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VfL Lübeck-Schwartau Piotr Przybecki soll neuer Trainer beim VfL werden
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Piotr Przybecki soll neuer Trainer beim VfL werden
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22:12 29.01.2019
Piotr Przybecki ist seit Juni 2017 Trainer des polnischen Nationalteams – und ab Juni 2019 wohl auch des VfL. Quelle: imago sportfotodienst
Lübeck

Der Jacob Cement Cup (JCC) und das Gastspiel des Erstligisten Füchse Berlin am Donnerstag in der Hansehalle – es ist das Heimspiel-Highlight in der Wintervorbereitung des VfL Lübeck-Schwartau. Keine Frage. Dass der Handball-Zweitligist deshalb aber – noch dazu erst eineinhalb Stunden vor dem Spiel – zu einer Pressekonferenz einlädt, um über „aktuelle Entwicklungen beim VfL Lübeck-Schwartau zu informieren“, ist dennoch alles andere als normal. Umso mehr, wenn man weiß, dass die VfL-Verantwortlichen um HM-Geschäftsführer Michael Friedrichs in den zurückliegenden Jahren seit dem Wiederaufstieg in die 2. Liga erst einmal zum offiziellen Termin baten: als die Handball Marketing ihre Gesellschaftsform zur GmbH & Co. KG wandelte.

Einige Kandidaten waren naheliegend

Nun also wieder, und vieles deutet darauf hin, dass Friedrichs & Co. dann den künftigen VfL-Trainer präsentieren werden. Den Nachfolger von Torge Greve, der angekündigt hatte, seinen Job nach dieser Saison und dann siebeneinhalb Jahren beim VfL aufzugeben.

Dirk Beuchler galt aufgrund seiner guten Kontakte zu VfL-Geschäftsführer Michael Friedrichs lange Zeit als ein heißer Kandidat bei den Spekulationen um die Trainer-Neubesetzung beim Zweitligisten. Quelle: objectivo

Die Kandidaten schienen auf der Hand zu liegen: Friedrichs gute Drähte zu Ex-Nationalspieler Dirk Beuchler sind bekannt, nach Stationen in Schwerin, Lemgo und Nettelstedt war er zuletzt bis November 2017 beim VfL Gummersbach als Trainer beschäftigt. Ebenso zu Maik Handschke, dem Schweriner, der zuletzt den EHV Aue trainierte und seither als Sportdirektor im Handballverband Luxemburgs auch Interimscoach der Nationalteams ist. Und auch Rúnar Sigtryggsson, der Vater von VfL-Spieler Dadi Runarsson, der bis Oktober 2017 den HBW Balingen-Weilstetten trainierte, war eine naheliegende Spekulation.

Zum Thema: Alles zum VfL Lübeck-Schwartau lesen Sie auf dieser Themenseite

Klare Hinweise während der Heim-WM

Doch spätestens seit den Tagen der Heim-WM, den Gesprächen am Rande, deutet alles auf einen anderen Kandidaten hin: Piotr Przybecki. Der 46-jährige Pole, 131-facher Ex-Nationalspieler, ist aktuell Trainer der polnischen Nationalmannschaft – und damit auch vom polnischen Nationalspieler Pawel Genda in Diensten des VfL. Der war (bis zu seiner Kreuzbandverletzung im Dezember) beinahe in jedem Heimspiel von Lübecks wohl bekanntestem polnischen Handballtrainer, Piotr Szynwelski, beobachtet worden – „für den Nationalcoach“ wie der 57-Jährige bereits zu Beginn der Saison verriet und damit den kurzen Draht zwischen Przybecki und Lübeck skizzierte. Mit Dr. Michal Kaniowski (1993-1995), Daniel Waszkiewicz (1995-96) und Marek Kordowiecki (1999/einige Monate als Interimscoach) hat der VfL in der ersten und zweiten Mannschaft bereits einige – gute – Erfahrung mit polnischen Trainern gemacht.

Friedrichs hält sich bedeckt

VfL-Geschäftsführer Friedrichs wollte die Personalie Przybecki nicht bestätigen: „Ich gebe weder zum Thema Trainer noch zum Inhalt der Pressekonferenz Wasserstandsmeldungen ab“, erklärte der VfL-Chef auf LN-Anfrage.

Als Ersatz für den langzeitverletzten Pavel Genda verpflichtete VfL-Geschäftsführer Michael Friedrichs (l.) erst Anfang des Jahres Jonas Ottsen vom TSV Altenholz. Quelle: Christian Schaffrath

Dass er auf der Suche nach einem Ersatz für den langzeitverletzten Genda auch mit dem 20-jährigen Rückraum-Linken Lukas Kister von GWD Minden in Gesprächen gewesen sein soll, scheint angesichts des guten Eindrucks, den der stattdessen verpflichtete Jonas Ottsen zunächst gegen GWD Minden und zuletzt auch beim Winter-Cup des TV Verl hinterlassen hat, uninteressant. Zumal Kister sich jetzt für Zweitliga-Konkurrent Hagen entschied. Interessant aber war die Begründung, die er bei seiner Entscheidung gegen den VfL vorgebracht haben soll: In Lübeck habe er die Sorge, auf seiner Position im Vergleich mit einem wiedergenesenen polnischen Nationalspieler zu wenig Spielzeit zu bekommen, da dort ja mit dem polnischen Nationaltrainer geplant werde . . .

Zur Person:

Piotr Przybecki, 46, geboren im polnischen Oppeln, verheiratet mit Agnieszka, ein Sohn

131 Länderspiele für Polen, 372 Tore. Stationen als Spieler: Breslau (bis 1994), Vive Kielce (bis 1995), TV Hüttenberg (bis 1997), TuS Essen (bis 2001), THW Kiel (bis 2004), HSG Nordhorn (vis 2009), Hannover Burgdorf (bis 2012). Trainer-Stationen: Śląsk Breslau (2014-2016), Wisla Plock (bis 2018), polnische Nationalmannschaft seit 2017

Jens Kürbis und Christian Schlichting

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