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VfL Lübeck-Schwartau Erst aussortiert, dann Matchwinner
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Erst aussortiert, dann Matchwinner
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23:13 12.02.2018
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Lübeck

Abpfiff. Torhüter Marino Mallwitz stürmt auf Julian Lauenroth zu, hebt den 1,70 Meter kleinen Wirbelwind hoch und tanzt mit ihm im Arm. Und dann fällt auch schon der Rest des Teams jubelnd über den Flügelflitzer her. Der Medizinstudent war der Matchwinner in einem zähen Spiel. Nicht nur wegen seiner acht Tore, seiner blitzsauberen Bilanz ohne Fehlwurf. Lauenroth hatte auch die „Big Points“, die wichtigen Punkte, gesetzt. Und das keine 48 Stunden, nachdem er erfahren hatte, dass man ihn zur neuen Saison nicht mehr will, er keinen Vertrag mehr erhält. Besonders angestachelt fühlte er sich deshalb aber nicht: „Klar, ich würde auch nach dem Juli gern bleiben. Aber so ist das Geschäft, ich habe gewusst, dass dies passieren kann, als ich für ein Jahr unterschrieben habe.“ Lauenroth freute sich über seine famose Partie. Erklären konnte er sie nicht: „Es gibt Tage, da läuft es. Da kannst du machen, was du willst.“

Ein Grund sei aber die Halle gewesen. Bis unters Dach gefüllt, sogar auf den Stehplätzen standen die Fans Schulter an Schulter. Ausverkauft! 2176 Zuschauer. So viele hatte es Jahre nicht gegeben.

Die Fans sahen zunächst einen forschen VfL. Tim Claasen kurbelte das Spiel an, Keeper Dennis Klockmann gab der Abwehr Sicherheit. Als dann auch noch Pawel Genda, der polnische Neuzugang, seine erste Rückraumrakete zum 8:5 zündete, war alles gut. Der VfL dominierte, diktierte. Nur: Podpolinski & Co. verpassten es, den taumelnden Essenern den Knockout zu verpassen. Mal waren es abgefälschte Bälle, die Klockmann auf dem falschen Fuß erwischten, mal ein vergebener Siebenmeter. Essen hielt die Partie offen (9:8/25.). „Wir haben unser Können nur phasenweise aufblitzen lassen, ein, zwei Situationen liegen gelassen“, monierte Trainer Torge Greve.

Holprig ging es nach der Pause weiter. Vier Treffer in 15 Minuten – und das mit Überzahlphasen. Es wurde ein kopfloses Anrennen, ein Kampf, ein Krampf. Offensichtlich: Rickard Akerman war als Spielgestalter nicht wirklich eine Alternative. Beim 16:16 (46.) drohte die Partie sogar zu kippen. „In der Phase war es wichtig, dass die Mannschaft stabil geblieben ist“, lobte Greve.

Spielentscheidend: Käptn Martin Waschul fing in Unterzahl einen Pass ab, Sebastian Damm traf per Konter, und Lauenroth legte zum 22:20 und mit sensationellem Tiefflug-Tor zum 23:21 nach. Greve war die Erleichterung anzusehen: „Das war ein Kampfspiel, zäh, ich bin aber zufrieden. Nur 23 Gegentore – top.“ Für Lauenroth freute er sich besonders: „Er war der Matchwinner. Ein schönes Bewerbungsspiel für alles weitere.“ Auch mit Gendas Debüt (7 Würfe/5 Tore) war er zufrieden: „Es gab noch Abstimmungsschwierigkeiten, aber man hat gesehen, wie wertvoll er für uns werden kann. Er ist auch ein sehr emotionaler Spieler.“ Genda selbst war „sehr glücklich. Kurz vorm Einlaufen war ich schon sehr nervös“, gab er zu.

Am Freitag geht es für den VfL jetzt zum Aufsteiger nach Dresden. Und das wohl mit Linksaußen Sebastian Damm, der sich am linken Fuß verletzt hatte. Doch Dr. Dirk Haupt gab gestern Entwarnung: „Es ist nur eine Zerrung am Innenbandapparat. Ich denke, er kann am Freitag spielen.“

Die Statistik zum Spiel

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1. - 60./10 parierte Bälle), Mallwitz (1 Siebenmeter) - Lauenroth 8/3, Genda 5, Podpolinski 2, Akerman 1, Ranke 3, Waschul, Schult 1, Damm 1/1, Köhler, Claasen 1, Schlichting (n.e.), Bruhn (n.e.), Metzner 4.

Tusem Essen: Bliss (1.- 52./10), Mangold (ab 52./1 Siebenmeter) - Beyer 3/3, J. Ellwanger 7, Hegemann 1, L. Ellwanger, Roosna 2, Kintrup 1, Szczesny, Käßler, Müller 2, Seidel 3, Reißky 4, Skroblien.

Siebenmeter: 5/4 (Damm scheitert an Mangold) - 3/3. Zeitstrafen: 4 - 6. Rote Karte: Szczesny (38./3xZweiminuten).

Spielfilm: 3:1 (6.), 6:2 (15.), 7:5 (21.), 9:8 (25.), 10:9 (28.), 12:10 (HZ) – 15:13 (39.), 16:16 (46.), 19:17 (50.), 19:19 (52.), 21:19 (56.), 22:20 (57.), 24:21 (59.), 26:23 (Ende).

Jens Kürbis

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