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VfL Lübeck-Schwartau Volltreffer für den „Traumverein“
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Volltreffer für den „Traumverein“
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23:15 05.11.2013
Lübeck

„Und das Tor erzielte unsere Nummer zwei Thees ...“ Und der Hansehallen-Chor vollendet den Satz: „Gla-bisch!“ „Thees?“ „Gla- bisch.“ Es ist der Neue auf Schwartaus linker Außenbahn, der zuletzt im Pokal gegen Erstligist Hannover die Fans verzückte. Als flinker Flitzer bei Kontern, als locker-flockiges Sprungwunder, als frecher Siebenmeterwerfer — und alles spielerisch leicht. Trainer Torge Greve ist froh, dass er ihn heute Abend im Heimspiel gegen die Westfalen aus Hamm dabei hat, der 19-Jährige trotz Einblutung im linken Oberschenkel grünes Licht gegeben hat. „Thees hat sich super eingefügt, zieht im Training voll mit, er ist eine Klasse-Alternative“, lobt Greve.

Vom SC Magdeburg im Sommer gekommen, ist der Youngster beim VfL als Volltreffer eingeschlagen. Er überzeugt in der 2. Liga, hilft in der Zweiten, wenn es sein muss auch mit 16 „Buden“ — und ist doch nur zweite Wahl. „Das war mir aber klar, ich habe nicht irgendeinen Linksaußen vor mir.“ Dennis Tretow zählt für ihn zu den Besten der Liga. „Ich freue mich, wenn ich meine Chance bekomme, und in der Zweiten helfe ich auch gerne.“ Ohnehin habe er sich mit dem VfL ja einen Traum erfüllt.

In Salzgitter geboren, mit der Familie 2004 ins lauenburgische Ziethen gezogen, versuchte sich Glabisch in Ratzeburg parallel im Tennis, Fußball und Handball. Als er sich entscheiden musste, gewann das Kicken. „Mein Trainer meinte aber, es reiche auch, wenn ich nur zu den Spielen käme.“ Pech für die Fußballer: Glabisch fand nun mehr Gefallen am Handball, spielte bis 2008 bei Tills Löwen, kurz bei Strand, wechselte 2009 ans Sportinternat nach Magdeburg und jetzt zurück. „Ich wollte gern in meine Heimat zurück. Außerdem ist der VfL mein Traumverein, da war ich früher schon zu Spielen“, schwärmt er.

Dafür sagte er im Sommer sogar beim SCM II ab. Und das, obwohl in Schwartau nicht alles geregelt war. „Da hat er echt Eier bewiesen, ein Pfundskerl“, sagt VfL-Sportchef Michael Friedrichs. Die Rückkehr in den Norden ist für den Blondschopf aber auch kräftezehrend. Denn Glabisch greift Jugendlichen in der Schwimmhalle beim „Über-Wasser-Halten“ unter die Arme, hilft jungen Leichtathleten und Turnern auf die Sprünge, steht dienstags und donnerstags als Kursleiter „Fitness“ und „Ballspaß“ vor Fünft- und Sechstklässlern. Es ist sein Job, sein „Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ) beim Gesamtverein VfL Bad Schwartau und der Gemeinschaftsschule. Gedacht als Orientierung nach dem Fachabitur, ist es zur Vollzeitaufgabe mutiert. 38 Stunden die Woche. „Der Hammer“, bekennt er, „ich bin von morgens um acht bis abends um neun unterwegs.“ In den nächsten Wochen will er ausloten, wohin die Reise nach dem FSJ geht. Ausbildung, Studium, etwas Handwerkliches — noch kann er sich alles vorstellen. Eines weiß er aber ganz sicher, dass er mit dem VfL durchstarten will. Dann wird es auch keine Probleme mit dem Aussprechen seines Vornamens mehr geben. „This ist falsch, das heißt Thees.“ — Hey, Thees, Hey.

Jens Kürbis

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