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VfL Lübeck-Schwartau 26:25 – Schwartau mit offenem Visier zum Sieg des Willens
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau 26:25 – Schwartau mit offenem Visier zum Sieg des Willens
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22:44 14.12.2018
War mit 8/2 Treffern bester VfL-Werfer: Thees Glabisch. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Als Antonio, „die Peitsche“, Metzner 60 Sekunden vor Schluss den Ball zum 26:24 ins Netz katapultierte, legte Hallen-DJ Volker Nagel „Sweat Caroline“ auf. 1993 Zuschauer feierten auf den Rängen. Um ein Haar zu früh. Denn nach dem Anschlusstreffer der Gäste verlor neun Sekunden vor dem Abpfiff ausgerechnet Metzner den Ball. Doch die Schiris sahen ein Dresdner Foul. „Da hatte ich Riesenglück, dass sie das gepfiffen haben“, gab der VfL-Torjäger zu. Die Zeit lief runter, das Zittern hatte ein Ende. Der VfL Lübeck-Schwartau bezwang HC Elbflorenz Dresden mit 26:25 (16:13) – der neunte Sieg im zehnten Heimspiel, im letzten 2018.

Alle Heimspiele des VfL Lübeck-Schwartau im Überblick

„Das war ein Sieg der Leidenschaft, auch des Willens, wenn man sieht, mit welcher Truppe wir aufgelaufen sind“, war Trainer Torge Greve erleichtert. Das Wie, „ob mit Glück oder ohne“, es interessierte ihn nicht. „Es zählen nur die Punkte. Hut ab vor den Jungs.“

Lübeck-Schwartau mit 5:1-Blitzstart

Der VfL im Spiel eins nach dem Genda-Schock, dem Kreuzbandriss des Polen-Kanoniers. Die frohe Botschaft: Spielmacher Dadi Runarsson (muskuläre Probleme) gab grünes Licht. Doch es blieb immer noch eine Rumpftruppe (ohne sechs Stammkräfte). Und die rückte zusammen, zeigte ein Tempo-Spektakel. Die offensive, fast bis zur Mittellinie deckende Dresdner Abwehr wurde immer wieder Überlaufen. Die beste „Waffe“ war allerdings das Tempospiel durch Gegenstöße und die schnelle Mitte. Der VfL rannte so mit fünf Treffern in Folge auf 5:1 (5.) davon. „Ein unfassbares Tempo. Beide haben mit offenem Visier gespielt“, fand Keeper Dennis Klockmann.

Denn Dresden hielt beim „Höllenritt“ mit. Angetrieben vom Tschechen-Motor Roman Becvar (90 Länderspiele) gefiel der HC mit flottem, gefälligen Positionsangriff, blieb dabei allerdings nicht fehlerlos. Und das bestrafte der VfL mit einer in der Art selten erlebten Konsequenz. Glabischs Treffer zum 12:8 (20.) – der vierte Konter, der siebte Schnellangriff.

Sieg im Bruderduell: Finn Kretschmer bezwang mit dem VfL Lübeck-Schwartau Dresden und seinen Bruder Nils. Quelle: Agentur 54°

Bruderduell zwischen Finn und Nils Kretschmer

Das Spiel, es war auch ein Bruderduell, das von Finn und Nils Kretschmer. Schon das erste hatte Finn im Februar 2014 mit dem VfL gewonnen. Damals spielte sein Bruder noch für Großwallstadt. Und der lud nach anfänglichen Ladehemmungen durch (2 Treffer). Da auch Ungarn-Torjäger Pulay traf, war Dresden beim 11:12 (23.) wieder dran. „Da haben wir unseren Vorsprung durch zwei, drei verworfene Bälle hergegeben“, monierte Greve.

Bruderduell: Finn Kretschmer (l.) und Dresdens Nils Kretschmer. Quelle: Agentur 54°

Ging dem VfL bei der Handball-Hatz die Puste aus? Denn die leichten Fehler mehrten sich, sogar in Überzahl. Elbflorenz-Kretschmer sorgte für die zweite Dresdner Führung (18:17/39.). Doch der VfL kämpfte sich zurück. Die Schlussphase: Kampf und Emotionen pur. Kaltschnäuzig: Youngster Janik Schrader traf per Rakete aus dem Unterarm zum 22:20 (50.) – in Unterzahl. Schult erhöhte auf 23:20 (50.). Es wurde hitzig, auch hart. Wichtig: Keeper Klockmann parierte gegen Becvar. Glabisch – mit acht Treffern bester Werfer – blieb eiskalt von der Siebenmeterlinie. Und dann kam Metzner . . .

Steffen Köhler setzt sich am Kreis durch. Quelle: Agentur 54°A

Nils Kretschmer: „So zu verlieren ist bitter“

„Das war ein attraktives, ein hochwertiges Spiel, in das wir alles reingegeben haben“, war Klockmann nach dem ersten Schwartauer Sieg gegen Dresden die Erleichterung anzusehen. Nils Kretschmer haderte hingegen mit dem Ausgang: „So zu verlieren ist bitter. Schiris hin oder her. Aber es war ein geiles Spiel, mit viel Feuer. Und es war cool mal wieder in der Hansehölle zu spielen.“ Bruder Finn hatte das Schlusswort des Siegers: „Jeder hat von uns seinen Beitrag geleistet. Und Siege gegen den Bruder sind immer noch die schönsten.“ Denn in der Jugend hatte er im sportlichen Wettstreit immer das Nachsehen. Doch das ist eine andere Geschichte . . .

Die Statistik zum Spiel

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1.-60./9 Paraden/1 Siebenmeter), Mallwitz – Glabisch 8/2, Cordes, Ranke, Waschul 1, Schult 5, Köhler 2, Schrader 1, F. Kretschmer 1, Meisner, Runarsson 2, Bruhn, Metzner 6.

HC Elbflorenz Dresden: Huhnstock (1. – 14./0), Halfmann (ab 14./7 Paraden) – Pulay 7, Jurgeleit 6, Emanuel, Dierberg 2/1, Buschmann, De Santis, Flöd 3l, N. Kretschmer 3, Hoffmann 1, Greß 1, Becvar 1, Quade 1, Pechstein.

Zeitstrafen: 2 – 5.

Siebenmeter: 3/2 (Glabisch scheitert an Huhnstock) – 2/1 (Klockmann pariert gegen Kretschmer)

Zuschauer: 1993 in der Lübecker Hansehalle

Schiedsrichter: Lukas Müller/Robert Müller

Spielfilm: 0:1, 5:1 (5.), 7:2 (9.), 7:5 (11.), 10:7 (17.), 12:8 (20.), 12:11 (24.), 15:12 (28.), 15:13 (HZ) – 16:13 (31.), 16:16 (36.), 17:18 (39.), 21::20 (47.), 23:20 (50.), 24:23 (56.), 26:25 (Ende).

Jens Kürbis

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