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VfB Lübeck Historische, hanseatische Duelle
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21:35 06.04.2013
Von Peter-Wulf Dietrich
1977: Lübecks Reimer Dalinger (l.) und Peter Nogly bei der Begrüßung. Von 1986 bis 1989 trainierte der HSV-Profi den VfB. Quelle: hfr
Lübeck

Diesen Tag wird Artur Leipert nie vergessen. „Es war wie ein Traum“, erzählt der heute 75-Jährige. 3:1 gewann der VfB Lübeck am 2. Februar 1958 in der damaligen Oberliga gegen den Hamburger SV. Leipert spielte damals Stürmer wie Uwe Seeler. Leipert erzielte einen Treffer, Seeler ging leer aus. Später wurde Leipert Stopper: „Bei vier Partien war Uwe mein Gegenspieler. Ich bin immer noch stolz darauf, dass er nur drei Tore gegen mich machen konnte.“

Am Dienstag heißt das Duell wieder VfB Lübeck gegen den Hamburger SV. Es ist kein Punkt- oder Pokalspiel. Der Bundesligist kommt als Retter auf die Lohmühle (18 Uhr). Sämtliche Einnahmen behalten die Grün-Weißen, die mit dem Geld die Löschung des Vereins verhindern konnten.

Leipert wird übermorgen wieder ins Stadion pilgern und wehmütig an bessere Zeiten denken. Obwohl der VfB damals trotz des Sensationssieges (und weiterer Erfolge gegen Bremen, Hannover und Phönix Lübeck) absteigen musste. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Dietmar Scholze schwärmt noch heute von diesem Spiel: „So etwas habe ich seitdem nie wieder erlebt. 18 000 Zuschauer auf der Lohmühle.

Es war ein Hexenkessel, als Gawletta und Oberbeck zum 2:1 und 3:1 trafen.“

Ein ähnliches Duell — allerdings ohne Happyend — gab es in der Saison 1962/63. Der VfB führte 3:1 und verlor noch mit 3:5. „Unser Keeper Klaus Alves hielt zuerst sensationell“, erinnert sich Scholze.

„Aber in der letzten Viertelstunde unterliefen ihm einige Fehler.“ Das war für den Saisonverlauf nicht mehr entscheidend: Der VfB hatte die Qualifikation für die Bundesliga schon vorher verspielt.

So gab es in den nächsten Jahrzehnten nur noch Freundschaftsspiele gegen die Rothosen. Und auch die waren manchmal brisant. Wie der Test am letzten Tag des Jahres 1977. Rund 12 000 Zuschauer pilgerten auf die Lohmühle. Sie wollten einmal Kevin Keegan live erleben. 2000, die beim Anpfiff noch vor den Eingängen standen, sahen Keegan gar nicht mehr. Gleich zu Beginn holte Lübecks „Mucker“

Preuß den Weltstar aus England dreimal von den Beinen. Nach zehn Minuten riss bei Keegan der Geduldsfaden. Er streckte Preuß mit einem Faustschlag zu Boden. Schiedsrichter Tiede blieb keine andere Wahl — Platzverweis.

Keegan rannte in der Kabine, packte seine Sachen, ließ ein Taxi kommen und verschwand. Bitter für den HSV und die „Mighty Mouse“: Er wurde für acht Spiele gesperrt. „Jahrelang hat der damalige HSV-Manager Günter Netzer nicht mit mir gesprochen“, sagt Scholze. „Erst bei einem Cognac haben wir uns wieder versöhnt.“

Der HSV sorgte auch Ende der 80er Jahre für eine volle Hütte. Einmal reichten die Eintrittskarten nicht aus. Mit 8000 Fans hatte der Schatzmeister gerechnet, aber 12 000 kamen. „Einige Zuschauer drückten den Ordnern das Geld in die Hand, andere kamen ohne zu bezahlen ins Stadion“, sagt Scholze, der dankbar ist, dass es Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus möglich gemacht hat, dass der HSV zum Retterspiel kommt.

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Peter-Wulf Dietrich

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