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Vettels Fingerzeig: Indien-Dominator auf Pole

Motorsport Vettels Fingerzeig: Indien-Dominator auf Pole

Für die Fotografen gab's kurz den Vettel-Finger. Nach der perfekten Vorarbeit für die erhoffte Jubelpose beim Großen Preis von Indien am Sonntag nahm Sebastian Vettel seine 35.

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Sebastian Vettel lässt sich nach seiner Pole Position in Indien feiern.

Quelle: Harish Tyagi

Greater Noida. Für die Fotografen gab's kurz den Vettel-Finger. Nach der perfekten Vorarbeit für die erhoffte Jubelpose beim Großen Preis von Indien am Sonntag nahm Sebastian Vettel seine 35. Pole Position äußerlich fast unaufgeregt zur Kenntnis.

Doch alles sieht danach aus, dass der Vorjahressieger und Doppelweltmeister der Formel 1 auf dem Buddh International Circuit seinen WM-Vorsprung ausbauen kann. Neben seinem Red-Bull-Mitstreiter Mark Webber schob sich am Samstag in der Entscheidung um die Startaufstellung auch noch das McLaren-Duo Lewis Hamilton und Jenson Button vor Vettels schärfsten, aber ratlosen WM-Widersacher Fernando Alonso. „Trotzdem Augen auf für morgen. Es wird ein langes Rennen“, mahnte Vettel nach der Qualifikation.

Ganz verhehlen konnte der 25-Jährige seine Freude über die fünfte Pole in diesem Jahr aber doch nicht: „Ich war sehr glücklich mit der Runde. Das ist bislang ein großartiges Wochenende.“ Eines, an dem er mit einem weiteren Sieg bei seinen Asien-Wochen zum ersten Mal in seiner Karriere vier Erfolge in Serie feiern könnte - und einen weiteren Schritt Richtung WM-Hattrick.

Denn für Alonso, der seit dem 10. Juli auf seinen nächsten Sieg wartet und einen 44-Punkte-Vorsprung schon aus der Hand gab, schwinden die Chancen. Ratlosigkeit macht sich breit. „Ich muss versuchen, vor Sebastian ins Ziel zu kommen. Das ist das Hauptziel. Wie wir das machen, weiß ich nicht“, sagte der Spanier. Er musste sich mit dem fünften Startrang abfinden und ist damit wieder größerer Crashgefahr beim Start ausgesetzt als es die Red-Bull-Rivalen in Reihe eins sind.

Alonsos letzte Hoffnung: Fehler, Probleme oder eine Panne bei den wieder übermächtigen Red Bulls. „Im Moment kämpfen wir nicht nur gegen Sebastian“, meinte Alonso und nannte vor allem Design-Guru Adrian Newey, der mit seinen Ideen Vettels „Abbey“ wieder richtig in Fahrt gebracht hat. „Ich denke, wir fahren nicht als One-Man-Show gegen die anderen“, konterte Vettel und lobte den unbändigen Teamgeist auch unter erschwerten Bedingungen an der Strecke in Greater Noida durch gesundheitlich angeschlagene Mitarbeiter. Alonsos Ferrari-Team sieht sich in Indien indes durch die Marine-Flaggenaktion auf den beiden roten Rennwagen mit einem unnötigen Nebenschauplatz bis in höchste politische Kreise ausgesetzt.

Nicht mal eine Nebenrolle spielte Michael Schumacher in seinem viertletzten Qualifying. Der 43-Jährige kam im Mercedes nicht über den 14. Platz hinaus. Stallrivale Nico Rosberg machte es etwas besser: Der Wiesbadener belegte den zehnten Rang und war neben Vettel der einzige der fünf deutschen Fahrer in den Top Ten. Allerdings verzichtete Rosberg aus strategischen Gründen auf einen Runde im letzten Durchgang, den Timo Glock (Marussia) als 21. und Nico Hülkenberg zum Bedauern der einheimischen Fans im Force India als Zwölfter in Ruhe vor den Bildschirmen verfolgen konnten.

Und sie sahen, wie sich ihr Landsmann mit der Nummer eins den Platz für die Nummer eins sicherte. An Vettel gab es - wie zu erwarten war - letztlich kein Vorbeikommen. Schnellster in beiden Freitagstrainings, Schnellster im letzten Warmfahren vor der Quali. Nachdem der Hesse seinen Siegeshunger zuletzt in Singapur, Japan und Südkorea schon etwas stillte, nährte er die Hoffnungen auf den vierten Sieg in Serie seit der ersten Runde in Greater Noida in beeindruckender Manier.

Nur einmal leistete er sich einen Fehler. Den allerdings auf seiner ersten schnellen Runde in den finalen zehn Minuten. „Ich hatte ein stehendes Vorderrad“, schilderte Vettel. „Ich wusste aber, dass die Zeit für Platz eins möglich war.“

Wie schon so oft, hielt er dem Druck stand. Nach einer tadellosen Runde auf dem 5,125 Kilometer langen Kurs blieb er erstmal im Auto sitzen und hörte sich den Funk an, weil die Rivalen noch hätten nachlegen können. Dass er sich äußerlich nicht so gefreut habe, habe daran gelegen, dass er lange nicht gewusst hatte, ob es reichen würde, erklärte Vettel. Es reichte wie vor einem Jahr, damals gewann er das Debütrennen.

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