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Sportmix Frederik Spreckelsen neuer Nord-Meister
Sportbuzzer Sportmix Frederik Spreckelsen neuer Nord-Meister
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14:34 05.02.2019
Frederik Spreckelsen bei den Norddeutschen Meisterschaften in Hamburg Quelle: ZUMM
Hamburg

Die besten Tischtennisspieler Schleswig-Holsteins sind auch die besten in ganz Norddeutschland. Im Sportcentrum Sachsenweg im Hamburger Stadtteil Niendorf trumpften allen voran die Drittliga-Asse des TSV Schwarzenbek groß auf, die in den Einzelkonkurrenzen einen kompletten Medaillensatz für den TTVSH einspielten. Und das, obwohl mit Moritz Spreckelsen und Ole Markscheffel zwei Titel-Kandidaten aufgrund ihrer studentischen Verpflichtungen nicht angetreten waren.

Informatikstudent Frederik Spreckelsen (im 6. Semester in Lübeck) aber spielte, und setzte sich schließlich dank seines druckvollen Offensivspiels im Finale in einer Neuauflage des Endspiels der Landesmeisterschaften in sieben hochklassigen Durchgängen gegen seinen Schwarzenbeker Drittliga-Teamgefährten Hartmut Lohse durch (8:11, 12:10, 11:8, 11:6, 9:11, 8:11, 11:9). Nachdem der taktisch versierte Lohse den ersten Satz für sich entschieden hatte, zog Spreckelsen das Tempo an und ging mit 3:1-Sätzen in Führung. Beim Zwischenstand von 2:5 im fünften Satz nahm der mittlerweile 34-jährige Lohse ein wichtiges Time-Out, spielte danach variabler, setzte seine starke Vorhand vermehrt gewinnbringend ein und erreichte so noch den Entscheidungssatz, in dem letztlich aber der zwölf Jahre jüngere „Fredi“ einen Hauch besser war. „Frederik trainiert zurzeit so hart und viel, wie kaum ein anderer Erwachsener in Norddeutschland. Er hat sich nicht zuletzt deshalb diesen besonderen Erfolg absolut verdient“, sagte sein langjähriger Trainer und Entdecker Mirsad Fazlic zum Karriere-Highlight seines Schützlings.

Spreckelsen selbst befand: „Im Moment spiele ich wirklich ganz gut. Und gegen Hartmut habe ich in letzter Zeit häufiger gespielt, fühle mich momentan meist sehr wohl, wenn ich gegen ihn spiele. Und ich bin auch diesmal wieder gut ’reingekommen ins Turnier.“ Nach engen Matches im Viertelfinale gegen den Ex-Sieker Patrick Khazaeli („Da habe ich 3:0 geführt. Aber dann stand’s plötzlich 3:3, und es wurde noch einmal richtig eng“) und „auch im Halbfinale lag ich mehrfach hinten“. Aber genau das habe ihm letztlich vielleicht sogar geholfen: „Wenn man dann die knappen Dinger doch noch gewinnt, kommt man irgendwie auch in eine Art Rausch.“

Spreckelsen und auch Lohse haben sich dank ihrer Finalteilnahme auf Nordebene für die Deutschen Meisterschaften vom 1. bis 3. März in Wetzlar (Hessen) qualifiziert. Der amtierende Nord-Meister zum inzwischen fünften Mal. „Bisher habe ich zweimal die Gruppenphase überstanden, bin dann aber jeweils in der ersten Runde im Hauptfeld ausgeschieden.“ Sein Highlight war bisher ein Match gegen die damalige deutsche Nummer drei, Steffen Mengel. „Ich würde auch gern mal gegen Timo Boll oder Dimitrij Ovtcharov spielen. Vielleicht klappt’s ja diesmal.“

Das Schwarzenbeker Trio (v.l.) Hartmut Lohse, Karina Pankunin und Frederik Spreckelsen holte bei der Nord-DM einen kompletten Medaillensatz. Quelle: ZUMM

Bei den Damen gingen die DM-Plätze an die neue Norddeutsche Meisterin Ann-Marie Dahms (Füchse Berlin Reinickendorf) und die zweitplatzierte Jennifer Bienert (SG Marßel Bremen). Schwarzenbeks Karina Pankunin kann sich ebenfalls noch Chancen auf ein Startrecht ausrechnen, hofft auf einen Verfügungsplatz des Deutschen Tischtennis-Bundes.

Die Landesmeisterin hatte sich nach großem Kampf im Halbfinale der Bremerin Bienert geschlagen geben müssen. „Jennifer hat sehr gut gespielt und ich war im Kopf nicht ganz frisch“, sagte Pankunin, die sich aktuell mitten in den Vorbereitungen auf ihr Abitur befindet, dementsprechend ihr gewohntes Trainingspensum etwas heruntergefahren hat und daher auch mit dem Bronzerang zufrieden sein konnte. Ihre Teamgefährtin Ariane Liedmeier, mit der sie im Doppel-Viertelfinale ausschied, erreichte nach starken Auftritten ebenso die Runde der besten Acht bei den Damen wie Daniel Cords bei den Herren.

Der Drittliga-Spieler des SV Siek hatte sich in der Gruppenphase schadlos gehalten, am zweiten Tag auch den Hamburger Christian Wittler mit 4:2 besiegt, musste sich dann aber im Viertelfinale nach 2:1-Satzführung doch mit 2:4 gegen Hartmut Lohse geschlagen geben. Im Doppel aber erreichte er das Siegerpodest, teilte sich an der Seite von Marcel Horns (Brunsbüttel) den Bronzerang mit Hartmut Lohse/Sören Wegner. Das Schwarzenbeker Doppel unterlag im Halbfinale dem Hamburger Doppel Patrick Khazaeli/Michael Zibell 1:3. Der Ex-Sieker Khazaeli erwies sich im Einzel letztlich im Viertelfinale als die höchste Hürde für Spreckelsen auf dem Weg ins Finale. In einem hochdramatischen Match führte der Schwarzenbeker mit 3:0-Sätzen, doch dann glich Khazaeli aus, lag im siebten Durchgang gar 7:4 vorn. Aber Spreckelsen drehte nochmals auf und gewann den Satz noch 11:9. zumm/ing

Christian Schlichting

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