endabrechnung besitzt. In den spannenden Zweikampf um den Tournee-Triumph zwischen Vorjahressieger Gregor Schlierenzauer aus Österreich und Halbzeit-Spitzenreiter Anders Jacobsen aus Norwegen kann der 24-Jährige jedoch nicht mehr eingreifen. „Er ist immer noch in einer sehr guten Verfassung, aber in den letzten Wochen ist es ihm nicht mehr so leicht von der Hand gegangen. Seine Sprünge kommen nicht mehr so konstant“, bilanzierte Schuster.

Der Bundestrainer setzt darauf, dass Freund am Freitag in Innsbruck und beim Finale am Sonntag in Bischofshofen zu seiner Stärke zurückfindet. „Im Laufe einer Saison haben sich Spitzenspringer immer mal einen Tag eine Auszeit genommen. Wir werden alles daran setzen, dass es bei einem Tag bleibt. Wenn er sein Potenzial auf den weiteren Stationen ausschöpft, sollte er wieder rankommen an die Besten“, meinte Schuster. Seinen Ehrgeiz hat der Bundestrainer trotz des Rückschlages nicht verloren. Er versprach: „Wir werden alles daran setzen, den dritten Gesamtrang nach Hause zu bringen.“

dpa

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