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VfL Lübeck-Schwartau 21:25 – Trutzburg Hansehalle ist gefallen
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau 21:25 – Trutzburg Hansehalle ist gefallen
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16:16 12.11.2018
Thees Glabisch, Janik Schrader, Steffen Köhler und Martin Waschul (v.l.) lassen die Köpfe hängen. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Abpfiff. Den Blick gesenkt, standen Schwartaus Handballer auf dem Feld. Fast hilflos, irgendwie Halt suchend, während nebenan die Eintracht aus Hagen im Jubelkreis tanzte. Und die Ränge leerten sich in Windeseile. Die Trutzburg Hansehalle ist gefallen. Das hatten die 1880 Zuschauer mehr als sechs Monate nicht erlebt. Der VfL Lübeck-Schwartau kassiert gegen Eintracht Hagen eine bittere 21:25 (13:15)-Heimpleite, die erste im siebten Heimspiel. Saisonübergreifend ist es die erste Niederlage nach 197 Tagen, seit dem 24:25 gegen Emsdetten am 28. April.

Greve: „Uns fehlt der zweite Anzug“

Der VfL ist nach der Pleite am Freitag in Wilhelmshaven einer der Verlierer des Doppelspieltages. „Das Wochenende tut unheimlich weh, keine Frage“, gestand Trainer Torge Greve und räumte ein: „Man hat deutlich gesehen, dass uns der zweite Anzug fehlt. Die Jungs gehen auf dem Zahnfleisch, doch was von der Bank kam, brachte keine Entlastung.“ Denn noch immer fehlen Toni Podpolinski (erkankt) und Marcel Möller (Rücken). Polen-Kanonier Pawel Genda (Nasenbeinbruch) war zwar im Kader, „kann aber noch nicht spielen“ (Greve).

Alle Heimspiele des VfL Lübeck-Schwartau im Überblick

42 Stunden nach der Niederlage in Wilhelmshaven, die einmal mehr die Auswärtsschwäche des VfL offenbarte, hatte Schwartau auf sein Heim-Gen gesetzt. Zu Hause noch mit blütenweißer Weste (sechs Spiele, sechs Siege) – top in der 2. Liga – hatte Greve gefordert, „mit den Fans im Rücken die letzten Körner rauszuholen“. Der Auftakt – verhalten bis verheißungsvoll. Der VfL, der mit Talent Janik Schrader auf Rechtsaußen begann, setzte sich nach einem Doppelschlag von Thees Glabisch (schön freigespielt durch Jan Schult plus ein Konter nach Parade von Dennis Klockmann) auf 4:2 (7.) ab.

Hagens Gaubatz bärenstark

Alles im Lot? Denkste! Denn nach dem 5:4 (8.) – Schwartaus letzter Führung vor der Pause – übernahm Hagen das Kommando. „Wenn die Eintracht ins Laufen kommt, wird’s eng“, hatte Greve vor dem Spiel gewarnt und wurde bestätigt. Offensiv schnell, beweglich mit einem überragenden Halbrechten Jan-Lars Gaubatz (8 Würfe/7 Treffer zur Pause) und nach Ballgewinnen mit gutem Konterspiel setzten sich die Gäste auf 7:5 (13.) ab. Greve reagierte, nahm nach 14 Minuten die erste Auszeit, doch die Probleme blieben. Offensiv fanden Runarsson, Claasen & Co. zudem kein Mittel, um die bewegliche, immer offensivere Eintracht-Abwehr auszuhebeln.

Tim Claasen wird von Hagen Dominik Waldhof gestoppt. Quelle: Agentur 54°

Und hinten tanzten die Gäste die pomadige VfL-Abwehr immer wieder aus, machten Klockmann das Leben schwer. Es fehlte die Galligkeit, der „Killerinstinkt“ (Greve). Hagen enteilte so auf 11:7 (20.). Greve forderte lautstark seine Männer immer wieder zu mehr Aktivität auf. Zumindest offensiv half es. Das lag vor allem an Markus Hansen. Nach seiner Fußverletzung ab der 18. Minute im Spiel, wirbelte er vorn, ging in die Lücken, brachte so Schwung ins Spiel. Beim 11:12 (24.) war Schwartau dran. Mehr nicht. 13:15 zur Pause.

VfL zehn Minuten ohne Tor

Doch das änderte sich nach Wiederanpfiff. Der VfL nun wie verwandelt: bissig, mutig, offensiv auf die Nahtstellen gehend. Und hinten stand endlich die Wand, ließ sechs Minuten keinen Gegentreffer zu. Das reichte, um die Partie mit einem 4:0-Lauf zu drehen. Steffen Köhler sorgte für die Führung (16:15/38.), Jan Schult legte zum 17:15 (36.) nach. Hallen-DJ Volker Nage ließ „Keine Panik auf der Titanic“ vom Band laufen. Der VfL wirkte wie ein Diesel, der nach einem Kaltstart endlich auf Betriebstemperatur war.

Enttäuschung pur: Trainer Torge Greve und sein Team. Quelle: Agentur 54°

Doch der Motor stotterte erneut – nach dem 20:19 (48.). Wieder setzte Hagens Laufspiel dem VfL zu. Wieder stockte es im Angriff. „Doch die Chancen waren da, Dresrüsse im Tor hat uns den Zahn gezogen“, ärgerte sich Greve. Der Ex-Nationalkeeper Nils Dresrüsse vernagelte seinen Kasten, Bruhn, Metzner, Schult – alle scheiterten. In Zahlen las sich das so: 20:24 (57.). Als Glabisch frei von Linksaußen werfend erst am Pfosten, dann an Dresrüsse scheiterte (56.), nahmen die Flecken auf der weißen VfL-Weste Kontur an. Erst nach zehn Minuten gelang wieder ein Tor. Doch Schults 21:24 (58.) war nur noch Kosmetik, die Partie längst verloren. „Wenn Leistungsträger fehlen, dann noch ein, zwei ausfallen, ihre Leistung nicht bringen, können wir das derzeit nicht kompensieren“, sagte Greve.

Sonntag beim Tabellenzweiten Essen

„Am Willen lag es nicht. Wir wollten, hatten aber zu viele individuelle Fehler. 25 Gegentore sind auch zu viel“, befand Käptn Martin Waschul. Und Greve schaute voraus: „Jetzt heißt es Kopf hoch. Abhaken und Weitermachen.“ Doch es wird nicht einfacher. Am Sonntag gilt es beim Tabellenzweiten Essen. Und Tusem hat am Freitag in Hagen gezaubert, mit 28:22 gewonnen.

Die Statistik

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1.– 51./8 Paraden), Mallwitz (ab 51./ 3 Paraden/1 Siebenmeter) – Glabisch 4/1, Genda, Hansen 4, Ranke, Waschul, Schult 4, Damm, Köhler 2, Schrader 1, Kretschmer, Claasen 3, Runarsson 1, Bruhn 1, Metzner 1.

Eintracht Hagen: Mahncke (1. – 34./3), Dresrüsse (ab 34./9) – Brand, Kress 1/1, Sabljic 3, Tubic 4, Pröhl 1, Konitz 2, Waldhof, Gaubatz 10, Bornemann, Mestrum 2, Stefan 2, Toromanovic.

Siebenmeter: 1/1 – 2/1 (Kress scheitert an Mallwitz). Zeitstrafen: 1 – 5.

Spielfilm: 0:2 (2.), 3:2 (6.), 5:7 (13.), 7:11 (20.), 11:12 (24.), 13:15 (HZ) – 17:15 (36.), 17:16 (37.), 20:19 (48.), 20:24 (57.), 21:25 (60.).

Jens Kürbis

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