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Sportmix Nord-Judoka machen sich rar
Sportbuzzer Sportmix Nord-Judoka machen sich rar
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18:56 27.11.2018
Augen zu und durch: Die Lübeckerin Sophia Salzwedel (im blauen Budokan-Judogi) hatte gegen die spätere Nord-Meisterin Celine Becker (JG Sachsenwald) einen schweren Stand und musste sich mit Bronze begnügen. Quelle: Agentur 54°
Oldenburg/Lübeck

Wenig Masse und Klasse – und trotzdem kein Titelgewinn für die Gastgeber: Die Norddeutschen Judo-Einzelmeisterschaften der Männer und Frauen in der Oldenburger Carl-Maria-von Weber-Großsporthalle verliefen aus Sicht des „echten Nordens“ doch eher suboptimal. Und das lag nicht am Ausrichter. Denn während das Judo-Team Oldenburg das Geschehen rings um die drei Matten im Griff hatte, mussten die 17 Starter/innen aus Schleswig-Holstein unter insgesamt nur 74 Aktiven (45 Männer in sieben Gewichtsklassen, 29 Frauen in sechs Konkurrenzen) den übermächtigen Gästen aus Niedersachsen (7 Titel), Hamburg (5) und Bremen (1) den Vortritt lassen.

Lichtblicke aus der LN-Region

Immerhin: Aus der LN-Region freuten sich der Neustädter Chris Stühmer (-100  kg), die Schwarzenbeker Erik Schefer (-66) und Melissa Kraft (-52) sowie der Ahrensburger Anton Maas (-66) jeweils über Bronze. Und Jan Schumacher, Luis Kaas (Silber und Bronze -90 kg) sowie Sophia Salzwedel (Bronze -63 kg) erkämpften sich für Budokan Lübeck ebenfalls das DM-Startrecht.

Viele Wege zum DM-Ticket

Aber deren Trainerin Susanne Wandtke räumte ein: „Das ist bei aller Freude natürlich nicht eine Ausbeute wie früher.“ Generell beklagt die 51-Jährige: „Die nach zwischenzeitlicher Abschaffung 2016 wieder auf Wunsch der Landesverbände ins Leben gerufenen Nord-Meisterschaften haben sich noch nicht wieder etabliert. Man kann sich mittlerweile ja auch über Pokalmeisterschaften, Ranglistenturniere oder die Zugehörigkeit zum Bundeskader DM-Tickets sichern. Zudem ist es schade, dass auch bei so kleinen Feldern wie in Oldenburg nach Liste und nicht nach dem Modus Jeder gegen Jeden gekämpft wird. So steht man zwar mit Glück schon mit einem Sieg im Finale, scheidet mit Pech aber auch nach nur einer Niederlage aus . . .“

Sinkende Kampfbereitschaft

Die geringe Resonanz auf die Nord-Titelkämpfe, an denen 224 Männer und Frauen (vier Starter pro Verband und Klasse) hätten teilnehmen können, erklärt sich „Susi“ Wandtke auch mit einem anderen Trend: „Wir registrieren im Verein zwar keinen Schwund in unserer Judosparte, aber die sinkende Bereitschaft, bei Meisterschaften zu starten.“ Dieses Phänomen bestätigt Matthias Scheller als DJB-Gruppenleiter Nord und sagt: „Das zieht sich leider durch alle Altersklassen, auch wenn’s im U18- und U21-Bereich besser aussieht. Zum Glück ist Budokan ja noch ein Verein, der sich mit Trainern und Talenten in klassischer Weise bei Turnieren und Titelkämpfen engagiert.“ Den Modus der Nord-Meisterschaft zu ändern, sieht er indes nicht in seiner Zuständigkeit, sondern sagt: „Das ist Sache des DJB, der ja auch die Wiedereinführung beschlossen hatte.“

Andreas Oelker

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