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VfL Lübeck-Schwartau Sensation: VfL Lübeck-Schwartau überrascht Top-Team Hamm 28:26
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Sensation: VfL Lübeck-Schwartau überrascht Top-Team Hamm 28:26
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20:17 11.03.2018
Die VfL-Spieler nach dem Unentschieden VfL Luebeck-Schwartau vs Eintracht Hildesheim. Quelle: 54°
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In der Westpress-Arena von Hamm waren noch 80 Sekunden zu spielen, als Metzner im Rückraum seine 2,07 Meter in die Höhe schraubte und den Ball im Hammer Tor versenkte. 27:26 – die Führung. Sollte der VfL die Überflieger der Liga, die seit vier Monaten nicht mehr verloren hatten, die vier Tage zuvor den Spitzenreiter Bergischer HC entzaubert hatten, die das beste Heimteam im Handball-Unterhaus sind, wirklich erden? Als kurz danach ein Hammer Angriff versandete, bei VfL-Ballbesitz noch 17 Sekunden zu spielen waren, nahm die Sensation immer realere Züge an. Und als sich erneut Metzner durchtankte, der Ball irgendwie im Tor landete, gab es kein Halten auf der VfL-Bank mehr. Nach dem Schlusspfiff stürmten Trainer, Spieler alle aufeinander zu, tanzten jubelnd im Kreis. „Auswärtssieg, Auswärtssieg!“

 

Greve lobt Kollektiv-Leistung

„Das war eine überragende Kollektiv-Leistung. Da hat ein Rädchen ins andere gegriffen“, freute sich Trainer Torge Greve. Und wusste gar nicht, wo er zuerst mit dem Loben anfangen sollte. „Wir haben es geschafft, vorn in die Breite zu spielen, gerade über Rechtsaußen. Jasper Bruhn hat da ein gutes Spiel gemacht. Hinten stand die Deckung, hat Klocki (Torhüter Dennis Klockmann) gut gehalten. Da hat vieles gepasst, war schön anzusehen.“ Kurzum: Greves Matchplan ist voll aufgegangen.

 

Überraschungen und Joker gab es dabei einige. So startete der VfL mit Christoph Schlichting am Kreis. Die „Abwehrkante“ hatte zuletzt selten gespielt, verlässt den Verein auch im Sommer. Fynn Ranke, die etatmäßige Nummer eins, tauchte dafür nicht mal im Kader auf. „Ich war mit seiner Trainingsleistung nicht so zufrieden. Es ist keine Bestrafung, eher als Ansporn gedacht. Wenn der Kader voll besetzt ist, muss sich jeder hundertprozentig reinhängen“, erklärte Greve. Schlichting fügte sich gut ins Team ein, „hat gut angefangen“ (Greve). Die VfL-Akzente in den ersten Minuten setzte aber Regisseur Richard Akerman. Tore, Anspiele – der Schwede kurbelte das Spiel an, brachte seine Nebenleute Pawel Genda und Antonio Metzner immer wieder gut in Position. Der VfL führte so 6:4 (13.). In einem Spiel, das vor der Pause von vielen technischen Fehlern geprägt war, kam Hamm aber zurück. Mit Tempogegenstößen und zweiter Welle als „Waffe“ (fünf Tore).

 

Starkes Hansen-Comeback

Als die Westfalen nach der Pause (13:11) erneut mit Kontern und in Überzahl auf 19:16 (40.) davonzogen, Thees Glabisch per Siebenmeter und Nachwurf am Slowenen im ASV-Tor, Gregor Lorger, scheiterte, schien das Momentum auf Hammer Seite. Schwartau am Boden. Doch Waschul & Co. standen wieder auf. Denn nun stachen die Trümpfe. Genda, der polnische Neuzugang, kam mit Wucht und Dynamik. Dann gab Markus Hansen nach elf Wochen Verletzungspause sein Comeback. Und was für eins. Er brachte mit seiner unaufgeregten Präsenz Ruhe ins Spiel, nahm auch mal, wenn es sein musste, das Tempo raus. Und er sorgte immer wieder für Nadelstiche. Drei Würfe, drei Tore, wichtige Tore. „Der Plan ist voll aufgegangen, wir wollten Hansi ab der 40. Minute bringen, damit seine Kraft reicht“, berichtete Greve. Innerhalb von fünf Minuten war der VfL wieder auf Augenhöhe (20:20), jetzt auch über Tempospiel (Glabisch, Schult). Hansen sorgte acht Minuten vor dem Abpfiff per Unterarmwurf für die erste Führung nach der Pause (23:22). Die Partie jetzt ein Krimi, ein Hin und Her, bei dem der VfL sogar Zeitstrafen überstand, bis zum 26:26 aber alle Trümpfe in der Hand hielt. Und dann kam Metzner . . .

„Überragend, wie cool die Jungs geblieben sind, immer den Kopf oben behalten haben“, schwärmte Greve. Mit dem Schwung geht es jetzt ins nächste Heimspiel. Am Samstag kommt die HG Saarlouis in die Hansehalle (19 Uhr). Jens Kürbis

Fakten zum Spiel

ASV Hamm-Westfalen: Storbeck (1. – 25./ab 54./4 Paraden), Lorger (25.- 54./8/1 Paraden) – Blohme 6, Huesmann 7/3, Brosch 1, Sabljic 1, Fridgeirsson 1, Schwabe, Krieg 2, Gudat, Voss-Fels, Tintel, Possehl 4, Neuhold 4.
VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1. – 60./10/1 Paraden), Mallwitz (1 Siebenmeter) – Glabisch 4/1, Lauenroth, Genda 4, Podpolinski, Akerman 2, Hansen 3, Waschul, Schult 4, Damm 1/1, Köhler, Claasen, Schlichting 1, Bruhn 3, Metzner 6.
Zeitstrafen: 4 – 5.
Siebenmeter: 4/3 (Huesmann scheitert an Klockmann) – 3/2 (Gabisch scheitert an Lorger).
Z.: 2027.
SR.: Thiyagarajah/ Thiyagarajah.

Spielfilm: 2:4 (8.), 4:6 (13.), 8:7 (20.), 11:11 (27.), 13:11 (HZ) – 14:14 (34.), 15:16 (36.), 19:16 (40.), 20:20 (45.), 22:23 (52.), 26:26 (59.), 26:28 (Ende).

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