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VfL Lübeck-Schwartau „VfL ist Teil unserer Geschichte“
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau „VfL ist Teil unserer Geschichte“
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20:29 04.12.2018
HSV-Vizepräsident Martin Schwalb zeigt auf sein Wohnzimmer. Der HSV spielt seit Sommer 2016 in der Sporthalle Hamburg in Alsterdorf. Quelle: Fishing4
Lübeck

HSV Hamburg kontra VfL Lübeck-Schwartau – der Zweitliga-Hit am Freitag (20 Uhr/sportdeutschland.tv), es ist ein Spiel mit besonderer Vorgeschichte.

Mai 2002: Kehraus in der Hansehalle

25. Mai 2002. Kehraus in der Hansehalle. Nach 26 Jahren verabschiedet sich die Handball-Bundesliga aus Lübeck. Das Erstliga-Team wandert nach Hamburg aus – mit Spielern, Management, aber auch den Schulden und Problemen. Zum Abschied will sich Geschäftsführer Olaf Knüppel Gehör verschaffen, doch er wird von den 2800 gnadenlos ausgepfiffen. Die Fans skandieren: „Schwartau, Schwartau!“

25. Mai 2002 – das letzte Erstliga-Spiel in Lübeck. Geschäftsführer Olaf Knüppel wird von den Fans ausgepfiffen. Quelle: Maxwitat

VfL-Neustart auf „verbrannter Erde“

Die Zeit danach: Der VfL startete den Neuaufbau in der Regionalliga – mit Michael Friedrichs als neuem sportlichen Leiter. „Ich sollte eigentlich das Scouting für das Bundesligateam übernehmen, doch Hamburg kam für mich nicht in Frage“, erinnert sich Friedrichs. Auch daran, „dass wir bei Sponsoren und Partnern lange verbrannte Erde wegräumen mussten“. Der VfL im Sommer 2002 – „er war nicht mal ein erschlossenes Grundstück. Wir hatten ja anfangs nicht mal eine Mannschaft.“ In Jens Lüdtke aber einen Trainer und Jörg Engelhardt, dem jetzigen Torhüter-Trainer, einen Keeper. Friedrichs: „Wir haben uns nach oben gearbeitet.“ 2007 ging es in Liga zwei, 2011 ins eingleisige Unterhaus – seit 2014 mit Friedrichs als Manager.

Sommer 2007: Schwartaus Handballer feiern auf dem Marktplatz den Aufstieg in die 2. Liga Quelle: Maxwitat

HSV: Aufstieg und Fall

Wurf nach Hamburg: Der HSV startete nach turbulenten Anfangsjahren (Insolvenz) durch. Meisterschaft, DHB-Pokal, Champions League – die ganz große Nummer. Die Erfolgsgeschichte hatte viele Gesichter, trug aber eine wichtige Handschrift, die von Martin Schwalb. Trainer, Geschäftsführer, Präsident – der 55-Jährige marschierte vorne weg, bis ihn ein Herzinfarkt im Juli 2014 stoppte. Aus der Ferne erlebte er so den tiefen Fall im Januar 2016. Insolvenz, Lizenzentzug, Absturz in Liga drei.

Michael Kraus (l.) und Trainer Martin Schwalb im Juni.2013 nach dem Gewinn der Champions League. Quelle: dpa

HSV: 3000 Fans im Schnitt – „irre, irre, irre“

Beim Neuanfang als Handball Sport Verein Hamburg ist Schwalb wieder an Bord – als Vizepräsident. Mit einer jungen Truppe gelang im Sommer der Aufstieg. „Das war nicht abzusehen. Auch nicht, dass wir jetzt einen Schnitt von 3000 Zuschauern haben.“ Zweitligaspitze. „Irre, irre, irre, eine Sensation“, findet Schwalb. Sieht er sein Team sportlich in der 2. Liga schon angekommen? „Wir sind immer noch im Lernmodus, noch kein vollwertiges Mitglied, nicht konstant genug.“ Der VfL ist im Derby so auch sein Favorit: „Das ist eine gestandene Truppe, die aber noch unterm Radar fliegt.“ Dass es ein besonderes Spiel ist, merkt er: „Die Menschen freuen sich, es ist überall Thema. Die Halle wird voll sein.“ Und warum steigt der Hit nicht in der Barclaycard-Arena? „Verlegen hat nicht funktioniert, außerdem ist die Alsterdorfer unsere Heimat.“ Für die neue Saison steht es aber auf seinem Zettel.

Führte das Team als Trainer in die 2. Liga: Ex-Weltmeister Torsten Jansen. Quelle: Fishing4

Schwalb: „Müssen täglich um unser Brot kämpfen“

Und wie viel VfL steckt denn noch im HSV? „Wir sind uns unserer Vergangenheit bewusst. Der VfL ist Teil unserer Geschichte, auch die vielen Schwartauer Fans, die uns treu geblieben sind.“ Unterschiede zwischen beiden Vereinen sieht Schwalb schon. „Bei uns geht es unruhiger, großstädtischer zu, wir haben auch das größere Fanpotential.“ Doch das braucht der HSV auch. „Wir müssen täglich um unser Brot kämpfen – gegen andere Vereine, die Kultur. Das Freizeitangebot ist riesig. In Hamburg musst du immer ein größeres Rad drehen.“ Wohnungen für Spieler, Hallenmieten, Caterer – alles ist teurer. Der Etat mit geschätzten zwei Millionen Euro (inklusive Jugend) ist so erklärbar. Auch, dass in der Geschäftsstelle drei Festangestellte und drei Halbtagskräfte arbeiten. Drei VIP-Räume für 120 Sponsoren, Verlosungen, Merchandising-Stand, neuer Hallen-Umlauf – das große Rad ist auch bei Heimspielen zu sehen. Und: „Es macht Spaß bei uns“, sagt Schwalb. Dass es irgendwann mal in Liga eins zurückgehen soll, versteht sich. „Aber nur wenn es die Wirtschaftlichkeit zulässt“, lenkt Schwalb ein, „Momentan sind wir da noch meilenweit weg.“ Das hat der HSV mit dem VfL nun wieder gemeinsam.

Jens Kürbis

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