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Auto und Verkehr Travemünder Woche: Viel Arbeit für den Abschleppdienst
Thema A Auto und Verkehr Travemünder Woche: Viel Arbeit für den Abschleppdienst
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21:10 27.07.2018
Schon ist der Kleinwagen am Haken: Während der Travemünder Woche werden Falschparker konsequent abgeschleppt. Quelle: Fotos: Maxwitat
Travemünde

Sie stehen dicht an dicht, auf beiden Seiten. In der Straße Achterdeck in Travemünde ist kaum ein Durchkommen. Einige Fahrzeuge stehen quer, weil sie sonst nicht in die Parklücke gepasst hätten. Ein Kleinwagen will in die Straße einbiegen. Die junge Frau fährt ein Stück hinein, muss dann aber abbremsen, weil ihr ein anderes Auto entgegenkommt. Sie setzt zurück, wartet, lässt den Wagen durch und kann dann erst weiterfahren. „Das ist hier immer so zur Travemünder Woche. Alles ist vollgeparkt, total dicht, absolutes Chaos“, sagt Atalla Alhanit, Anwohner im Achterdeck, der zu Fuß auf dem Weg zum Brügmanngarten ist. „Wenn mich Freunde besuchen kommen, dann planen sie eine halbe Stunde extra ein. Das nervt total“, sagt der 32-Jährige.

Die meisten Parkplätze bei der Travemünder Woche (TW) sind schnell belegt, Falschparker müssen Konsequenzen fürchten. Und: Nur wenige TW- Besucher parken Am Dreilingsberg außerhalb des Zentrums. Polizei und Stadt empfehlen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Die Polizei kennt das Problem. „Aufgrund der unveränderten Verkehrsinfrastruktur in Travemünde kommt es wie zu jeder Travemünder Woche zu Verkehrsstauungen und zähflüssigem Verkehr rund ums Veranstaltungsgelände“, sagt Polizeisprecher Dierk Dürbrook. Zwar reisten auch Besucher mit dem Fahrrad an, was die Verkehrssituation entspanne. „Aber trotz des großen Angebotes an Großparkplätzen suchen immer noch viele Besucher einen Parkplatz direkt neben dem Veranstaltungsgelände und ignorieren in den angrenzenden Straßenzügen Halte- und Parkverbote. Hier wird konsequent abgeschleppt.“ Bis zu zehn Stadtmitarbeiter kontrollieren die Fahrzeuge auf der TW. Nach Angaben der Stadt Lübeck wurden bisher auf der TW mindestens 778 Verwarnungen erteilt und 83 Fahrzeuge abgeschleppt.

Eines davon gehört Nikola und Max Sanders. Sie laufen mit ihrem kleinen Sohn im Kinderwagen zu der Straße Am Dreilingsberg, wo die abgeschleppten Fahrzeuge auf eine Wiese gebracht werden. „Wir haben in der Nähe des alten Casinos geparkt und wollten nur kurz über die TW laufen“, sagt Max Sanders. „Wir haben noch nicht einmal die ganze TW gesehen. Als wir wiederkamen, war der Wagen weg.“ Zunächst wussten sie nicht, wo das Auto ist, auch die Polizei konnte ihnen nicht weiterhelfen. „Ein Beamter hat uns gesagt, dass wir es mal Am Dreilingsberg versuchen sollen.“ Nikola Sanders öffnet die Fahrertür. „Was ist das denn da?“, fragt die 26-Jährige und zeigt auf die Windschutzscheibe. „Auch noch ein Knöllchen? Warum? Das finde ich gemein, das ist doch doppelt gemoppelt!“ Zu den 180 Euro Abschleppkosten kommen nun noch einmal 35 Euro obendrauf – der TW-Spaß ist der jungen Familie vergangen. „Wir kommen bestimmt nicht noch einmal her in diesem Jahr. Der erste Besuch war teuer genug.“

Nicht so teuer wäre der TW-Besuch geworden, wenn Familie Sanders ihr Auto auf dem Parkplatz zwischen der Paul-Brümmer-Straße und Am Lotsenberg abgestellt hätte. „Aber hier muss man früh kommen“, sagt Parkplatzwächter Reinhard Klement. „Vom frühen Mittag bis 18 Uhr geht hier gar nichts. Dann fahren die Familien wieder, aber ab etwa 20 Uhr ist es schon wieder voll, dann kommen die Partygäste.“

Damit TW-Besucher das Abschlusswochenende entspannt genießen können, empfiehlt die Stadt Lübeck, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Wer mit dem Auto kommt, sollte auf dem Parkplatz Am Dreilingsberg außerhalb des Ortskerns parken. „Nehmen Sie das tolle Angebot der Großparkplätze in Travemünde in Anspruch und gehen Sie bei dem herrlichen Sommerwetter ein kleines Stück zu Fuß bis zum Veranstaltungsgelände“, rät Polizeisprecher Dürbrook. Am vergangenen Wochenende wurde dieser kostenlose Parkplatz kaum genutzt. Außerdem sollten sich TW-Besucher besonders nach dem Abschlussfeuerwerk am Sonntag auf Staus und längere Wartezeiten einstellen.

Von Hannes Lintschnig

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