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Cavendish bei Tour de France auf Rekordjagd

Montpellier Cavendish bei Tour de France auf Rekordjagd

Vom Druck befreit kann Mark Cavendish seine Liebe zur Tour de France nun wieder frei ausleben. Der 28 Jahre alte Ex-Weltmeister hat mit dem Etappensieg in Marseille erneut eindrucksvoll unterstrichen, dass er der schnellste Sprinter seiner Generation ist.

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Mark Cavendish jubelt über seinen 24. Etappensieg bei der Tour de France. Foto: Guillaume Horcajuelo

Montpellier. 24 Tour-Etappensiege hat Cavendish seit 2008 bereits angehäuft. Bis zum Ende der 100. Tour sollen weitere hinzukommen. Kaum jemand zweifelt daran, dass der britische Meister irgendwann die Rekordmarke des legendären Eddy Merckx von 34 Tageserfolgen knacken wird. Zumal Cavendish nach einem frustrierenden Jahr beim Team Sky in seiner neuen Mannschaft Omega Pharma-Quick Step sein Glück wiedergefunden hat.

„Man muss der Tour de France Respekt entgegenbringen. Ein einziger Etappensieg hier definiert die Karriere eines Fahrers“, sagte Cavendish und geriet in Marseille nach seinem ersten Tageserfolg in diesem Jahr ins Schwärmen. Für den Mann von der Isle of Man gilt das sogar noch mehr als für andere. Seit fünf Jahren dominiert Cavendish nun schon die Sprints bei der Tour. „Er ist in die Tour verknallt“, sagt Cavendishs Teamkollege Jerome Pineau.

Es war allerdings keine Liebe auf den ersten Blick zwischen dem ehemaligen T-Mobile-Profi und dem größten Radrennen der Welt. Bei seinem Debüt 2007 in seinem Heimatland stürzte Cavendish in der ersten Woche mehrfach und gab das Rennen frustriert auf. Bei seiner Rückkehr im Jahr darauf gewann er dann jedoch schon vier Etappen. Seitdem ist er bei den Massenankünften der Tour das Maß aller Dinge. 2009 gelangen ihm sogar sechs Tagessiege. Sein bislang erfolgreichstes Jahr hatte der schnelle Sprinter 2011, als er neben fünf Etappen auch das Grüne Trikot gewann.

In diesem Jahr hätte sich Cavendish gerne auch zum ersten Mal das Gelbe Trikot übergestreift. Doch er gehörte zu den Opfern des chaotisch verlaufenen Tourauftakts auf Korsika. So blieb das Privileg des Maillot Jaune seinem jungen deutschen Konkurrenten Marcel Kittel vorbehalten. Cavendish war frustriert darüber, dass er sich seiner extra angereisten Lebensgefährtin Peta Todd und seiner elf Monate alten Tochter Delilah Grace nicht in Gelb präsentieren konnte.

Eine solche historische Chance wird so schnell nicht wiederkehren. Doch der Brite braucht traditionell eine gewisse Anlaufzeit bei der Tour. „In der Regel fange ich nicht vor der fünften Etappe an zu gewinnen. Das ist so ziemlich die Norm“, sagte Cavendish in Marseille. Viermal gewann Cavendish in den vergangen Jahren die fünfte Etappe, viermal siegte er in dieser Zeit zum Tourabschluss auf den Champs Élysées in Paris. Und nun, da er einmal in Schwung gekommen ist, wird es für die Konkurrenz schwer werden, ihn zu stoppen.

Zumal Cavendish in diesem Jahr wieder in einer Mannschaft fährt, die sich komplett in seinen Dienst stellt. Beim Team Sky, für das er 2012 an den Start gegangen war, musste er sich den Interessen des späteren Toursiegers Bradley Wiggins unterordnen. Unterstützung für seine Sprints erhielt er kaum. Dennoch gelangen Cavendish drei Etappensiege. Seine Entscheidung, die vermeintliche „Traumehe“ mit dem britischen Rennstall nach nur einem Jahr vorzeitig zu beenden, stand trotzdem fest. „Ich habe das Team gewechselt, weil die Tour mir alles bedeutet“, erklärte Cavendish.

Beim belgischen Rennstall Omega Pharma-Quick Step arbeitet er nun wieder erfolgreich mit einigen Vertrauten aus seiner Zeit bei HTC-Highroad zusammen. Dazu zählt auch der deutsche Radprofi Tony Martin. Der Zeitfahrweltmeister, den Cavendish als „große Maschine“ bezeichnet, spielt eine wichtige Rolle bei der Sprintvorbereitung.

Vor allem in der zweiten Tourwoche bieten sich den Sprintern noch jede Menge Gelegenheit für weitere Etappensiege. Vier Erfolge fehlen Cavendish noch, dann hat er die Marke des fünfmaligen Toursiegers Bernard Hinault von 28 Etappensiege egalisiert. Danach kommt nur noch Eddy Merckx.

dpa

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