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VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau – ein fast perfektes Spiel gegen Coburg
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau VfL Lübeck-Schwartau – ein fast perfektes Spiel gegen Coburg
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22:24 03.11.2018
Unbändiger Wille, befreiender Jubel: Jan Schult war beim VfL-Sieg über Coburg einer der Matchwinner. Quelle: 54° / Christian Schaffrath
Lübeck

Beine hoch. Einfach mal nichts tun. Auch nicht im eigenen Laden, im Schwartauer Sportgeschäft „BS Sport“. Jan Schult genoss den freien Tag, den nach dem 28:22-Sieg, dem furiosen Sturmlauf, in dem Schwartaus Handballer Zweitliga-Spitzenreiter Coburg die zweite Saisonniederlage zugefügt, den sechsten Sieg im sechsten Heimspiel gefeiert hatten. Schult gesteht: „Den Tag brauche ich aber auch fürs Regenerieren.“

Auch für den Rückblick, den auf ein besonderes Spiel. Da waren die vielen Ausfälle (Hansen, Podpolinski, Genda, Möller). Da war die Unruhe nach dem Bekanntwerden des Metzner-Abgangs zum Saisonende.

Schult: „In Extremsituationen rücken wir zusammen“

„Aber das ist in Schwartau immer so. In Extremsituationen rücken wir zusammen“, sagt Schult, den es besonders freute, dass diesmal andere Trümpfe stachen. So wie Jasper Bruhn, der Rechtsaußen, der auf der Halben mehr als ein Metzner-Ersatz war. Ein Fingerzeig für die Zukunft? „Lief gut. So neu ist die Position auch nicht, ich habe da schon in der Jugend gespielt“, erklärte der 22-Jährige. Da war Martin Waschul, der Abwehrboss, der als Torjäger a.D. Offensivqualitäten wiederbelebte. Da war auch Dadi Runarsson, der Neuzugang, der seine Qualitäten bisher nur selten abrief, die Partie im Griff hatte, sie leitete, lenkte. Alles gepaart mit Leidenschaft.

Tolle Kulisse, toller Sieg: Der VfL bezwingt Spitzenreiter Coburg im Sturmlauf.

Coburg-Coach Gorr: „Eine Wahnsinnsleistung des VfL“

Auch auf den Rängen war die Leidenschaft zu spüren. Die 2176 in der ausverkauften Hansehalle trugen ihr Team durchs Spiel. „Das war die beste Stimmung, seitdem ich hier bin, richtig geil“, befand Runarsson. Auch Schult gestand: „Das war extrem. Da hat ja in den letzten acht Minuten keiner gesessen, wurde jede Aktion gefeiert. Das habe ich so bisher nur selten erlebt.“ Und das will etwas heißen. Schließlich ist der 32-Jährige seit elf Jahren dabei. Auch Gäste-Trainer Jan Gorr war beeindruckt: „Mit den Zuschauern im Rücken hat Schwartau eine Wahnsinnsleistung abgerufen.“

Dass lag auch an Jan Schult, der nach seiner Meniskus-OP erst spät in die Saison gestartet ist, schwer in Tritt kam: „Ich war da auch unzufrieden, wirkte gehemmt. Doch die zwei Wochen Punktspielpause, das intensive Training, haben mir sehr gut getan.“ Und wie. Schult brillierte mit seiner Wucht, seiner Dynamik, riss mit seiner Präsenz seine Nebenleute mit. Elf Würfe, acht Treffer, viele Anspiele an den Kreis – Schult war der Motor im Angriff. Sein Fazit: „Wir haben alle nah am Limit gespielt. Das war ein fast perfektes Spiel.“ Dass in der Klub-111-Loge drei potentielle Neu-Sponsoren zuschauten, passte ins Bild.

Ausgelassener Jubel: Schwartaus Spieler um Fynn Ranke feiern den Sieg. Quelle: 54° / Felix Koenig

VfL in der Auswärtstabelle nur auf Platz 16

Keine Frage: Der VfL Lübeck-Schwartau spielt in der Form um den Aufstieg mit. Wenn da nicht das zweite Gesicht, das in fremden Hallen wäre. Zu Hause top, auswärts flop. Mit 2:8-Zählern rangiert der VfL in der Tabelle da auf Abstiegsplatz 16. Doch warum? „Wenn wir das wüssten, würden wir es abstellen“, sagt Schult. Klar, die Stimmung, die Fans – all das fehle. „Wir arbeiten aber an dem Problem“, sagt Schult.

VfL vor Doppelspieltag

Nächste Gelegenheit ist am Freitag in Wilhelmshaven – es ist der Start in den Doppelspieltag. Am Sonntag geht es zu Hause dann gegen Hagen. Schult: „Wenn wir da vier Punkte mitnehmen, bist du oben dabei.“ Er ist dabei erneut gefragt. Denn Pawel Genda (Nasenbeinbruch) wird wieder fehlen. Im Training ist er mit Maske dabei, darf die aber im Spiel nicht tragen.

Handballfrei – für Schult ist das schon am heutigen Sonntag wieder vorbei. Er ist als Co-Trainer im Einsatz – bei der A-Jugend im Heimspiel gegen Cottbus. „Das macht unheimlich viel Spaß, die Jungs haben Bock.“ Und in ihm einen Lehrmeister, der noch auf der Platte zeigt, wie es geht.

Jens Kürbis

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