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VfL Lübeck-Schwartau 28:25 – mit Keeper Klockmann kam die Wende
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau 28:25 – mit Keeper Klockmann kam die Wende
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13:21 02.12.2018
Matchwinner Dennis Klockmann (m.), jubelt mit Marino Mallwitz (l.) und Janik Schrader. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Puh! Das war nichts für schwache Nerven. Die Zweitliga-Handballer des VfL Lübeck-Schwartau bleiben in ihrem Wohnzimmer eine Macht, besiegten Aufsteiger TV Großwallstadt mit 28:25 (13:17). Doch dazu bedurfte es einer Energieleistung nach der Pause. Der Matchwinner, er stand im Tor: Dennis Klockmann. Mit seiner Einwechslung (ab 30.) kam die Wende, drehte der VfL einen Vier-Tore-Rückstand (14:18/ 33.).

Kretschmer: „Die erste Halbzeit war zum Vergessen“

„Das war kein schönes Spiel, die erste Halbzeit zum Vergessen“, urteilte Finn Kretschmer, „aber, dass wir das Spiel noch gedreht haben, zeigt, dass wir eine starke Truppe sind. Dass Klocki sein Tor vernagelt hat, hat geholfen.“

Es war ein Zittern bis zum Schluss. Erst als Klockmann (trotz sichtbarer Beinverletzung) TVG-Tormaschine Michael Spatz den zweiten Siebenmeter abkaufte, von Außen einen Wurf an den Pfosten lenkte – seine 13. Parade – und Thees Glabisch 25 Sekunden vor Schluss zum 27:24 traf, war der Arbeitssieg im Sack. Und jetzt geht es am Freitag zum Derby nach Hamburg – mit mehr als 300 Fans. Kretschmer freut sich drauf: „Das wird ein Megaspiel.“

Alle Heimspiele des VfL Lübeck-Schwartau im Überblick

Zurück zum gestrigen Spiel: Der VfL startete mit zwei Überraschungen. Marino Mallwitz begann für Klockmann. Spielmacher Markus Hansen war nicht mal im Kader. „Ich hatte die ganze Woche Mandelentzündung“, erklärte Hansen. Offensiv war dies anfangs nicht zu merken. Der VfL startete mit Wucht und Power. Großwallstadt, die „junge, hungrige, nicht ungefährliche Truppe“ (VfL-Trainer Torge Greve), aber auch. So entwickelte sich vor nur 1632 Zuschauern (Minuskulisse in dieser Saison) ein munteres Scheibenschießen. Denn beide Abwehrreihen verdienten sich ihren Namen zunächst nicht.

Greve zur Pause: „TVG hat mit Herz gespielt, wir nicht“

Die Defensive, sonst das Schwartauer Prunkstück, bekam keinen Zugriff. Als sich auch noch die Fehler im Vorwärtsgang mehrten, Würfe neben dem Tor oder in Armen und Beinen des guten TVG-Keepers Redwitz landeten, enteilte der Aufsteiger auf 10:7 (17.). Die Abwehr, löchrig wie ein Schweizer Käse. Auch vorn lief es nicht viel besser. Das Spiel: fahrig, aber mit Chancen. Als Genda, Metzner, Runarsson jedoch nacheinander verwarfen, ging ein Stöhnen durch die Halle. 13:17 zur Pause. Nur 50 Prozent Wurfeffektivität. Trostlos. „Die erste Halbzeit war desaströs“, fand Klockmann. Auch Greve stöhnte: „Der TVG hat mit Herz gespielt, bei uns keiner.“

Kurbelte nach der Pause das VfL-Spiel immer wieder an und traf viermal: Dadi Runarsson. Quelle: Agentur 54°

Runarsson sorgt für Zwei-Tore-Plus

Das Bild änderte sich auch nach Wiederanpfiff nicht – 14:18 (33.). Greve tigerte vor seiner Bank auf und ab, wedelte wild mit dem Armen, klopfte sich immer wieder auf seine Brust. Die Körpersprache gefiel ihm nicht. Das ließ zumindest den Kampfgeist erwachen. Mit Klockmann im Tor (ab 30.) gewann die Defensive Sicherheit. Beim 19:20 durch Metzner (44.) war der VfL beim Hinterher-Rennen erstmals wieder dran. Als Klockmann dann noch einen Siebenmeter (auf der Linie!) abwehrte, Großwallstadts Stark nach einer rüden Attacke gegen Dadi Runarsson (stark nach der Pause) die Rote Karte sah, war auch die Halle da und das Spiel kippte. Genda sorgte für die Führung (21:20/46.). Es blieb aber ein Zittern, doch der VfL vorn. „Isi“ Runarsson sorgte für das erste Zwei-Tore-Plus (23:21/52.). Doch immer wieder war es Klockmann, der für die Big Points, die wichtigen, spielentscheidenden Punkte, sorgte.

Emotionen pur: VfL-Käptn Martin Waschul (l.) gerät mit TVG-Keeper Jan Steffen Redwitz aneinander Quelle: Agentur 54°

Greve: „Mit Emotionen handballerische Defizite überspielt“

Fazit Greve: „Die erste Halbzeit war zu lethargisch, nach der Pause hat man gesehen, was mit Leidenschaft und Konsequenz möglich ist. Mit dem Gesamtauftritt bin ich aber nicht zufrieden, da haben mir zu viele Dinge gefehlt.“ Das Positive für ihn: „Mit Emotionen haben wir nach der Pause handballerische Defizite überspielt. Es tut gut, auch mal so ein Spiel gewonnen zu haben.“

Die Statistik zum Spiel

VfL Lübeck-Schwartau: Mallwitz (1. – 30./5 abgewehrte Bälle), Klockmann (ab 30./13) – Glabisch 5/2, Genda 5, Ranke 1, Waschul 1, Schult 2, Köhler, Schrader, Kretschmer 4, Claasen, Runarsson 4, Bruhn, Metzner 6.

TV Großwallstadt: Redwitz (1.-60./11), Kugis (ein Siebenmeter) – Spatz 6/4, Engels 6, Eisenträger, Blank, Erifopoulos, Schnellbacher, Urban 1, Corak 2, Stark 1, T. Spiess 2, Winkler 2, L. Spiess 3, Göpfert 2.

Siebenmeter: 2/3 (Runarsson scheitert an Kugis)– 4/6 (Spatz verwirft zweimal gegen Klockmann).

Zeitstrafen: 3 – 4.

Schiedsrichter: Pusch/Weiße.

Zuschauer: 1632 in der Hansehalle Lübeck

Disqualifikation: Stark (45.)

Spielfilm: 3:4 (8.), 7:10 (17.), 9:10 (18.), 9:13 (23.), 13:15 (28.), 13:17 (HZ) – 16:18 (38.), 21:21 (48.), 23:21 (52.), 25:24 (56.), 27:24 (60.) 28:25 (Ende).

Jens Kürbis

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