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VfL Lübeck-Schwartau VfL-Duo angeschlagen: Pokaltriumph als Pyrrhussieg?
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau VfL-Duo angeschlagen: Pokaltriumph als Pyrrhussieg?
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00:00 26.10.2012
Lübeck

„Wir feiern die ganze Nacht!“ Der Ohrwurm war nach dem Wetzlar-Wunder, dem 33:30- Pokaltriumph über den Erstligafünften der Handball-Hit in der Hansehalle. Doch Marcel Schliedermann stand der Sinn weder nach Party noch nach Atzenmusik. Der 21-Jährige düste mit Dennis Tretow direkt in seine Butze nach Hamburg. Er war müde, kaputt, ausgelaugt. Das Lob von Geschäftsführer Christian Fitzek bekam er so gar nicht mehr mit: „Einfach Klasse, Marci wächst immer mehr in die Rolle des Spielmachers, ist sehr komplett, vorn wie hinten.“

60 Minuten hatte sich Schliedermann aufgerieben, gefiel in der Rolle als Regisseur ohne Backup (Hinrichsen war gesperrt), als Abfangjäger beim Zurücklaufen und als Bollwerk in der Abwehr. Nach 55 Minuten ging nichts mehr. Halb gestützt, halb humpelnd, verließ er das Feld. Eine schmerzhafte Beckenkammprellung.

Der Pokaltriumph als Pyrrhussieg? Denn auch Adrian Wagner zog sich eine Oberschenkelverletzung zu. Doch beide wollen morgen in Aue spielen. „Wir haben jetzt einen Lauf, den wollen wir Samstag wieder auf die Platte bringen“, sagt Schliedermann. Auch für Fitzek ist Aue „ein wichtiges Spiel, denn nach dem Schwerin-Aus sind in der Tabelle alle noch enger zusammengerückt“.

Doch mit einem Auge schielt er morgen auch gen Hamburg, wo Diskus-Olympiasieger Robert Harting das Achtelfinale auslost. Zehn Erst- und fünf Zweitligisten (Emsdetten, Erlangen, Nordhorn, Eisenach, Bietigheim) warten auf den VfL. „Ein Heimspiel gegen Erlangen“ ist Fitzeks Traumlos, „ich will eine Runde weiter.“ Schliedermann hofft auch auf einen Zweitligisten, „und wenn ein Erstligist, dann bloß nicht Flensburg, Kiel, Hamburg oder die Löwen“. Egal wie gelost, es wäre zumindest ein Heimspiel. „Als unterklassiger Verein hätte der VfL gegen jeden Erstligisten am 12. Dezember Heimspiel“, erklärt Uwe Stemberg (Spielorganisation).

Und es wäre endlich auch ein Zahltag, die Hansehalle voll. Chef Fitzek hing den nur 976 Zuschauern gegen Wetzlar noch nach: „Der Fußball hat uns sicher Fans gekostet. Wetzlar ist leider auch nicht die große Nummer.“ Doch waren das wirklich nur 976? Es sah nach mehr aus. „Nein, vier Blöcke waren unbesetzt“, wehrt sich Fitzek gegen indirekte Vorwürfe, dass der VfL, der die Pokaleinnahmen mit Wetzlar teilen muss, bei der Abrechnung mogeln würde. „Das wäre Betrug. Nicht mit mir.“

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