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VfL Lübeck-Schwartau Schwartau spielt künftig als Co. KG
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Schwartau spielt künftig als Co. KG
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16:47 23.11.2016
Der neue starke Mann hinter den Kulissen: Kay Jonas, Chef von Jonas Bauelemente & Bauservice (Lübeck) wird Beiratschef der neuen Spielbetriebs GmbH & Co. KG der VfL-Handballer. Quelle: Felix König
Lübeck

Schwartaus Zweitliga- Handballer stellen sich für die Zukunft neu auf. Das Wie sollte ein Geheimnis bleiben – bis Samstag. Da hat der VfL zur Pressekonferenz geladen – in die Media Docks. Eine Premiere. Doch in der Einladung (Thema: „... diverse Neuerungen, die dem Profihandball in der Region bessere Zukunftschancen bieten“) hat der VfL ein Geheimnis bereits gelüftet. Als Ansprechpartner wird da Kay Jonas, Beiratsvorsitzender der HM Handball Marketing Spielbetriebs GmbH & Co. KG, genannt. Dass der VfL den wirtschaftlichen Träger in eine Kommanditgesellschaft (KG) plus Beirat geändert hat, ist neu.

Ein Blick ins Handelsregister bestätigt: Die neue Rechtsform ist da schon am 28. August eingetragen (HRA 8501 HL), wurde aber bisher nie öffentlich gemacht. Als Gründungskommanditisten sind die Alt-Gesellschafter der GmbH, Siegfried Drechsel (Chef BMV Röntgen- und Medizinischer Bedarf), Michael Loose (Hoog & Sohn Glashandlung) und Martin Riebow (Steuerberater) aufgelistet, plus Thomas Görß (TG Immobilien), Kay Jonas (Jonas Baulelemente) und die Jacob Sönnichsen AG Flensburg. Dahinter steckt AG- Boss Boy Meesenburg, umtriebiger Macher, der mit „Jacob Cement“ bereits VfL-Sponsor ist und als Beiratschef auch an den Fäden der Flensburger Handballer zieht. 200000 Euro Einlage haben alle bereits in den VfL-Topf eingezahlt – Görß und Meesenburgs AG je 50000 Euro, der Rest je 25000.

Kay Jonas wird Beiratschef. Quelle: hfr

Die KG-Namen bestätigte Kay Jonas auf LN-Nachfrage. Ebenfalls, dass Michael Friedrichs als HM- Geschäftsführer weiter das Sagen hat. Auf die Fragen nach dem Warum (Wechsel in KG, Beirat, Mindesteinlage) und wie der Verein VfL Bad Schwartau e.V. als Lizenznehmer – er muss, laut Lizenz-Richtlinien, 25 Prozent der Stimmenanteile am wirtschaftlichen Träger haben – noch im Spiel ist, verwies er auf Samstag.

Doch was bringt eine KG, also eine Kommanditgesellschaft? „Es verknüpft die Vorteile einer GmbH mit denen einer Personengesellschaft, also KG“, erklärt Dietlind Goldbeck, Notarin und Rechtsanwältin aus Neustadt. Im Klartext: „Eine KG hat steuerliche Vorteile, ist flexibler, auch schneller in punkto Erweiterungen, Beschlüsse und Neuinvestoren, also Kommanditisten, die frisches Geld bringen, aber nicht persönlich haften. Denn die Haftung hat die Komplementärin, in dem Fall die Spielbetriebs GmbH mit Geschäftsführer Friedrichs“, erklärt Dietlind Goldbeck.

Der VfL betritt damit kein Neuland. Die SG Flensburg-Handewitt, der THW Kiel – das Gros der Bundesligisten firmiert bereits als GmbH & Co. KG. „Alle Klubs haben den professionellen Spielbetrieb ausgegliedert, um den Stammverein von Risiken freizuhalten. Mit einer KG wird die Kapitaldecke erhöht, bindet man Geldgeber noch näher an den Verein. Und sie haben über ihre Stimmen Mitspracherecht“, erklärt Flensburgs Manager Dierk Schmäschke. 72 Kommanditisten vereint die SG unter ihrem KG-Dach.

Zurück zur Pressekonferenz des VfL. Am Start sind da auch die Bürgermeister Bernd Saxe (Lübeck) und Dr. Uwe Brinkmann (Bad Schwartau). Eine Überraschung. Kommt jetzt etwa der städtische Schulterschluss? „Zweitliga-Handball künftig als VfL Bad Schwartau-Lübeck?“, titelte die LN bereits im Juli 2015 nach der Namensänderung des TV Bittenfeld in TVB Stuttgart. „Um in der ersten Liga zu bestehen“, erklärte TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt damals, „ist das unumgänglich.“ Die 1. Liga ist auch das langfristige Ziel von Friedrichs & Co.

VfL-Talente am Samstag im Vorspiel gegen Israels Nationalteam

Siebter Sieg in Serie – den peilen Schwartaus Handballer am Samstag gegen die HG Saarlouis an (19 Uhr).

Es ist das Finale einer Saison-Premiere. Denn im Vorspiel ist die A-Jugend in der Hansehalle am Ball (15.30 Uhr) – in einem Freundschaftsspiel gegen Israels Jugendnationalteam.

Die Israelis sind im im Rahmen eines DHB- Partnerprogramms noch bis März 2017 in Deutschland – mit Lehrgängen und Testspielen. Co-Trainer Holger Schmütz freut sich: „Wir sind zwar am Sonntag zu einem wichtigen Bundesligamatch in Berlin, aber so ein Spiel ist eine tolle Sache. Wann haben unsere Jungs schon die Gelegenheit gegen ein Nationalteam zu spielen?“

 Jens Kürbis

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