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VfL Lübeck-Schwartau Nichts zu holen in Lübbecke
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Nichts zu holen in Lübbecke
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21:53 29.09.2018
Pawel Genda hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit seine stärkste Phase, insgesamt traf er vier Mal gegen die in den meisten Situationen konsequent zupackende TuS-Abwehr um Marko Bagaric (13), die auch Kreisläufer Steffen Köhler (r.) gut abschirmte. Quelle: imago sportfotodienst
Lübbecke

Als die finale Sirene ertönte, hatte Aaron Ziercke guten Grund, erst einmal tief durchzuatmen. Sein ehemaliger Klub war nicht zu seinem finalen Stolperstein geworden, hatte ihn nicht aus dem Job geworfen. Mit dem 23:16-Erfolg gegen den VfL Lübeck-Schwartau dürfte der Trainer des TuS N-Lübbecke, der als Profi von 1993 bis 1995 beim VfL in der ersten Liga gespielt hatte, zunächst den Kopf aus der Schlinge gezogen haben. Nach 4:6-Punkten aus den ersten fünf Spielen der Saison stehen die Chancen wieder deutlich besser, dass der 46-Jährige beim Erstliga-Absteiger, der unbedingt den Wiederaufstieg schaffen will, weiterarbeiten darf. „Kompliment an die Mannschaft, die in der aktuellen Situation ruhig geblieben und von ihrer Linie nicht abgewichen ist“, lobte Ziercke später.

Sein Gegenüber Torge Greve musste anerkennen: „Mit 16 Toren kann man kein Spiel gewinnen. Unsere Abwehr hat in der 6-0 und auch in der 5-1 gut geklappt, aber allein 14 technische Fehler – das ist zu viel“, legte der VfL-Trainer den Finger in die Wunde. „Nicht Lübbecke hat das Spiel gewonnen, wir haben es verloren, weil wir sie aufgebaut haben, statt die Chancen zu nutzen, als sie da waren. Wir haben kein Kapital aus ihrer Verunsicherung geschlagen.“ Vor dem Spiel hatte er sich noch selbstbewusst gegeben und überzeugt davon, dass seine Mannschaft erneut ihr „wahres Auswärtsgesicht“ zeigen würde. Wie beim überzeugenden 21:17-Erfolg in Rimpar. Doch davon war beinahe durchgehend nur der kämpferische Aspekt wiederzufinden, die konzentrierte, aggressive Abwehrarbeit. Im Angriffsspiel aber lief es nicht rund, leisteten sich die VfLer zu viele technische Fehler und zudem Würfe, bei denen sich Lübbeckes Joel Birlehm auszeichnen konnte. Der ehemalige Junioren-Nationalkeeper parierte bis zur Pause sieben Bälle – und wehrte damit 50 Prozent der VfL-Würfe ab. Dass die Quote nach 30 Minuten nicht noch höher ausfiel, war letztlich Antonio Metzner zu verdanken. Der 2,07-m-Linkshänder traf nach seiner Einwechslung für den ungefährlichen Toni Podpolinski dreimal in Folge, glich so den Zwei-Tore-Rückstand, dem der VfL seit dem 2:4 (11.) nachlief, mit seinem dritten Treffer in Folge zum 7:7 (23.) aus, weil gleichzeitig auch Dennis Klockmann mehrfach parieren konnte. Der vierte Metzner-Streich, der den VfL erstmals in Führung gebracht hätte, strich dann aber am Tor vorbei, zwei TuS-Treffer später mussten Greve und seine Spieler schließlich froh sein, dass Valentin Spohn mit seinem letzten Wurf nur den Pfosten traf, der VfL nach einer wenig sehenwerten, weil vor allem von viel Kampf geprägten ersten Hälfte mit nur zwei Toren Rückstand in die Pause ging.

Das Problem aus VfL-Sicht nach der Pause: Während die Lübbecker zusehends besser zu ihrem Spiel fanden und zugleich ihre engagierte Abwehrarbeit fortführten, fiel dem Team von Torge Greve am gegnerischen Kreis zu wenig ein, die Treffer resultierten meist aus Einzelaktionen. „Insgesamt war unser Angriff zu pomadig, ohne Geschwindigkeit“ gegen eine bewegliche und äußerst konsequente TuS-Deckung. So sei es zu fünf Gegenstoßtoren gekommen und sein Team habe keine Abpraller bekommen, „keine 50:50-Chance für sich genutzt“. Zudem bemängelte Greve: „Es hat die Steuerung aus der Rückraummitte gefehlt.“ Sein Fazit: „Mit sieben Toren Unterschied muss man hier nicht verlieren, hintenraus muss man das anders zu Ende spielen.“ Schon am Mittwoch kann es der VfL wieder besser machen, soll es im Heimspiel gegen den EHV Aue (16.30 Uhr) in der Lübecker Hansehalle wieder ganz anders aussehen.

Statistik zum Spiel:

TuS N-Lübbecke: Birlehm (9 Paraden), Tatai (1 Siebenmeter)– Genz 1, Walczak 5, Bechtloff 5/2, Gierak, Bagaric, Strosack 4, Rakuvic, Spohn 2, Jaanimaa, Schade, Orlowski 4, Speckmann, Hövels 2. VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (10 Paraden), Mallwitz n.e. – Genda 4, Podpolinski 2, Hansen 1, Ranke, Waschul, Damm 2/1, Köhler, Schrader, Kretschmer, Claasen, Runarsson 1, Möller 1, Bruhn, Metzner 5. Zeitstrafen: 1 – 1. Siebenmeter: 2/2 – 1/2.

Spielfilm: 2:2 (6.), 4:2 (11.), 7:5 (20.), 7:7 (23.), 9:7 (28.) HZ – 12:11 (42.), 16:12 (49.), 20:14 (55.), 23:15 (59.), 23:16.

Christian Schlichting

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