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VfL Lübeck-Schwartau Torge Greve soll Gummersbach retten
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Torge Greve soll Gummersbach retten
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07:00 08.03.2019
Erstligist Gummersbach hat gerufen und VfL-Trainer Torge Greve zugesagt: „Es ist das Höchste, was man erstreben kann.“ Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Die Zweitliga-Handballer des VfL Lübeck-Schwartau stehen ab Sonntag ohne ihren Cheftrainer da. Wie Geschäftsführer Michael Friedrichs am späten Donnerstagabend bestätigte, hat er die Mannschaft im Anschluss an das Abendtraining gemeinsam mit Trainer Torge Greve darüber informiert, dass sich beide Seiten auf eine vorzeitige Vertragsauflösung verständigt haben. Greves Zeit beim VfL endet schon mit dem Heimspiel gegen den TuS N-Lübbecke. Bereits am Sonntag tritt er seinen neuen Trainerjob bei Erstligist VfL Gummersbach an.

Der 44-Jährige, der noch Anfang Februar eine Offerte von Erstligist Bietigheim mit der Begründung ausgeschlagen hatte, er wolle seinen Vertrag erfüllen und „habe mit der Mannschaft noch einiges vor“, hatte Friedrichs am Dienstag über die Anfrage aus Gummersbach informiert und um vorzeitige Vertragsauflösung gebeten.

„Das Höchste, was man erstreben kann“

Immer äußerst engagiert am Spielfeldrand. Torge Greve kam im Januar 2012 von Drittligist TSV Altenholz zum VfL – und blieb etwas mehr als sieben Jahre. Quelle: Agentur 54°

„Es war immer mein Bestreben, es in die 1. Liga zu schaffen – am besten mit dem VfL. Die Aufgabe, einen so traditionsreichen Klub wie Gummersbach vor dem Abstieg zu retten, ist natürlich eine große Herausforderung, aber eben auch eine sportliche Chance, die ich ergreifen will“, begründete Greve. „Es ist das Höchste, was man erstreben kann.“

Bereits Mitte vergangener Woche hatte Gummersbachs Sportdirektor Christoph Schindler, mit dem Greve von 2003 bis 2006 beim TSV Altenholz zusammenspielte, angerufen und ihm einen Vertrag bis Sommer 2020 angeboten. „Ligaunabhängig“, betont Greve – und ist Michael Friedrichs „sehr dankbar, dass er mir diesen Schritt ermöglicht. Es schließt sich ein Kreis. So wie er mich vor sieben Jahren mitten in der Saison geholt hat, lässt er mich jetzt auch wieder gehen.“

Gummersbach stellt Bahtijarevic frei

Quasi zeitgleich mit der Ankündigung des Greve-Abschieds hatte Gummersbach seine Spieler über die Trennung von Trainer Denis Bahtijarevic informiert. Der bosnische Ex-Nationalspieler hatte nach seiner Zeit als Jugend- und Nachwuchstrainer (seit 2012) im November 2017 die Erstliga-Mannschaft von Dirk Beuchler übernommen und zum Klassenerhalt geführt. Der ist beim Gründungsmitglied der Handball-Bundesliga (das als einziges Team seit 1966 durchgängig erstklassig spielt) aktuell erneut in Gefahr. Nach zuletzt drei deutlichen Niederlagen und dem Abrutschen auf Tabellenplatz 16 zogen die Verantwortlichen des zwölfmaligen Deutschen Meisters und elffachen Europapokalsiegers vor dem punktspielfreien Wochenende die Reißleine. Am 17. März wird Greve gegen GWD Minden sein erstes Erstligaspiel coachen.

Greve-Nachfolge noch nicht geregelt

Im Februar 2017 verlängerte Trainer Torge Greve seinen Vertrag zur Freude von VfL-Geschaeftsführer Michael Friedrichs bis 2020. Im Dezember 2018 bat Greve darum, zum Sommer 2019 aussteigen zu können. Nun ist er ab 10. März nicht mehr VfL-Trainer. Quelle: Agentur 54°

Geschäftsführer Friedrichs betonte, er lasse „Torge natürlich nur schweren Herzens gehen nach sieben gemeinsamen, freundschaftlichen Jahren. Aber ich wollte ihm keine Steine in den Weg legen.“ Im Januar 2012 hatte er Greve vom TSV Altenhjolz losgeeist, zuletzt im Februar 2017 vorzeitig mit ihm bis Sommer 2020 verlängert. Im Dezember des Vorjahres hatte Greve dann darum gebeten, ein Jahr früher aussteigen zu können. Und keinen Hehl daraus gemacht, in die 1. Liga zu wollen. Nun ist er bereits ab 10. März nicht mehr Trainer beim VfL Lübeck-Schwartau. Eine Nachfolgeregelung hat Friedrichs derweil noch nicht parat. „Ich weiß es noch nicht. Ich muss das Wochenende nutzen, um eine Lösung zu entwickeln.“ Welche Rolle dabei Co-Trainer Gerrit Claasen und Torwart-Trainer Jörg Engelhardt spielen können, gilt es zu klären.

Friedrichs: Przybecki kann erst im Sommer kommen

VfL-Geschäftsführer Michael Friedrichs mit Piotr Przybecki bei der Vertragsunterschrift. Ein Einstieg vor Vertragsbeginn 1. Juli 2019 ist nicht möglich, sagt Friedrichs. Quelle: Agentur 54°

Piotr Przybecki, der Ende Januar als Greve-Nachfolger ab 1. Juli präsentiert worden war, kommt für ein vorzeitiges Engagement laut Friedrichs nicht in Frage. Zwar war der 46-jährige Ex-Nationalspieler erst vor zehn Tagen überraschend von seinen Aufgaben als polnischer Nationaltrainer entbunden worden. „Er ist aber als sportlicher Berater definitiv noch bis Sommer an den polnischen Verband gebunden“, stellte Friedrichs auf Nachfrage klar und betonte: Trotz des überraschenden Wechsels auf der Trainerposition halten wir an unseren Zielen für die Saison fest, wollen weiterhin unter die Top-Sechs – auch ohne Torge.“

Christian Schlichting

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