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VfL Lübeck-Schwartau 28:22 – Lübeck-Schwartau entzaubert den Spitzenreiter
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau 28:22 – Lübeck-Schwartau entzaubert den Spitzenreiter
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22:52 02.11.2018
Es ist geschafft: VfL-Trainer Torge Greve freut sich mit seinen Jungs. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Als Finn Kretschmer seinen vierten Konter zum 28:21 (57.) ins Netz wuchtete, gab es kein Halten mehr. Die Fans schrien, tanzten, johlten. Auf den Plätzen hatte ohnehin keiner mehr gesessen. Die mit 2176 Zuschauern erstmals in dieser Saison ausverkaufte Hansehalle – ein Freudenhaus. Mit einer unfassbaren Energieleistung, einem Sturmlauf in Halbzeit zwei, entzauberten die Zweitliga-Handballer des VfL Lübeck-Schwartau den Spitzenreiter HSC Coburg mit 28:22 (15:13). So ganz nebenbei: Die Heimweste bleibt weiß, der VfL saisonübergreifend seit sechs Monaten im Wohnzimmer unbezwungen.

Die Festung ist gefallen – der VfL Lübeck-Schwartau hat nach mehr als sechs Monaten in der Hansehalle wieder verloren.

„Das war eine kollektiv überzeugende Leistung. Egal, wen man gebracht hat, alle haben ihre Aufgabe erfüllt“, freute sich Trainer Torge Greve. Herausheben wollte er keinen, aber dass bei Jan Schult der Knoten geplatzt sei, „ist einfach großartig“. Der Rückraumlinke sah in der „bombastischen Abwehr“ den Schlüssel zum Erfolg. „Im Duell beste Abwehr gegen bester Angriff der Liga, der im Schnitt mehr als 30 Tore pro Spiel macht, hat ja wohl die Abwehr gewonnen.“

Die Partie – rasant, schnell und unheimlich intensiv. Mann der ersten 15 Minuten: Jan Schult. Sein später Saisoneinsieg, seine Meniskus-OP, seine ersten gehemmten Gehversuche – abgestreift wie ein alter Mantel. Der 32-Jährige, er war Dynamik pur. Vier satte Rückraumkracher, dazu drei Anspiele an den Kreis – bis zum 9:7 (17.) trugen fast alle Aktionen das Gütesiegel „Made by Schult“. „Ich habe mich ja auch drei Wochen lang ausgeruht“, witzelte er, „aber ich hatte von Beginn an ein gutes Gefühl, die ersten Aktionen haben mir auch Selbstvertrauen gegeben.“ Aber: Coburg hielt dagegen. Der Trumpf: das Spiel über die Außen und eine kompromisslose, zweite Welle. Die Franken führten so kurz (7:6/12.).

Überzeugende Partie auf Rechtsaußen: Finn Kretschmer . Quelle: Agentur 54°

Doch der VfL riss das Spiel wieder an sich. Mit einer nun besseren Abwehr, dem Plus im Tor (Klockmann), auch einem Abwehrchef (Waschul), der alte Rückraum-Qualitäten aufblitzen ließ. Als Kretschmer zur ersten Drei-Tore-Führung traf (12:9/22.) brodelte die Hansehölle. Standing Ovations schon zur Pause (15:13) – eine Ewigkeit her.

Die Partie blieb auch nach danach schnell, hochklassig, war teilweise sogar hitzig (unglückliche Schiri-Entscheidungen). Und wieder war es Schult, der mit seiner Urgewalt, seiner Power die entscheidenden Akzente setzte. Bis zum 20:20 (43.) war es ein Spiel auf Augenhöhe. Doch dann spielte sich der VfL in einen Rausch. Keeper Dennis Klockmann war dabei der Turm in der Abwehrschlacht, zog die Bälle (insgesamt 15 Paraden) magisch an. Mitentscheidend: auch der zweite Anzug passte. So Jasper Bruhn – als Außen im rechten Rückraum. Dass dem VfL drei Stammkräfte verletzt fehlten (Podpolinski, Genda, Hansen) – egal. Kretschmer, Ranke, Schult – die Tore fielen nun im Minutentakt. Jede gelungene Aktion, jedes Tor, jeder Ballgewinn wurde euphorisch bejubelt. Als Kretschmer seinen dritten Konter zum 26:21 (52.) versenkte war Coburgs Kampfgeist gebrochen, der Deckel drauf.

„Wir haben gezeigt, dass wir mit der Abwehr, den Fans keinen in der Liga fürchten müssen“, befand Käptn Martin Waschul. Jasper Bruhn gestand: „Das ist ein super Gefühl, den Spitzenreiter geschlagen zu haben.“ Jetzt muss es nur noch auswärts klappen . . .

Die Statistik zum Spiel

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1. – 60.)15 Paraden/2 Siebenmeter), Mallwitz (ein Siebenmeter) – Glabisch 6/4, Ranke 2, Waschul 3, Schult 8, Damm 1, Köhler, Schrader, Kretschmer 4, Claasen, Runarsson 1, Bruhn 1, Metzner 2.

HSC Coburg: Kulhanek (6), Poltrum (4) – Hagelin, Jaeger 5, Spross, Prakapenia 3, Billek 4/2, Timm 2, Knauer, Zettermann 5/3, Varvne 2, Neuhold 1.

Siebenmeter: 4/4 – 7/5 (Klockmann pariert zweimal gegen Billek).

Zeitstrafen: 3 – 3.

SR.: Thöne/Zupanovic.

Zuschauer: 2176 Zuschauer (asuverkauft)

Spielfilm: 3:1 (4.), 6:7 (11.), 9:7 (17.), 12:9 (22.), 12:12 (28.), 15:12 (30.), 15:13 (HZ) – 16:17 (36.), 19:18 (40.), 24:20 (49.), 28:21 (57.), 28:22 (Ende).

Jens Kürbis

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