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VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau beendet die Saison auf Platz drei
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau beendet die Saison auf Platz drei
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21:58 02.06.2018
Dreierpack zum Ausstand: Rickard Akermann steuerte drei Tore zum 23. Saisonsieg und Platz drei bei. Quelle: 54°
Lübeck

2004 Zuschauer feierten die beste Saison seit dem Zweitliga- Aufstieg 2008. Der VfL Lübeck- Schwartau macht mit einem 29:21 (14:6) über Aufsteiger HC Rhein Vikings Platz drei perfekt. Jetzt heißt es lange Warten. Am 25. August ist Start in die neue Saison. Der Gegner im Heimspiel: Balingen.

Für 75.000 Euro - Viactiv neuer Hauptsponsor

Es war alles angerichtet für eine finale Party: Vor dem Anwurf wurde „Viactiv“ als neuer Hautsponsor vorgestellt. Die Krankenkasse wandert aufs Trikot, löst „Jonas Bauelemente“ ab und blättert dafür rund 75.000 Euro per anno hin, wird damit zu dem VfL-Schwergewicht. Von den Fans gab es noch ein „Happy Birthday“ für VfL- Chef Michael Friedrichs zum 49.

Doch die Vikings um den Ex-Schwartauer Daniel Pankofer übten sich zunächst als Partykiller, nutzen VfL-Patzer, legten ein 6:4 (6.) vor. Doch das wars’s. Der VfL – mit den drei Abgängern Julian Lauenroth, Christoph Schlichting und Rickard Akerman von Beginn an – riss das Spiel an sich. Wie? Keine Überraschung: Dank beweglicher 6:0-Defensive und einem überragenden Dennis Klockmann. Der Riese im Tor hatte zur Pause 16 Bälle abgewehrt, darunter zwei Siebenmeter. 71 Prozent – Weltklasse!

Nur 23,94 Gegentore im Schnitt - beste Abwehr der 2. Liga

Die Abwehr ist ohnehin der Trumpf, mit dem der VfL in der Saison stach. Martin Waschul & Co. ließen nur 910 Gegentore zu, ein Schnitt von 23,94 – besser war kein Team der Liga.

Und vorn drehte vor allem Akerman auf. Der Schwede in seinem letzten Spiel, er dirigierte, er brillierte – so als ob er gar nicht weg will. In der Form – ein Verlust. „Das war zum Abschluss noch mal richtig geil, von der Stimmung, einfach alles. Ich hatte schon eine Träne im Auge“, gab der Linkshänder zu. Schwartau drehte mit fünf Treffern in Folge das Spiel (7:4/14.), enteilte mit einem 7:1-Lauf auf 14:6 (29.).

Das Handball-Happening nahm seinen erwarteten Lauf. Nach der Pause sogar in unerwarteter Aufstellung – mit Außen Jasper Bruhn im rechten Rückraum. Ein Fingerzeig für die neue Saison? Die Partie nun ein nettes Abschlussspielchen, in dem die schwachen Vikings sogar auf 16:20 (48.) verkürzten. Doch mehr nicht. Und dann gab es sogar noch was für die Galerie – Jan Schult per Kempa-Trick zum 24:18 (53.). Der Rest – ein Schaulaufen. „Das Spiel war ein Spiegelbild der Saison. Man hat den Willen, den Charakter der Mannschaft gesehen. Sie wollten Platz drei unbedingt“, war Coach Torge Greve zufrieden. Und Käptn Martin Waschul ergänzte: „Platz drei ist einfach geil, was willst du mehr.“

Millionen-Umbau der Hansehalle bis 2019

Unterm Strich: Der VfL ist „the best“ vom Rest, das beste Team nach den Dominatoren Bergischer HC und Bietigheim, hat die beste Abwehr, 1963 Zuschauer im Schnitt. So viel kamen nicht mal zu Erstliga-Zeiten.. „Sportlich überragend“, fand auch Geschäftsführer Friedrichs. Und der hat noch einiges vor. Das Umfeld soll weiter professionalisiert, neue Sponsoren (bisher mehr als 100) und neue Kommanditisten (bisher 17) gewonnen, der Etat auf 1,2 Millionen Euro erhöht und die Halle für 1,7 Millionen Euro erstligatauglich ausgebaut werden. Vom Land gibt es dafür eine Million. Friedrichs: „Bis zur Saison 2019/20 muss alles fertig sein.“ Parallel treibt er die Pläne für eine neue Arena voran. Eine Machbarkeitsstudie liegt vor.

Zukunft. Gestern Abend weit weg. Da wurde es nach Spielschluss wehmütig, als die Abgänger verabschiedet wurden (mit einem Actionbild auf Leinwand). Und dann wurde nur noch gefeiert – die Saison, das Spiel, einfach alles. Und dann hieß es: Ab in den Mallorca-Flieger. 6.05 Uhr ab Hamburg. Schlusswort Käptn Waschul: „Wir sind froh, dass die Saison jetzt endlich vorbei ist.“ Jens Kürbis

Die Statistik zum Spiel

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1. - 30./15 Paraden/2 Siebenmeter), Mallwitz (ab 31./4/1 )– Glabisch 4/2, Lauenroth 4/1, Genda 2, Akerman 3/1, Waschul, Schult 4, Damm 2, Köhler, Claasen 3, Schlichting 2, Bruhn 3, Metzner 2.

HC Rhein Vikings: Bozic (1. - 30./5 Paraden), Moldrup (ab 31./5) – Skorupa, Aust 6/1, Klasmann 2/1, Thomas 1, Weis 2, Johnen 2, Coric, Pankofer 4/2, Goergen 1, Bahn 3.

Siebenmeter: 4/4 – 7/4 (Pankofer und Aust scheitern an Klockmann, Skorupa an Mallwitz).

Zeitstrafen: 5–3.

Rote Karte: Coric (54.).

Spielfilm: 2:4 (6.), 7:4 (14.), 11:5 (22.), 13:6 (27.), 14:6 (HZ) – 16:8 (40.), 19:14 (46.), 20:16 (48.), 22:17 (50.), 27:19 (56.), 29:21 (Ende).

Interview mit VfL-Trainer Torge Greve: „In den Top 5 etablieren“

52 Punkte – so viel wie noch nie. Dazu ein toller Zuschauerschnitt von knapp 2000 und obendrauf die Zweitliga-Sieger-Besieger-Wochen mit den Erfolgen über den Bergischen HC und Bietigheim. Sind Sie im siebten Trainer-Himmel?

So weit ist es noch nicht. Aber Fakt ist: Es ist die beste Saison des VfL seit dem Aufstieg vor zehn Jahren. Wir haben uns im Vergleich zum Vorjahr nochmals gesteigert.

 

52 Punkte hätten im Vorjahr sogar zum Aufstieg gereicht . . .

Das Problem ist, dass in dieser Saison mit dem BHC und Bietigheim zwei Teams die Liga dominiert haben.

 

Ist für Sie Platz drei eine Überraschung?

Sicher, war er so nicht zu erwarten. Denn wir hatten keine einfache Saison. Wir mussten immer wieder Ausfälle kompensieren. Es gab Wochen ohne Jan Schult, Antonio Metzner, Toni Podpolinski und Martin Waschul. Markus Hansen hat sogar fast die komplette Rückrunde gefehlt. Im Oktober hat uns Bruno Zimmermann verlassen, im Januar ist unser Top-Torjäger Oliver Milde nach Berlin gewechselt. Doch das haben wir alles kompensiert. Unser Trumpf war die Qualität und Breite des Kaders. Alle haben einen Sprung nach vorn gemacht. Die Jungs sind so auch in engen Spielen viel stabiler, reifter. Jeder im Team hat seine Rolle ausgefüllt.

 

Vor allem die Defensive . . .

Natürlich ist unsere Abwehr mit den Torhütern unsere Stärke. Ich sehe aber auch Fortschritte in der Offensive, zudem ist die Balance okay. Sicher: Ich würde auch gern mal 35 Tore sehen, aber ich kann mich eben auch an einem 23:20 erfreuen.

 

Auch an der wieder gewonnenen Heimstärke?

Natürlich. Wir sind zu Hause wieder eine Macht, auch wenn von den sechs abgegebenen Punkten zwei zu viel sind. Für unsere tolle Bilanz spricht aber auch die Kulisse von rund 2000 Zuschauern pro Spiel. Das ist schon cool.

 

Ist nach Platz drei in der neuen Saison nun zwangsläufig der Aufstieg das Ziel?

So genau ist das nun mal nicht planbar. Dafür muss alles passen, spielen ja auch noch 19 andere Teams in der Liga mit. Unser Ziel ist, dass wir uns in der neuen Saison in den Top fünf fest etablieren wollen. Jens Kürbis

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