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VfL Lübeck-Schwartau Vertrauen ins wahre Auswärtsgesicht
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Vertrauen ins wahre Auswärtsgesicht
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20:38 28.09.2018
Am Kreis gestoppt: Auch Tim Claasen und Martin Waschul (2.v.r.) konnten im jüngsten Duell im März 2017 beim 26:32 nicht verhindern, dass der VfL gegen TuS N-Lübbecke weiter auf seinen ersten Zweitliga-Sieg wartet. Heute könnte Spielmacher Claasen auch als Linksaußen gefragt sein. Quelle: 54° / Felix Koenig
Lübeck

„Wir haben in Rimpar gezeigt, dass wir uns gegen die Top-Teams der Liga auch auswärts durchsetzen können.“ Die Aussage von VfL-Trainer Torge Greve könnte kaum selbstbewusster ausfallen vor dem Gastspiel am Sonnabend (19 Uhr) beim TuS N-Lübbecke. Dass es gegen einen Erstliga-Absteiger geht, der den direkten Wiederaufstieg als Saisonziel ausgegeben hat – es interessiert Greve nicht. Dass der TuS in den bisher vier direkten Zweitliga-Duellen mit dem VfL stets als Sieger die Halle verließ – unbedeutend. Dass sein Trainer-Kollege Aaron Ziercke dank des mutmaßlich größten Etats aller Zweitliga-Klubs einen erstklassig besetzten Kader zur Verfügung hat (der zudem komplett zur Verfügung stehen dürfte) – uninteressant. Und den Einwand, dass sein Team im ersten Auswärtsspiel der Saison in Ferndorf immerhin bei einem Aufsteiger eine deutliche 17:27-Schlappe kassierte, lässt er nicht gelten: „Das war nicht unser wahres Auswärtsgesicht. Das haben wir erst in Rimpar gezeigt.“

Alle Zeichen auf Sieg also beim VfL? Zumal der Gegner immens unter Druck steht? Nach fünf Spielen schon drei Niederlagen auf dem Konto hat? Und Ziercke eine weitere Pleite ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub (1993 bis 1995) wohl den Job kosten würde? Nach seinem ersten Jahr als TuS-Trainer war er auf Anhieb auf-, dann aber im Jahr darauf wieder abgestiegen und nun mit den klaren Vorgabe in seine dritte Saison gestartet, das Team zurück in die Handball-Eliteliga zu führen. Zuletzt hatten er und sein Trainerstab sich ratlos gezeigt ob der Gründe für insgesamt 36 (!) technische Fehler und Fehlwürfe, die zum 31:34 in Emsdetten führten: „Wenn wir’s wüssten, würden wir es abstellen“, antwortete der Ex-Nationalspieler. Und nicht wenige sind überrascht, dass er gegen den VfL noch auf der Bank sitzen darf...

Doch auch davon will Greve nichts hören: „Wir sind sicher nicht in der Favoritenrolle. Sie haben eine individuelle Klasse im Kader, da kann einem fast bange werden“, sagt er und verweist auf international erfahrene Spieler wie den kroatischen Rückraum-Linken Marko Bagaric sowie Kreisläufer Patryk Walczak und Lukasz Gierak, die mit Schwartaus Pavel Genda in der polnischen Nationalmannschaft spielen. „Wenn man sie spielen lässt, wird’s schwierig, sie zu stoppen“, sagt Greve. „Aber wir wollen verhindern, dass sie ins Spielen kommen.“ Dabei könnte Martin Waschul gefragt sein. Beim jüngsten 24:19-Heimsieg gegen die Rhein Vikings kam er nach auskuriertem Daumenbruch noch nicht wieder zum Einsatz „weil der Innenblock mit Pavel und Steffen Köhler gut funktioniert hat und es keinen Grund gab, ihn durch Martin und Fynn Ranke zu ersetzen“, begründet der VfL-Trainer. Verzichten muss er in Lübbecke weiterhin auf Jan Schult, der nach seiner Meniskus-OP aber bereits wieder im Mannschaftstraining steht. „Es tut ihm gut und es ist gut für die Stimmung im Team“, sagt Greve. Noch mindestens zwei Wochen fällt zudem Thees Glabisch nach einem „kleinen Muskelfaserriss“ im Wurfarm aus. Erste Wahl auf Linksaußen ist somit erneut Sebastian Damm. Mit Tim Claasen hat Greve eine weitere Option. Und: „Eine andere ist, mit einem einrückenden zweiten Kreisläufer zu agieren.“ Keinesfalls will er mit seinem Team ausrechenbar sein für den angeschlagenen Erstliga-Absteiger – und den fünften Sieg im sechsten Saisonspiel einfahren. Mit dem „wahren Auswärtsgesicht“ seines Teams, versteht sich.

Christian Schlichting

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