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Sieg über Tusem Essen vor 2176 Zuschauern

VfL Lübeck-Schwartau Sieg über Tusem Essen vor 2176 Zuschauern

Erfolgreicher Start ins neue Handball-Jahr: Der VfL Lübeck-Schwartau bezwingt Tusem Essen vor 2176 Zuschauern in der in dieser Saison zum ersten Mal ausverkauften Hansehalle mit 26:23 (12:10) und klettert in der Zweitliga-Tabelle wieder auf Platz drei. Überragend in einer teilweise zähen Partie: Rechtsaußen Julian Lauenroth mit 8/3 Treffern.

Tim Claasen (Nr. 28, VfL Luebeck Schwartau) gegen Michael Hegemann (Nr. 8, TUSEM Essen) und Christoph Reissky (Nr. 43, TUSEM Essen) 

Quelle: Felix könig

Lübeck . Als Wirbelwind Julian Lauenroth auf der rechten Außenbahn seinen Gegenspieler austanzte, den Ball im Tiefflug sensationell ins obere Eck zirkelte, Essens Christoph Reißky das Schwartauer Tor verfehlte und Toni Podpolinski die jetzt komplett offensive Gäste-Abwehr überlief und 77 Sekunden vor Schluss zum 24:21 traf, war der Deckel drauf, der erste 2018-Sieg im Sack.

Keeper Marino Mallwitz stürmte nach dem Abpfiff auf Lauenroth zu, hob ihn hoch, tanzte mit ihm im Arm. Keine Frage: Der Medizinstudent war der Matchwinner. Und das 48 Stunden nachdem er erfahren hatte, dass man ihn nicht mehr will, er keinen Vertrag für die neue Saison mehr erhält. „Es gibt Tage, da läuft es. Da kannst du machen, was du willst. Ich bin froh, dass wir dieses zähe Spiel für uns entschieden haben“, sagte der Linkshänder. Besonders angestachelt fühlte er sich aber nicht: „So ist das Geschäft, ich habe gewusst, dass dies passieren kann. Da bin ich professionell genug.“ Trainer Torge Greve freute Lauenroths tolle Partie. „Das hat er super gemacht. Julian war der Matchwinner. Eine schöne Momentaufnahme und ein schönes Bewerbungsspiel, für alles was weitere.“ Greve war die Erleichterung über den erfolgreichen 2018-Auftakt anzusehen „Das war ein Kampfspiel, zäh, ich bin aber insgesamt zufrieden. Nur 23 Gegentore – das war in der Abwehr wieder top.“

Der VfL 2018 – was für ein Andrang. Die Hansehalle bis unters Dach gefüllt, sogar auf den gut 150 Stehplätzen standen die Fans Schulter an Schulter. 2176 Zuschauer. Ausverkauft. Da wollte der neue Einpeitscher auf dem Feld, Carsten „Schoppi“ Schoppenhauer, nicht zurückstehen und schrie sich schon vor dem Anwurf die Stimme heiser.

Und der VfL stürmte mit Siebenmeilenstiefeln los. Es dauerte keine 60 Sekunden, als Fynn Ranke (Vertrag verlängert bis 2022) nach tollem Anspiel von Jan Schult zum 1:0 traf. Dennis Klockmann, der frisch gekürte „LN-Sportler des Jahres 2017“, machte da weiter, wo er im alten Jahr aufgehört hatte – mit Paraden, gab seinen Vorderleuten (mit dem angeschlagenen Käptn Martin Waschul) Sicherheit. Und vorn kam der von Spielmacher Tim Claasen angetriebene VfL-Motor auf Touren. Als sich Jan Schult per zweiter Welle mit Wucht zum 5:2 (13.) durchtankte, lief die Partie in erwarteten Bahnen. Sehenswert, flott, nicht immer fehlerlos. Und nach 18 Minuten war es soweit. Pawel Genda, der Neuzugang kam. Es dauerte drei Minuten bis der polnische Nationalspieler die erste Rückraumrakete zündete - zum 8:5.

Der VfL dominierte, diktierte. Essen – Christoph Reißky spielte nach einer Platzwunde mit Turban - wirkte wie ein taumelnder Boxer. Doch Podpolinski & Co. verpassten den frühen Knockout. Mal waren es abgefälschte Bälle, die Klockmann auf dem falschen Fuß erwischten, mal ein vergebener Siebenmeter (Damm). Oder es waren die ansatzlosen Würfe von Tusem-Spielmacher Jonas Ellwanger, die Probleme bereiteten. Essen rollte so wie auf Rädern immer wieder heran – hielt die Partie offen (9:8/25.). „Wir haben unser Können da nur phasenweise aufblitzen lassen, ein, zwei Situationen liegen gelassen“, sagte Greve.

Holprig, ruckelig – das war das Bild nach der Pause. Vier Treffer in 15 Minuten – und das mit Überzahlphasen. Zu wenig. Gegen die gut gestaffelte 5:1 der Gäste rannte der VfL immer wieder an, oft kopflos. Beim 16:16 (46.) hätte die Partie sogar kippen können, doch Essens Justin Müller jagte den Ball im Tempogegenstoß übers Tor. „In der Phase war es wichtig, dass die Mannschaft stabil geblieben ist. Sie haben es gelöst“, lobte Greve.

Denn es blieb ein Kampf, ein Krampf, bei dem der VfL aber immer eine Antwort mehr hatte. Die spielentscheidende löste der Käptn aus. Waschul fing in Unterzahl einen Pass an den Kreis ab, Damm jagte zum Konter und 21:20 davon und Lauenroth legte zum 22:20 (57.) nach.

„Schwartau war etwas abgezockter, auch glücklicher. Wir haben aber einen großen Kampf geliefert“, sagte Essens Trainer Jaron Siewert. Schwartaus Neuer, Pawel Genda, war einfach nur „sehr glücklich. Ich kann es besser, bin aber sehr zufrieden.“ Seine Bilanz: 7 Würfe/5 Tore. Top!

Einziger Wermutstropfen: Sebastian Damm lag nach Spielschluss mit dickem Tape im Kabinengang. Verdacht auf Bänderriss im linken Sprunggelenk.

Jens Kürbis

Die Statistik

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1. - 60./10 parierte Bälle), Mallwitz (1 Siebenmeter) - Lauenroth 8/3, Genda 5, Podpolinski 2, Akerman 1, Ranke 3, Waschul, Schult 1, Damm 1/1, Köhler, Claasen 1, Schlichting (n.e.), Bruhn (n.e.), Metzner 4.

Tusem Essen: Bliss (1.- 52./10), Mangold (ab 52./1 Siebenmeter) - Beyer 3/3, J. Ellwanger 7, Hegemann 1, L. Ellwanger, Roosna 2, Kintrup 1, Szczesny, Käßler, Müller 2, Seidel 3, Reißky 4, Skroblien.

Siebenmeter: 5/4 (Damm scheitert an Mangold) - 3/3.

Zeitstrafen: 4 - 6

Rote Karte: Szczesny (38./3xZweiminuten).

Zuschauer: 2176 (ausverkauft).

SR.: Dauben/Rohmer.

Spielfilm: 3:1 (6.), 6:2 (15.), 7:5 (21.), 9:8 (25.), 10:9 (28.), 12:10 (HZ) – 15:13 (39.), 16:15 (42.), 16:16 (46.), 19:17 (50.), 19:19 (52.), 21:19 (56.), 22:20 (57.), 24:21 (59.), 26:23 (Ende).

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