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VfL Lübeck-Schwartau 30:21 - und „Podde“ ist zurück
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau 30:21 - und „Podde“ ist zurück
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12:43 11.02.2017
Lübeck

Es ist der Moment des Spiels. 50 Minuten sind in der Hansehalle gespielt, als sich die 1971 Zuschauer unter „Podde, Podde“-Rufen ergriffen von ihren Plätzen erheben. Hallen-DJ Volker Nagel legt Marius-Müller Westernhagen auf: „Ich bin wieder hier, in meinem Revier, war nie wirklich weg.“ Toni Podpolinski (30) steht auf der „Platte“. Gänsehautstimmung.

Der Rückraumrechte, der im Sommer 2015 die Schock-Diagnose Krebs erhalten, den Tumor sechs Monate später besiegt hatte, ist wieder zurück. Nach 663 Tagen – sein letztes Spiel war am 19. April 2015 in Rostock – feiert die „Nummer 8“ ihr Comeback. „Das ist unbeschreiblich, wenn sich die Halle für einen erhebt. Da bleibt einem die Luft weg, hat es den Rücken runter gekribbelt“, gestand „Podde“

später. Auch, dass sich alles vertraut angefühlt hatte – die Erwärmung, das Auflaufen, die Fans. „Einfach sensationell.“

Und das Spiel fügte sich nahtlos in das Stimmungsbild ein. Der VfL Bad Schwartau bezwang den bisher in der Saison stark aufspielenden Aufsteiger SG Leutershausen mit 30:21 (18:8) – dank einer überragenden ersten Halbzeit. „Die richtige Reaktion nach dem Rimpar-Spiel, einfach schön“, freute sich Trainer Torge Greve. Von Beginn zeigen, wer Herr im Hause ist, der starken Junioren-Rückraum- Combo den Spaß nehmen – das hatte Greve gefordert. Und seine Jungs hielten Wort. Nach einem ersten Abtasten (1:2/3.) drehte der VfL auf. Oliver Milde und Antonio Metzner zündeten Raketen aus dem Rückraum. Jasper Bruhn (spielte von Beginn an) traf von rechts. Und hinten stand die Abwehr wie eine Wand. Der Mittelblock (Waschul/Ranke) – knallhart. Keeper Dennis Klockmann – eine Bank. Das Erfolgsrezept aber: Nach Ballgewinnen schaltete der VfL den Turbo zu. Ob mit Tempogegenstoß oder zweiter Welle – Leutershausen wurde regelrecht überrollt. Mit sechs Treffern in Folge zog der VfL von 3:3 (5.) auf 9:3 (13.) weg. Leutershausens junge Wilde wirkten beeindruckt, verunsichert. Sie brauchten zehn Minuten, für das nächste Tor. Doch so richtig erholten sie sich nicht. Schwartau spielte wie ein Schweizer Uhrwerk – präzise, exakt, fehlerlos.

Greve ballte immer wieder seine Faust, die Fans jubelten ob der entzückenden Partie. Nur die 40-köpfige, in rot gewandete SGL-Fangruppe wurde immer leiser. Denn als Jan Schult kurz vor der Pause traf, war Schwartau schon auf 17:7 enteilt. „Eine unfassbar gute Halbzeit. Wir hatten fast 80 Prozent Angriffseffektivität“, analysierte Greve.

Immer weiter – 23:11 stand es nach 36 Minuten (Schult). Der VfL verwaltete seinen Vorsprung. Eine Freude: 2,07-Meter-Riese Metzner. Der 20-Jährige, der seinen Vertrag bis 2019 verlängert hat, genoss den Nummer-eins-Part im rechten „Aufbau“, traf bei 11 Würfen acht Mal. „Antonio muss man rausheben“, lobte Greve, „er war unheimlich effektiv, hat zum richtigen Zeitpunkt getroffen.“ Metzner, der vor dem Spiel „richtig nervös“ gewesen war, strahlte: „So macht Handball Spaß. Heute hat viel gepasst, auch bei mir. Vertrag verlängert, gutes Spiel, das macht Bock auf mehr.“ Das gilt auch für den torlosen Helden mit der schönsten Botschaft des Abends: „Podde“ ist zurück!

Die Statistik zum Spiel

Schwartau: Klockmann (1.- 50./10 Parad.), Mallwitz (ab 50./3) – Glabisch 7/3, Milde 5, Hansen 2, Ranke 1, Waschul, Schult 3, Wischniewski, Schlichting 1, Bruhn 3, Metzner 8, Podpolinski.

 Leutershausen: Hübe (11 Paraden), Mangold (3) – Salger 2, Kupijai 1, Pfattheicher 2, Ruß, Bauer 1, Spohn 2, Conrad, Karpstein 4/3, Möller 5.

Siebenmeter: 3/3 – 5/3. Zeitstrafen: 4 - 4.

Spielfilm: 1:2 (3.), 3:2 (5.), 9:3 (13), 11:6 (19.), 14:6 (23.), 17:7 (28.), 18:7, 18:8 (HZ) – 23:11 (36.), 23:15 (41.), 26:15 (45.), 28:18 (50.), 29:21 (57.), 30:21 (Ende).

 Jens Kürbis

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