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VfL Lübeck-Schwartau Erhöhter Etat für die 2. Liga
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Erhöhter Etat für die 2. Liga
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23:37 24.02.2018
Lübeck

Michael Friedrichs schaute nach dem 26:23 über Dessau zufrieden in „sein“ Wohnzimmer. Der neunte Heimsieg im elften Heimspiel – die Hansehalle ist wieder eine Festung. Auch dank der Fans. 2176 Zuschauer, ein binnen zweier Wochen erneutes „Ausverkauft“ – das hat der Chef der Schwartauer Handballer noch nicht erlebt. Der VfL bleibt so auch weiterhin im Aufstiegsrennen, nur zwei Zähler hinter Platz zwei. Lübeck-Schwartau auf Kurs 1. Liga. Ein Meilenstein: Bis Donnerstag muss der Lizenzantrag für die Saison 2018/19 bei der Handball-Bundesliga (HBL) in Köln vorliegen.

Sorgte beim Sieg über Dessau für Torgefahr aus dem Rückraum: Jan Schult (10 Würfe/6 Treffer). Quelle: Foto: Felix König

Reicht der VfL die Unterlagen für die 1. Liga ein? „Noch nicht“, wehrt Friedrichs ab, „jetzt geht es erst einmal nur um die Zweite Liga.“ Antrag Aufstieg ist vertagt. Erst Ende März werden alle Zweitligisten angeschrieben, die im Aufstiegsrennen sind. Friedrichs: „Wenn wir noch dabei sind, werden wir das mit dem Beirat bereden. Aber es spricht nichts dagegen, die Lizenz zu beantragen.“

Morgen geht so erst einmal das Zweitliga-Paket auf die Reise. „Das sind gut 30 Seiten plus Anhänge“, sagt Friedrichs. Die Unterlagen reichen von Erklärungen über Spielerverträge, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Jahresabschlüsse bis hin zu infrastrukturellen Kriterien (Halle). Und das sind die wichtigen Eckdaten dazu:

Kader: Der VfL plant mit einem 17-köpfigen Kader. Offen sind noch die Personalien Janik Schrader (Berufung in den U20-Nationalkader, ihm liegt ein Dreijahresangebot vor), Christoph Schlichting und Keeper Marino Mallwitz. Als Neuzugang kommt Rechtsaußen Finn Kretschmer (TVB Stuttgart) hinzu. Kommen weitere Neue? Friedrichs: „Stand jetzt, nein.“

Etat: „Wir wollen den Etat um 20 Prozent erhöhen“, sagt Friedrichs, betont aber, dass er die genaue Zahl nicht nennen werde. Nur: Bei jetzt einer Million Euro sind das nach Adam Riese 1,2 Millionen. Das Gros des Etats (rund zwei Drittel) sind Personalkosten (ca. 25 Personen/17 Spieler, Cheftrainer im Fulltimejob, Geschäftsstellen-Mitarbeiter, Minijobber). Zur Einordnung: Damit liegt der VfL im Etat- Mittelfeld. Der Bergische HC plant aktuell mit 2,5 Millionen Euro.

Sponsoren: Den Topf speisen mehr als 100 Sponsoren. Den Löwenanteil mit mehr als 350000 Euro stemmen sieben Hauptsponsoren (Minimum-Beitrag: 50000 Euro).

Wirtschaftlicher Träger: HM Handball Marketing GmbH & Co. KG. Oberstes Entscheidungsgremium ist der Beirat (Vorsitzender: Kay Jonas/Jonas Bauelemente). Geschäftsführer ist Michael Friedrichs.

Das aber im Nebenjob (450 Euro). Ein Novum in der Liga. Friedrichs: „Auf Dauer geht das nicht. Wir brauchen da eine hauptamtliche Kraft.“ Der VfL Bad Schwartau e.V. bringt die Lizenz und die Bürgschaft (20000 Euro) ein. Und: Die KG hat jetzt 13 Kommanditisten, mit einer Einlage von mehr als 375000 Euro.

Zuschauer: Aktuell hat der VfL einen Schnitt von 1961 Zuschauern. Friedrichs: „Wir planen defensiv mit einem Schnitt von 1800 Zuschauern.“ 200 mehr als im Vorjahr. Werden die Ticketpreise (17 Euro Innenblock/15 Euro Außenblock) erhöht? Friedrichs: „Das ist in der Diskussion.“

Auflagen: „Wir haben die HBL-Auflage erfüllt, unser negatives Eigenkapital zum 31. Dezember 2017 um weitere zehn Prozent abzusenken“, sagt Friedrichs. In Zahlen (die er nicht nennen will):

Das negative Eigenkapital wurde auf 168300 Euro abgeschmolzen.

Altlasten: Friedrichs: „Wir haben die Verbindlichkeiten aus alten Zeiten komplett abgebaut.“ Die betrugen zu seiner Amtsübernahme im Sommer 2014 fast 500000 Euro.

Fazit Friedrichs: „Ich bin mir sicher, wir werden die Lizenz wieder ohne Auflagen bekommen.“ Für die 1. Liga wäre das so sicher nicht zu erwarten. Der VfL müsste in einigen Punkten (Halle, Etat, Strukturen) nachjustieren.

Baut VfL seine Serie aus?

. Erst drehten Podpolinski & Co. an der Schwartauer Jahnhalle ihre Runden. Anschließend gab es Indoor ein Mini-Training, Video und ein von den Spielern organisiertes Frühstück. So stimmten sich Schwartaus Handballer auf Teil zwei des Doppelspieltages ein. Der führt sie nach dem umjubelten 26:23 gegen Dessau heute zu Eintracht Hagen (17 Uhr).

„Alle sind nach dem körperlich doch sehr intensiven Freitagspiel etwas müde. Bis zum Sonntag ist die Müdigkeit aber weg“, ist sich VfL-Trainer Torge Greve sicher. Um 9.30 Uhr rollt der VfL-Tross heute an den Rand des Ruhrgebiets. „Ich hoffe, wir kommen bei dem angekündigten Schneefall gut durch“, sagt Greve. Aus gutem Grund: Zuletzt in Dresden verschlief der VfL die erste Halbzeit, lag fast aussichtslos 6:13 zurück. „Das wird uns so nie wieder passieren“, versichert Greve.

Hagen, der Aufsteiger, hat sich zum Überraschungsteam der Liga gemausert. Die Eintracht siegte in Serie gegen Emsdetten und Nordhorn, beim Erstliga-Absteiger Balingen und hielt am Freitag beim 23:26 beim Spitzenreiter Bergischer HC die Partie bis zur 55. Minute offen. „Sie bringen jetzt auf die Platte, was sie an Potenzial haben“, sagt Greve und meint damit die Besetzung. Ob Dragan Jerkovic (TVB Stuttgart), der sich den Job im Tor mit dem Ex-Schwartauer Tobias Mahncke teilt, oder der Rückraumlinke Sebastian Schneider (Flensburg, Füchse Berlin, Lemgo) – alle sind erstligaerfahren. Greve:

„Dazu hungrige Talente, das macht sie so spielstark. Aber wir haben genügend Qualität, um gegenzuhalten.“ Und: Der VfL ist der Meister der Doppelspieltage. Im Vorjahr gab es sechs Siege in sechs Spielen, in dieser Saison bisher drei Siege in drei Partien. jek

Jens Kürbis

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