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VfL Lübeck-Schwartau Schwartau besiegt die Angst: Souveräner Sieg gegen Nordhorn
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Schwartau besiegt die Angst: Souveräner Sieg gegen Nordhorn
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22:20 01.04.2016
Markus Hansen warf sechs Tore. Quelle: John Garve
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Lübeck

„Sieg, Sieg!“ Schon lange vor dem Abpfiff skandierten die Zuschauer ihr Stakkato. Handball-Party in der Hansehalle. Edelfan Mirco „Sexmachine“ Petereit versagte beim „Humba, Humba, Tätärä“ sogar die Stimme und über die Boxen lief der Triumphmarsch: „Oh, wie ist das schön!“

So etwas hatten die Fans wirklich lange nicht geseh’n. Nur drei Siege in 13 Zweitligaspielen seit 2009 gegen Nordhorn, der letzte war gar drei Jahre her. Der VfL Bad Schwartau hat sein Nordhorn-Trauma besiegt. Schult & Co. zerlegten die Grafschafter, immerhin den Tabellensechsten, nach allen Regeln der Handball-Kunst, bezwangen den Angstgegner nach einer brillanten Leistung 27:18 (13:7)
„Überragend.Da fällt es mir schwer, einen herauszuheben. Das war kollektiv stark. Jeder Trumpf hat gestochen“, freute sich Trainer Torge Greve. Gäste-Coach Heiner Bültmann gestand: „Schwartau wollte mehr, hatte mehr Power.“

Und das von Beginn an. Für Feuer unterm Dach sorgte dabei die Rote Karte gegen Tobias Skerka (13 . Minute), der bei einer Abwehraktion mehr schützend als aktiv zulangend Nordhorns Spielmacher Nils Meyer im Gesicht traf. Die Schiris Peter Behrens/Marc Fasthoff, die zum Elitekader des DHB gehören, zeigten sofort den Karton. Überzogen! „Was soll ich machen, wenn ich die Hände nicht habe, landet sein Ellenbogen in meinem Gesicht“, erklärte Skerka.

Doch nun waren die 1811 auf den Rängen da, schürten das Hansehöllen-Feuer. In der jetzt hitzigen Partie behielt der VfL aber kühlen Kopf. Vorn: konzentriert, fokussiert, geduldig bis zur Chance spielend, hebelte der VfL die beste Abwehr der Liga (nur 23,8 Gegentore im Schmitt) immer wieder aus.

Die Entdeckung: Markus Hansen als Spielmacher, mehr als nur ein Vertreter des angeschlagenen Daniel Pankofer. Klug das Spiel ankurbelnd, mit einem unglaublichen Zug zum Kreis drückte er der Partie den Stempel auf. Auch defensiv als Skerka-Ersatz im Mittelblock. Hansen – ein Mann mit Leaderqualitäten. Greve: „Er war der Man of the Match.“

Und die Abwehr der Matchwinner. Die Räume flink verdichtend, stellte sie die HSG-Offensive vor Rätsel. Den Rest erledigte Dennis Klockmann im Tor. 21 Paraden, 52 Prozent aller Bälle abgewehrt – überragend. Der VfL enteilte so über 6:3 (17.) auf 10:4 (24.). 13:7 nach beeindruckenden 30 VfL-Minuten zur Pause.

Und es ging so weiter. Hinten raubte Klockmann Wiese & Co. den Nerv. Vorn spielte der VfL wie im Rausch, jeder fügte sich nahtlos ein. 18:10 nach 40 Minuten – alles gut? Oder fiel der VfL in sein Loch, hatte – wie so oft in dieser Saison – einen seiner Aussetzer? Nein! Beim VfL drehte Antonio Metzner auf (4 Tore). Die 1811 feierten das in einer Auszeit mit Standing Ovations – nach 45 Minuten. Das hatte man auch lange nicht geseh’n. Als Metzner den Ball aus dem Rückraum zum 23:14 ins Eck nagelte (50.), war es gelaufen.

„Entscheidend war die kollektive Leistung, vom Torhüter bis zu den Jungs hinter der Bank – jeder hat gebrannt“, freute sich Hansen über das „wirklich tolle Spiel“. Und Klockmann jubelte: „Der Bann ist gebrochen, doch so deutlich hatte das keiner erwartet.“ Und er wünschte sich so eine Abwehr auch mal auswärts. „Die war traumhaft.“ Dann ist auch das Zittern um den Klassenerhalt schnell kein Thema mehr.

Jens Kürbis

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