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38:31 — ein neues Pokal-Wunder

Lübeck 38:31 — ein neues Pokal-Wunder

Schwartaus Zweitliga-Handballer kicken Erstligist Hannover-Burgdorf mit 38:31 aus dem Pokal. Überragend: der Angriff um die zehnfachen Torschützen Schult und Glabisch.

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Lübeck. Fünf Minuten vor Schluss standen die Zuschauer. Sie witterten die Sensation. Die nur 986, sie machten Lärm für 3000. Das Spektakel dazu boten Schult & Co. auf dem Feld. Als sich Toni Podpolinski zweieinhalb Minuten vor Schluss durchtankte, zum 36:31 traf, schallte es „Sieg, Sieg, Sieg“. Und als mit dem 19-jährigen Thees Glabisch, neben Jan Schult (10 Treffer) überragend, „Mr. Right“ mit seinem zehnten Treffer den Schlusspunkt zum 38:31 (17:12) setzte, wurde die Hansehölle zum Freudentempel. „Oh, wie ist das schön“. Das Pokal- Wunder, es war perfekt.

Schwartaus Zweitliga- Handballer hatten die Millionen-Truppe von der Leine (2,6 Mio. Euro Etat), den TSV Hannover-Burgdorf, die Profis aus neun Nationen, aus dem Pokal gekickt. Nach Lemgo und Wetzlar — der dritte Erstligist in vier Jahren.

„Überragend. Schwartau und Pokal — das hat eine eigene Magie“, strahlte VfL-Trainer Torge Greve. Thees Glabisch fand es nur „hammergeil, ich bin sprachlos“. Über die eigene Leistung, den Sieg: „Es hat alles gepasst.“

Und das ab dem ersten Wurf. Die Abwehr — erste Sahne. Schnell, flink. Die Erstliga-Stars, die 400 Länderspiele vereinen, wirkten behäbig, lässig, ja arrogant, trafen zudem auf einen VfL-Keeper Noel, der da weitermachte, wo er gegen Rostock aufgehört hatte (neun Paraden bis zur Pause). Eine Augenweide aber: der VfL-Angriff. Schwartau zerlegte Burgdorf regelrecht. „Sie haben uns nicht ernst genommen, und sind dann aus ihrem Trott nicht mehr rausgekommen“, fand Podpolinski. Der VfL zog so über 10:4 (18.) 12:8 (22) zur Pause auf 17:12 weg, ließ dabei sogar noch etliche Großchancen liegen.

Und in der Halle fragte sich nicht nur Christian Fitzek, wer denn hier der Erstligist ist. „Weltklasse, mehr geht nicht“, schwärmte der VfL-Chef, der es am liebsten gesehen hätte, „ohne Pause weiterzuspielen. Burgdorf bekommt jetzt einen Einlauf vom Trainer in der Kabine.“

Der VfL wurde derweil mit Standing Ovations wieder begrüßt. „So etwas habe ich seit Jahren nicht erlebt“, kriegte sich Hallen-DJ Volker Nagel nicht ein. Doch würde es reichen? Burgdorf kam, vor allem dank der individuellen Klasse des 2,03-m-Slowenen Mackovsek (7 Treffer nach der Pause), war beim 20:21 (41.) erstmals dran. Die VfL-Abwehr wankte, doch der Angriff hielt dagegen. Dank Schliedermanns Power, Schults „Schleuder“, Glabischs Frechheit (Ball weggespitzelt zum 31:27/53.), Fritschs wichtigem Treffer zum 29:25, auch dank Podpolinski, der nach Schult-Manndeckung in die Bresche sprang.

„38 Tore — und das gegen einen Erstligisten. Überragend“, fand Schult. „Es war wieder mal unser Pokal-Tag.“ Ein neues Wunder. Und das hatte mehr verdient, als 986 Fans. Wen wünscht sich Schult jetzt?

„Egal, nur nicht schon wieder Kiel oder Flensburg.“

Die Statistik zum Spiel
VfL Bad Schwartau: Noel (1. - 40.; ab 42. 12 abgewehrte Bälle), Panzer (40.-42.) — Glabisch 10/2, Schwarz 2, Podpolinski 4, Reiter, Fritsch 2, Waschul, 1 Schult 10, Tretow (n.e.)., Kretschmer 3, Schliedermann 5, Kalski, Quade 1.

TSV Hannover-Burgdorf: Weber (10 abg. Bälle), Ziemer — Johannsen, Candau, Mocsai, Patrail 2, Buschmann 1, Hykkerud, Lehnhoff 8/2, Rydergard 1, Szüczs 4, Sevaljevic 5, Mackosve 7, Kastening 3.

Siebenmeter: 4/2 - 2/2. Zeitstrafen: 1 —3.

Spielfilm: 4:1 (8.), 4:2, 9:2 (16.), 9:4, 10:4 (18.), 10:6 (19.), 12:6 (21.), 13;9 (23.), 16:11 (27.), 17:12 (HZ) — 18:12 (32.), 18:16 (36.), 21:18 (39.), 21:20 (41.), 25:21 (45.), 26:24, 28:24 (48.), 29:26 (50.), 31:27 (52.), 33: 28, 33:30, 35:30 (57.), 38:31

Jens Kürbis

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