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Sportmix Marco Kochs Rio-Plan: Endlich mal schnell
Sportbuzzer Sportmix Marco Kochs Rio-Plan: Endlich mal schnell
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09:39 09.08.2015
Marco Koch gönnte sich zur Feier des Tages ein wenig Fast Food. Quelle: Martin Schutt
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Kasan

Wer Weltmeister Marco Koch in ein paar Wochen im Urlaub an einem türkischen Strand in den Wellen erspäht, dürfte sich wundern: „Wenn man mich im Meer sieht, würde man nicht denken, dass ich ein Schwimmer bin.“

„Da sehe ich dann eher sehr amateurhaft aus“, beschreibt Goldmedaillengewinner Koch seine Bade-Fähigkeiten. Doch Koch ist nicht nur ein Schwimmer, sondern ein sehr guter. Genau genommen seit Freitag der beste der Welt über 200 Meter Brust.

Mit seinem Triumph in Kasan verzückte Koch die gesamte deutsche Mannschaft, die ihn im Hotel mit „Oh, wie ist das schön“-Gesängen empfing. Entsprechend seinem ruhigen Naturell fiel die Ansprache („Ich habe gesagt, vielen Dank“) kurz aus. Die Nacht wurde dafür umso länger. Allerdings nicht wegen einer rauschenden Party.

Nach gestilltem Heißhunger auf einen kleinen Burger und 20 Chicken-Nuggets lag Koch noch bis 3 Uhr wach. Der Körper war nach der Vorstellung der Extra-Klasse voller Adrenalin. Und die erste deutsche Goldmedaille in einem WM-Becken seit sechs Jahren? Lag im Rucksack. „Den hab' ich einfach in die Ecke geworfen und nicht mal ausgepackt“, erklärte der 25-Jährige. „Momentan kann ich auch nicht 'mal sagen, wo meine letzten beiden von WM und EM sind.“

Das passt einfach zu Marco Koch, für den die wertvollen Medaillen nicht so kostbar sind wie die Sache an sich. Ihm geht es um Zeiten und Bestleistungen; wozu das dann am Ende reicht, beeinflusst dann letztlich die Konkurrenz. „Nächstes Jahr werde ich wieder sagen, dass ich deutschen Rekord schwimmen will“, erklärte er Samstag relaxed in der Lounge eines Sponsors. „Deswegen ist es egal, ob ich mit Platz 8, 15 oder als Weltmeister anreise. Das ändert nichts. Hauptsache ich erfülle meine Erwartung.“

Die waren schon vor WM-Silber 2013 und EM-Gold 2014 hoch. Die beim Endlauf in Russland in 2:07,76 Minuten verpasste Weltrekordzeit von 2:07,01 will er in jedem Fall in Rio unterbieten. „Wir müssen noch ein bisschen arbeiten, damit es nochmal schnell wird, und nicht nur okay, so wie hier“, lautete Kochs erstaunliche Analyse.

Immer weiter, immer schneller, immer hungrig. Die Gier nach dem perfekten Rennen treibt den Mann aus Darmstadt, der nicht an einem großen Stützpunkt, sondern in der geliebten Heimat mit dem Club in öffentlichen Bädern trainiert, für die Olympischen Spiele an. Nach seiner vor ein paar Jahren verbesserten Ernährung will er auch in diesem Bereich mit Arzt Mark Warnecke intensiver zusammenarbeiten. Der Weltmeister von 2005 über 50 Meter Brust hat mit seinen Nahrungsergänzungsmitteln großen Erfolg in der Sportszene.

Zudem will Koch die Hypnose zur Entspannung und zur Konzentration intensiver als zuletzt nutzen. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja noch etwas ganz anderes für den Dauer-Optimierer. „Wenn irgendwer mit einer verrückten Idee um die Ecke kommt, bin ich wahrscheinlich wieder hin und weg und probiere es direkt aus.“ Und auf das Training für Olympia, Urlaub hin oder her, hat er jetzt schon „wieder Bock“.


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dpa

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