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Sportmix Schocker für Seidenbergs Bruins - Chicago NHL-Meister
Sportbuzzer Sportmix Schocker für Seidenbergs Bruins - Chicago NHL-Meister
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10:06 26.06.2013
Chicagos Jonathan Toews hat sich den Stanley Cup geschnappt. Foto: Scott Strazzante
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Boston

Keiner wollte nach dem Doppelschlag-Schocker binnen 17 Sekunden kurz vor Schluss mitansehen, wie Blackhawks-Kapitän Jonathan Toews von Liga-Boss Gary Bettman den Stanley Cup überreicht bekam.

„Das ist eine ganz bittere Pille“, meinte ein sichtlich enttäuschter Nationalspieler Seidenberg nach der entscheidenden 2:3-Niederlage in der Finalserie der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL. Wie der Nationalspieler rangen alle in der Bruins-Kabine nach Worten, versuchten zu beschreiben, was da kurz zuvor auf dem Eis des TD Bank Garden passiert war. Torhüter Tuukka Rask sprach von einem „Schock“, Trainer Claude Julien von „einer der schwersten Niederlagen“.

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Die Chicago Blackhawks haben das Finale der NHL gewonnen. Foto (2009): Kamil Krzaczynski Foto: epa Kamil Krzaczynski

Seine Bruins lagen in der Best-Of-Seven-Serie mit 2:3 hinten, mussten daher diese sechste Partie unbedingt gewinnen und hatten durch Tore von Chris Kelly (8. Minute) und Milan Lucic (53.) sowie einem Gegentreffer von Jonathan Toews (25.) bis 76 Sekunden vor Schluss auch mit 2:1 geführt. Selbst Chicagos Patrick Kane, der zum wertvollsten Spieler der Playoffs gewählt wurde, hob später hervor, dass er sich bereits auf ein siebtes Spiel in Chicago eingestellt hatte.

Doch dann brachte Kane den Puck tief in Bostons Zone und konnte von Seidenberg an der Bande nicht entscheidend gestört werden. Über Duncan Keith und Toews kam die Hartgummischeibe zentral vor das Bostoner Tor, wo Bryan Bickel aus einem Meter mühelos zum 2:2 einschob. „Innerlich bereitest du dich dann auf die Verlängerung vor. Aber nur 17 Sekunden später schießen wir das 3:2. Das ist einfach unglaublich. Die Aufs und Abs waren Wahnsinn“, meinte Kane.

Dave Bolland avancierte mit seinem Treffer zu Chicagos Stanley-Cup-Helden. Nachdem Johnny Oduyas Schlagschuss von Michal Frolik abgelenkt wurde und an den Pfosten klatschte, drückte Bolland den Puck über die Linie. Sein Treffer nach 59:01 Minuten war das späteste Stanley-Cup-Siegtor in der regulären Spielzeit. Bolland war anschließend emotional so überwältigt, dass er die Schlussminute auf der Bank verfolgte. „Der Trainer wollte mich wieder auf's Eis schicken, aber ich habe ihm gesagt, dass ich zu nervös sei und er mich doch draußen lassen solle“, erzählte der Stürmer.

Angesichts des denkwürdigen Doppelschlages fühlte sich der Slowake Michal Handzus spontan an das Champions-League-Finale von 1999 zwischen Bayern München und Manchester United erinnert. „Zwei Tore innerhalb einer Minute so kurz vor Schluss, sowas habe ich mal beim Fußball gesehen. Aber nicht im Eishockey und schon gar nicht in einem so wichtigen Spiel“, bemerkte Handzus.

Bei den Bruins indes kamen Erinnerungen an den 13. Mai auf. Damals war ihnen in Spiel sieben der ersten Playoff-Runde gegen die Toronto Maple Leafs ein nicht mehr für möglich gehaltenes Comeback gelungen, als sie trotz einen 1:4-Rückstandes elf Minuten vor dem Ende noch weiterkamen. In der Finalserie hatte der Meister von 2011 nach drei Partien mit 2:1 geführt, eine Hand am Cup, dann jedoch dreimal nacheinander verloren.

„Die Blackhawks haben schlaues Eishockey gespielt, uns vor allem mit ihrer Geschwindigkeit immer wieder Probleme bereitet und letztlich verdient gewonnen“, betonte Seidenberg. Der 31-Jährige hatte beim Titelgewinn 2011 noch überragend gespielt, diesmal aber in den vergangenen drei Partien ungewohnte Schwächen offenbart. Vor allem mit seinen schnellen Gegenspielern kam der bullige Abwehrmann nicht zu Recht, stand bei acht der zwölf Gegentore auf dem Eis. „Man kann immer besser spielen“, meinte Seidenberg selbstkritisch. Er ist nach Olaf Kölzig, Christoph Schubert und Christian Ehrhoff der vierte Deutsche, der ein Stanley-Cup-Finale verloren hat. Und er werde, so der Schwenninger, wohl einige Wochen brauchen, um dies zu verarbeiten.

Spielbericht NHL-Internetseite

dpa

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